
Die Geislingerinnen führten 80 Minuten lang gegen Turnerbund München. Dann folgte der bittere Zusammenbruch in den Schlussminuten.
Sie hatten den Oberbayern-Pokal bereits zweimal gewonnen und schienen auch diesmal mehr als nur eine Hand am Pott zu haben. Am Ende jedoch verloren die Fußballerinnen des FC Langengeisling in Prutting gegen den TSV Turnerbund München mit 1:3 (1:0) Toren. Über 80 Minuten hinweg hatten sie wie die sicheren Siegerinnen ausgesehen.
Lange Zeit fragten sich die Zuschauer, wer eigentlich die Bezirksoberliga so souverän anführt, denn die Münchnerinnen liefen den FCL-Frauen meist nur hinterher. Früh brachte Ronja Buttstedt die Geislingerinnen in Führung, nachdem sie der Gästeabwehr entwischt war (11.). Davon beflügelt drängten die Geislingerinnen auf den zweiten Treffer, vergaben jedoch mehrere hochkarätige Chancen.
Zudem hatten sie Pech: Lina Biegel setzte sich im Strafraum durch, umspielte sogar Torfrau Nicole Maurer, wurde aber gestoppt, bevor sie den Ball ins leere Tor schieben konnte – und das auf unfaire Weise. Elfmeter und rote Karte? Fehlanzeige. Der Schiedsrichter ließ weiterspielen, sehr zum Entsetzen von FCL-Trainer Harry Kronthaler, der den Urlauber Stefan Karamatic vertrat. Er ist überzeugt: „Bei unseren sicheren Elfmeterschützinnen und in Überzahl – das war eine spielentscheidende Szene.“
Dennoch musste er sich zunächst nicht grämen, denn sein Team hatte alles im Griff, insbesondere Torjägerin Sheeva Seyfi, die von den Innenverteidigerinnen Moni Bichlmaier und Carina Sedlmeier gut bewacht wurde. Auch offensiv ergaben sich weiterhin beste Möglichkeiten: Buttstedt hatte die Torfrau bereits ausgespielt, setzte den Ball aus spitzem Winkel jedoch am langen Pfosten vorbei. Kurz darauf lief sie erneut allein auf das Tor zu, schloss aber schon aus 16 Metern ab.
Der Gegner war zwar im zweiten Durchgang präsenter, aber nicht gefährlich. In der 81. Minute folgte dann ein laut Kronthaler ungeahndetes Foul im Mittelfeld. Dann der Pass in die Tiefe, und Luise Escherich erzielte den Ausgleich. Kurz darauf verlegten die Münchnerinnen einen Freistoß aus der eigenen Hälfte großzügig um rund 20 Meter nach vorn. Der Ball von Torfrau Maurer wurde immer länger und senkte sich schließlich unter die Latte zum 2:1.
Auf der Gegenseite ergab sich eine ähnliche Situation, doch der Heber von Sedlmeier prallte an die Latte. Mit einem Treffer in der Nachspielzeit machte Seyfi schließlich alles klar. Dem FCL blieb nur der schwache Trost, über weite Strecken die bessere Mannschaft gewesen zu sein.