– Foto: Stan Jahrmärker

Kurzer Schiedsrichter-Kongress in Mertzig

Mangel an Unparteiischen weiter ein Thema

Nach einer, aufgrund der Corona-Sanktionen bedingten längeren Pause, fand am Mittwoch Abend wieder einmal ein Schiedsrichterkongress statt. Gastgeber war dieses mal die Gemeinde Mertzig, welche bereits Ende letzten Jahres Ausrichter hätte sein sollen. Seinerzeit fiel dieser allerdings aufgrund der auferlegten Corona-Maßnahmen ins Wasser.

Der Saal war gut gefüllt, auch wenn es – laut Charles Schaack, Präsident des CAF – im Gegensatz zu vorherigen „Ausgaben“ ein Kongress „light“ war.

Zu Beginn – nachdem der verstorbenen Kameraden gedacht wurde - sprach Schaack die Schwierigkeiten der letzten zwei Jahre an und dankte den Schiedsrichtern, dass Sie die Vorgaben mitgetragen haben. Diese waren fürwahr nicht einfach, musste man sich zeitweise doch unmittelbar am Sitz der FLF in Monnerich vor den Spielen testen lassen.
Die Schiedsrichterzahl befindet sich auf einem ähnlichen Niveau wie in der Saison 2018/2019, somit ist die Lage weiterhin angespannt. Während der Corona-Zeit legten 15 Schiedsrichter Ihr Amt nieder, allerdings konnte man diese Anzahl mittlerweile durch neu ausgebildete Kollegen ausgleichen.

Folgende Zahlen stellen sich momentan dar: Von der Gesamtanzahl von 250 aktiv gemeldeten Schiedsrichtern entfallen 213 auf den Fußball (3 weibliche) und 34 auf den Futsal. Weiterhin sind regelmäßig 42 Beobachter unterwegs. In der Saison 21/22 gab es pro Wochenende 269 Spiele. In der Altersstruktur zwischen 20 und 29 Jahren gibt es derweil mit 78 Aktiven die meisten Schiedsrichter. Bemerkenswert ist, dass es noch 17 Spielleiter über 60 gibt. Allerdings gab es auch kritische bzw. mahnende Worte. Obwohl der Damen-Fußball im Land an sich boomt und immer mehr Mannschaften zugelassen werden, gibt es nur drei weibliche Schiedsrichterinnen. Das gilt es in Zukunft zu ändern, hier herrscht eine große Diskrepanz.

Auch die teilweise nachlassende Ordnung im Jugendbereich wurde angesprochen, hier sind die Vereinsverantwortlichen mehr gefordert, für einen ordnungsgemäßen Ablauf zu sorgen.
Wie bereits erwähnt ist die Lage durch den Mangel an Schiedsrichtern äußerst angespannt. So können beispielsweise Spiele der „Minimes“ unterhalb der 1.Klasse und der „Cadets“ ab Klasse 3 (teilweise) nicht mehr besetzt werden. Gerüchte, die sich an den Außenlinien wacker gehalten haben, dass es zukünftig in der ersten Division keine Assistenten mehr geben soll, wurden derweil nicht bestätigt.

Angesprochen wurde auch ein Treffen mit Kollegen aus Deutschland. Dort wurde beschlossen, dass der Austausch zwischen dem Rheinland, dem Saarland und der Regionalliga West wieder startet. Ein erstes Regionalligaspiel (Aachen – Düren) wurde hier bereits der FLF zugeteilt. Charles Schaack bedankte sich ausdrücklich beim Saarländischen Fußballverband, der in der Vergangenheit bei Schiedsrichterengpässen regelmäßig ausgeholfen hatte.

Natürlich stand der Abend auch im Zeichen zahlreicher Ehrungen. Hervorzuheben ist hierbei, dass R.Moes und H.Loetsch für 3.000 Spiele geehrt wurden.

Anzumerken ist noch, dass der CAF eine Erhöhung der Spesen ausgearbeitet hat. Hierzu müssen allerdings erst die Vereine zustimmen, so dass noch nicht weiter darauf eingegangen werden kann.

Wer dachte, dass der Rücktritt von Spitzenschiedsrichter Kopriwa thematisiert werden würde, wurde Mittwoch Abend enttäuscht.

Alles in allem war es ein kurzer, aber informativer Kongress, in der Hoffnung, dass der nächste wieder den bekannten Umfang haben wird. Ein Dank geht an die Vertreter vom Mertziger Fußball für die sehr gelungene Bewirtung.

Aufrufe: 08.7.2022, 08:00 Uhr
Stan JahrmärkerAutor