2026-01-14T07:55:46.445Z

Spielbericht

FC Medya Oldenburg II gewinnt spektakulären Pokalkrimi

Dieses Spiel wird in Oldenburgs Amateurfußball so schnell niemand vergessen. Der FC Medya Oldenburg II hat sich in einem atemberaubenden Pokalfight gegen die SG SW Oldenburg III mit 10:9 nach Elfmeterschießen durchgesetzt. Bereits die reguläre Spielzeit hatte mit einem unglaublichen 6:6 (4:0) für staunende Gesichter auf beiden Seiten gesorgt. Dramatik, Wendungen, Emotionen und Nervenkrieg – dieses Spiel hatte alles.

Traumstart für Medya – 4:0 zur Pause

Dabei sah in der ersten Halbzeit alles nach einer klaren Angelegenheit für den FC Medya II aus. Die Mannschaft begann hochkonzentriert, aggressiv in den Zweikämpfen und mit viel Tempo im Offensivspiel. Früh wurde deutlich, dass die Gastgeber das Spiel kontrollieren wollten – und das setzten sie auch konsequent um.

In der 24. Minute eröffnete Ali Akyol mit dem 1:0 den Torreigen. Nur vier Minuten später erhöhte Bao Khiem Nguyen (28.) nach einem schnellen Angriff auf 2:0. Die SG SW Oldenburg III fand kaum Zugriff auf das Spiel, während Medya weiter Druck machte. In der 33. Minute traf Aqil Al-Jundi zum 3:0, ehe erneut Ali Akyol in der 36. Minute seinen Doppelpack schnürte und den Halbzeitstand von 4:0 herstellte.

Die Zuschauer sahen bis dahin eine dominante Vorstellung des FC Medya II – spielerisch überlegen, effizient vor dem Tor und defensiv stabil. Zur Pause schien das Spiel bereits entschieden.

Spiel kippt komplett – SG SW zeigt Moral

Doch nach dem Seitenwechsel zeigte sich ein völlig anderes Bild. Die SG SW Oldenburg III kam mit neuer Energie aus der Kabine und begann, mutiger nach vorne zu spielen. Gleichzeitig verlor Medya zunehmend die Kontrolle über das Spiel.

In der 51. Minute verkürzte Christoph Lorenz auf 4:1 – ein erstes Zeichen, dass die Gäste noch nicht aufgegeben hatten. Nur wenige Minuten später traf Sedar Aose-Omar (55.) zwar zum 5:1 für Medya, doch auch dieser Treffer brachte nicht die erhoffte Ruhe zurück.

Stattdessen folgte eine Phase, in der die SG SW Oldenburg III Angriff um Angriff rollte. Lasse Bambynek (57.) traf zum 5:2, Michael Wille (59.) legte mit dem 5:3 nach. Das Spiel wurde zunehmend hektischer, die Nerven lagen blank. Als dann Joshua Rabe in der 75. Minute auf 5:4 verkürzte und erneut Michael Wille (79.) das 5:5 erzielte, war die Partie endgültig ein offener Schlagabtausch.

Kurz darauf brachte Delil Akbulut (79.) den FC Medya noch einmal mit 6:5 in Führung – doch auch das sollte nicht die Entscheidung sein. In der 89. Minute schlug erneut Christoph Lorenz zu und traf zum 6:6-Ausgleich. Der komplette Ausbruch auf Seiten der Gäste, Fassungslosigkeit bei Medya: Dieses Spiel hatte sich binnen 45 Minuten komplett gedreht.

Elfmeterschießen entscheidet einen irren Abend

Nach diesem verrückten Spielverlauf musste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen. Beide Teams traten mit viel Mut an den Punkt, doch der Druck war auf beiden Seiten spürbar.

Für den FC Medya II trafen im Shootout:

  • Ali Akyol zum 7:6

  • Bao Khiem Nguyen zum 8:9 (nach zwischenzeitlichem Rückstand)

  • Ali Khidir Ahmad zum 9:9

  • Saad Khalil Koni verwandelte schließlich den entscheidenden Elfmeter zum 10:9-Endstand

Der Jubel kannte keine Grenzen: Spieler, Betreuer und Fans des FC Medya II feierten ausgelassen, während die SG SW Oldenburg III trotz Niederlage erhobenen Hauptes vom Platz gehen konnte.

Fazit: Fußball pur – mit allen Emotionen

Dieses Spiel war ein Paradebeispiel für den Reiz des Amateurfußballs: Leidenschaft, Wendungen, Emotionen und ein dramatisches Finish bis zum letzten Elfmeter. Der FC Medya Oldenburg II zeigte zwei Gesichter – eine überragende erste Halbzeit und eine schwierige zweite –, bewies am Ende jedoch große Nervenstärke und zog verdient in die nächste Pokalrunde ein.

Für die SG SW Oldenburg III bleibt trotz des bitteren Ausscheidens die Erkenntnis, eine außergewöhnliche Moral und Mentalität gezeigt zu haben. Ein 0:4 aufzuholen und bis ins Elfmeterschießen zu kommen, verdient höchsten Respekt.

Ein Spiel, das noch lange Gesprächsthema bleiben dürfte – auf und neben den Sportplätzen Oldenburgs.

Aufrufe: 014.1.2026, 11:44 Uhr
Milan CivelekAutor