2026-06-03T09:07:03.210Z

Vereinsnachrichten

FC Lindenberg bezwingt TSV Eriskirch in dramatischem Relegationsspiel

von Niklas Mennig · Heute, 20:34 Uhr · 0 Leser

​Was für ein packender Relegations-Kracher in Wangen! In diesem ersten großen K.-o.-Duell der Aufstiegsspiele trafen zwei Vizemeister aufeinander, die nach dem bitteren Gang nach unten nur ein einziges Ziel kennen: die sofortige Rückkehr ins Oberhaus. Vor einer beeindruckenden Kulisse von offiziell 787 Zuschauern (kurz vor Anpfiff schätzte der Ticker noch rund 500 Besucher) lieferten sich der TSV Eriskirch und der FC Lindenberg am Mittwochabend einen echten Herzschlagkrimi. Am Ende feierte der FCL einen hauchdünnen 3:2-Erfolg durch ein spätes Tor in der 89. Minute.

​Geleitet wurde die hochbrisante Partie von Schiedsrichter Luca Zienecker (SV Wolpertswende), der an den Seitenlinien von seinen beiden Assistenten Ajdin Durakovic und Nidal Durakovic unterstützt wurde.

​Erste Halbzeit: Eriskirch vergibt Chancen, Lindenberg schlägt eiskalt zu

​Nach dem feierlichen Einlauf der Mannschaften im weiten Rund des Stadions rollte ab 18:30 Uhr der Ball. Von Beginn an war zu spüren, dass hier echter, ehrlicher Amateurfußball mit jeder Menge Herzblut geschrieben wird. Die Heimmannschaft aus Eriskirch erwischte den besseren Start und erarbeitete sich im ersten Durchgang die klareren Feldanteile und Gelegenheiten.

​Bereits in der 9. Minute verbuchte Daniel Knejski die erste dicke Möglichkeit, als er den Ball am rechten Fünfmetereck serviert bekam und nur knapp am Pfosten vorbeischoss. Nur fünf Minuten später die nächste Schrecksekunde für den FCL: Nach einer Ecke traf Niklas Röther per Kopf oder Fuß den Pfosten, woraufhin der Nachschuss nur am Außennetz landete. Lindenbergs Simon Selig holte sich in dieser intensiven Phase früh die Gelbe Karte ab (14.). Auch in der 27. Minute blieb dem TSV das Pech treu, als Erhan Baki schon wieder am Aluminium scheiterte.

​Obwohl die Chancen vorrangig auf Seiten des TSV Eriskirch lagen, bewies Lindenberg extreme Kaltschnäuzigkeit. In der 45. Minute lief Mustafa Ali Gücüko komplett unbedrängt durch die passiven Abwehrreihen des TSV, behielt alleine vor dem Gehäuse die Nerven und schob flach ins rechte untere Eck zum 0:1-Halbzeitstand ein.

​Blitzstart nach der Pause und die Knejski-Show

​Der zweite Durchgang begann für den TSV Eriskirch mit einer kalten Dusche. Kaum war die Partie wieder angepfiffen, durften die Gäste erneut jubeln: Ein direkt verwandelter Freistoß von Hakan Alagöz zappelte in der 53. Minute im Netz – das 0:2 für den FCL. Alagöz holte sich kurz darauf wegen eines Fouls zudem die Gelbe Karte ab (56.).

​Eriskirch reagierte mit frischen Kräften, brachte unter anderem Max Geßler (47.), Marco Morandell (59.) sowie Erik Mohr (62.) und bewies enorme Moral. Die Heimmannschaft blies zur Aufholjagd, und es schlug die Stunde von Daniel Knejski:

  • 66. Minute: Nach einem intensiven Laufduell mit der Lindenberger Hintermannschaft setzte sich Knejski robust durch und schob den Ball überlegt ins lange Eck zum 1:2-Anschluss.
  • 75. Minute: Der absolute Wahnsinn im Allgäu-Stadion! Direkt im Gegenzug nach einer vergebenen Großchance der Gäste schlug der TSV-Keeper den Ball weit nach vorne. Knejski "durchackerte" sich grandios gegen die gegnerische Defensive und vollendete eiskalt zum vielumjubelten 2:2-Ausgleich.

​Dramatische Schlussphase und späte Entscheidung

​In der Schlussviertelstunde stand das Spiel auf des Messers Schneide. Auf Seiten des FCL rutschte der eingewechselte Ali Firat Arcagök nach einer Hereingabe nur haarscharf am Ball vorbei und vergab die erneute Führung (83.). Die Gangart wurde rauer – Eriskirchs Erik Mohr sah in der 77. Minute Gelb.

​Als sich die meisten Zuschauer auf dem Sportplatz bereits auf eine Verlängerung einstellten, folgte der bittere Nackenschlag für den TSV Eriskirch in der 89. Minute. Wie schon beim ersten Gegentreffer offenbarte die Hintermannschaft des TSV massive Lücken. Martin Spieler startete knapp hinter der Mittellinie, marschierte völlig ungehindert durch die Abwehrreihen und schob abgeklärt zum 2:3-Endstand ein.

​Die siebenminütige Nachspielzeit bot Dramatik pur: Torschütze Hakan Alagöz flog in der 90.+2 Minute noch mit der Gelb-Roten Karte vom Platz. Trotz der Unterzahl und einem letzten taktischen Wechsel rettete der FC Lindenberg den knappen Vorsprung über die Zeit. Der Traum von der sofortigen Rückkehr ins Oberhaus lebt für Lindenberg weiter, während der TSV Eriskirch trotz eines heroischen Kampfes und zweier Knejski-Tore mit leeren Händen die Heimreise antreten muss. Weiter geht's für die Jungs vom FCL am kommenden Dienstag. Dann gegen den FV RW Weiler II.