In der A-Jugend heißt es bald nicht mehr zwingend Elf gegen Elf. So wie einst beim Landkreis-Duell zwischen den Junioren der JFG Speichersee und des FC Lengdorf (weiße Trikots).
In der A-Jugend heißt es bald nicht mehr zwingend Elf gegen Elf. So wie einst beim Landkreis-Duell zwischen den Junioren der JFG Speichersee und des FC Lengdorf (weiße Trikots). – Foto: Christian Riedel

Kreis Erding: Umfassende Anpassungen im Jugendbereich

Neue Regelungen im Jugendfußball

Im Kreis Erding wurden umfassende Regeländerungen im Jugendbereich beschlossen. Vor allem die verringerte Anzahl von Spielern stellt ein großes Problem dar.

Landkreis – Auch wenn mittelfristig wieder etwas Normalität einkehren sollte, müssen sich die Nachwuchsfußballer neben der Altersabsenkung auf weitere Änderungen einstellen. Kreisjugendleiter (KJL) Stefan Erl informierte die Funktionäre vorab über Details.

Künftig dürfen U19-Junioren unter der Voraussetzung, dass sie bei den Senioren noch keine vier Punktspiele bestritten haben, weiterhin in der Jugend spielen, wobei die Anzahl auf maximal drei Akteure pro Spiel beschränkt ist. Diese Regelung findet bis zur Jugend-Kreisliga Anwendung.

U19 & U17: Flexible Anzahl von Spielern

Lediglich in der Gruppe soll dagegen bei den A- und B-Junioren das „Norweger-Modell“ möglich sein. Mit dieser Form will man Absagen wegen Spielermangels vermeiden. Bis drei Tage vor der Partie hat die betroffene Mannschaft die Möglichkeit, dem Gegner mitzuteilen, mit welcher Anzahl an Akteuren das Spiel ausgetragen werden soll. Bezirksjugendleiter (BJL) Jochen Fuchs sieht darin große Vorteile: „Er wird künftig weniger Mannschaftsabmeldungen geben und dadurch gehen uns auch weniger Spieler verloren.“ Damit aber spielbereite Jugendliche nicht pausieren müssen, kann das Auswechselrecht beansprucht werden.

C-Junioren: 9 vs. 9 als Hauptspielform

Da das Abstimmungsergebnis bei den C-Junioren nicht eindeutig war, gibt es hier nun zwei Spielformen, berichtet Erl. Die Vereine haben im Meldebogen die Möglichkeit, sich für 9 gegen 9 (C 9) oder 11 gegen 11 (C 11) zu entscheiden, und Erl versucht dann, bei der Ligaeinteilung diesen Wünschen gerecht zu werden. „Allerdings muss noch abgeklärt werden, ob auch die Kreisliga C 11 spielen kann, ohne das Aufstiegsrecht zur BOL zu verlieren, denn C9 wurde als Hauptspielform bestimmt.“

Schon eine klare Antwort hatte Fuchs bezüglich der Spielrechte in kreisübergreifenden Wettbewerben (Halle, Bau- und BFV-Pokal). „Es ist nicht möglich, in einem laufenden Wettbewerb das Spielrecht zu ändern, sodass die bisherige Regel auch in Vorrunden, die nur auf Kreisebene ausgetragen werden, in Kraft bleibt“. Wie es sich im Lipp-Cup verhält, ist noch offen. „Da aber ausschließlich Erdinger Mannschaften involviert sind, könnte auch die neue Regelung greifen“, vermutet der Erdinger Großfeldjuniorenleiter Willi Brambring.

Im Merkur CUP hätte wohl die bisherige Lösung gegriffen. Doch (wie berichtet) wird das große E-Jugendturnier des Münchner Merkur und seiner Heimatzeitungen heuer nicht stattfinden.

Kleinfeld: Funino als Alternative

Im Kleinfeld sind bei den F-Junioren mit der Spielform revolutionäre Änderungen nicht nur auf Kreisebene angedacht. „Funino soll den Vereinen als weiteres Angebot dienen, aber wir werden es den Vereinen nicht aufdrängen“, nimmt Fuchs den Funktionären die Sorge, dass der bislang übliche Spielbetrieb aufgegeben wird, „wobei er nicht wisse, was die Zukunft bringt“.

Bei Funino spielen drei Kinder pro Team (plus ein Einwechselspieler) auf einer verkleinerten Spielfläche (32 x 25 Meter) auf jeweils zwei an den Grundlinien stehenden Mini-Tore. Mit dieser Spielform, die auch von Verbandsjugendleiter Florian Weißmann große Unterstützung erfährt, will man erreichen, dass die Kinder zum einen mehr Ballbesitz, aber auch mehr Spielzeiten haben. Diese werden dadurch garantiert, dass nach jedem Tor, das nur innerhalb der 6 Meter breiten Endzone erzielt werden darf, bei beiden Mannschaften zwingend ein Spielerwechsel erforderlich ist.

Dass das Ergebnis zweitrangig ist, zeigt auch die Regel, dass sich Mannschaften, die mit mehr als drei Toren im Rückstand liegen, mit dem vierten Spieler verstärken können. „Diese Spielform bietet viele Vorteile, und vor allem die garantierten Einsatzzeiten sorgen für mehr Spaß und bessere Förderung der Kinder“, betreibt Fuchs Werbung für Funino und sieht auch noch einen weiteren Vorteil. „Gerade die lange Pause hat viele Familien dazu bewogen, das Wochenende mit ihren Kindern anders zu nutzen. Da bei Funino nur vier Kinder zwingend erforderlich sind, fällt es etwas leichter, dass man an diesen Tagen mal auf den einen oder anderen Spieler verzichten kann“, hofft der BJL auch auf eine starke Elternakzeptanz.

Um weitere Details zu klären, sind für Mitte März zwei Tagungen geplant, auf denen auch Weissmann über die weiteren Schritte informieren will.

(Andreas Heilmaier)

Aufrufe: 011.3.2021, 08:49 Uhr
Erdinger Anzeiger / Andreas Heilmaier - freier MitAutor

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