
Der FC Märchenbahnhof trägt ab sofort seine Spiele und Trainingseinheiten beim SC Holweide aus. Für den Verein ist der Umzug ein Befreiungsschlag, denn die Ascheplätze in Höhenhaus bremsten Entwicklung und Spielergewinnung. Vorsitz und Mannschaft blicken mit großer Vorfreude auf die neue Heimat, üben jedoch scharfe Kritik an der Stadt Köln.
Für den FC Märchenbahnhof war der Schritt unausweichlich. Auf Asche sei eine Weiterentwicklung des Vereins nicht mehr möglich gewesen, heißt es aus der Vereinsführung. Immer wieder hätten potenzielle Neuzugänge abgesagt: „Auf Asche mag heute keiner mehr wirklich spielen“, so Timo Müller, der Sportliche Leiter des Vereins.
Die eigene Mannschaft habe die Nachricht mit großer Begeisterung aufgenommen. „Nahezu ein Traum wurde wahr, dass wir die Asche nun verlassen können“, schildert der Verein. Auch die Fans hätten den Umzug nachvollziehen können, wenngleich die Entscheidung für viele zunächst überraschend kam.
In deutlichen Worten kritisiert Müller die Sportpolitik der Stadt. Diese habe den Vereinen mitgeteilt, dass es in den kommenden fünf Jahren keine Modernisierungen geben werde. „Für kleine Vereine ist das ein Desaster. Uns fehlen schlicht die finanziellen Mittel, um Kunstrasenplätze selbst zu stemmen.“
Als Beispiel nennt er Vereine wie TuS Höhenhaus oder Bosna Köln, die auch große Schwierigkeiten hätten, Mannschaften zusammenzustellen. „Für viele dieser Vereine geht es ums nackte Überleben und darum, überhaupt Spieler zu halten“, betont Müller.
Die Forderung sei klar: „Die Stadt muss ihre Prioritäten ändern und die Gelder in den Breitensport investieren. Millionen fließen jedes Jahr in die Oper, während die Vereine auf Ascheplätze verwiesen werden.“ Moderne Anlagen seien jedoch nicht nur sportlich entscheidend, sondern auch gesellschaftlich: „So könnten wir Jugendlichen eine echte Perspektive bieten und sie von der Straße holen.“
Trotz aller Widrigkeiten konnte der FC Märchenbahnhof seine Mannschaft zusammenhalten. Müller lobt: „Viele unserer Spieler hatten Angebote, sind aber bei uns geblieben – und das, obwohl sie weiter auf Asche hätten spielen müssen. Dafür gebührt ihnen mein größter Respekt.“
Mit dem Umzug nach Holweide wolle man nun sportlich neu durchstarten. Der Märchenbahnhof bleibe ein familiärer Verein, solle aber gleichzeitig ambitionierter auftreten. Besonders freue man sich auf die Zusammenarbeit mit dem SC Holweide: „Wir können sicherlich auch organisatorisch von ihnen lernen.“
Am Sonntag kommt es schließlich zum ersten Spiel in der neuen Heimat am Schlagbaumsweg. Müller blickt voller Vorfreude voraus: „Wir freuen uns sehr auf die Zukunft und blicken jetzt mit großer Spannung auf unsere Premiere in Holweide.“