2026-04-20T12:45:22.080Z

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FC Kosova: Trainer Cöl tritt nach 3:3 zurück und erhebt Vorwürfe

Überraschung in der Landesliga, Gruppe 1: Nach dem bitteren 3:3 (nach 3:0-Führung) gegen Bergisch Born legt Ibo Cöl sein Amt nieder – obwohl ihm der Vorstand Rückendeckung gab. Statt Spieler auszusortieren, zieht er selbst die Reißleine und kritisiert offen Teile der Mannschaft.

von Marcus Giesenfeld · Heute, 20:30 Uhr · 0 Leser
NAchd em 3:3 hat Ibo Cöl die Notbremse gezogen.
NAchd em 3:3 hat Ibo Cöl die Notbremse gezogen. – Foto: Jacob Kingsley Amuah

Die Art und Weise, wie der FC Kosova am Sonntagnachmittag auf eigenem Platz gegen den abstiegsbedrohten SSV Bergisch Born innerhalb von nicht einmal 20 Minuten eine 3:0-Führung verspielte, stimmte nicht nur den außenstehenden Beobachter nachdenklich. Trainer Ibo Cöl hatte während dieser 90 Minuten sogar genug gesehen und reichte unmittelbar nach dem enttäuschenden 3:3 seinen Rücktritt beim Landesligisten ein.

Spieler rauswerfen oder selbst gehen

Für den 48-Jährigen, der seine Zelte in Benrath nach dieser Saison ohnehin abgebrochen hätte, war dieser überraschende Schritt alternativlos. „Die andere Option wäre gewesen, dass ich fünf bis sechs Spieler rausschmeiße. Am Ende habe ich mich entschieden, dass ich dann lieber selbst gehe“, gab Cöl zu Protokoll.

Gerade in den jüngsten beiden Wochen hatte der Tabellenfünfte dem nun ausgeschiedenen Coach Rätsel aufgegeben. In Süchteln geriet der FCK eine Woche zuvor schon früh mit 0:2 ins Hintertreffen. Nun folgte der Einbruch gegen Bergisch Born, als man nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Astrit Hyseni zunächst das Zepter und schließlich auch die komfortable Führung aus der Hand gab.

Nicht jeder Spieler ein Vorbild

Über den Kapitän, der gegen Bergisch Born per Strafstoß noch das 1:0 erzielte, äußerte sich Cöl nach dem Rücktritt in schwärmerischen Tönen. „Er hat sich auch am Sonntag wieder in den Dienst der Mannschaft gestellt, obwohl er Schmerzen hatte und in wenigen Tagen operiert werden muss“, so Cöl.

Andere Akteure aus dem Team kamen in der Nachbetrachtung weniger gut weg. Ihnen warf der Ex-Coach zum Teil Charakterschwäche vor. „Wir hatten zuletzt Spieler auf dem Platz, die mit einzelnen Aktionen bewusst gegen den Erfolg der Mannschaft gearbeitet haben“, führte der Coach aus. Nach eigener Aussage hatte Cöl vom Vorstand sogar den Freibrief erhalten, die „faulen Äpfel“ auszusortieren. Doch der einstige Aufstiegstrainer lehnte ab und zog stattdessen selbst die Konsequenzen.

Trotz des vorzeitigen Abgangs zeigte sich Cöl dankbar für die Gelegenheit, Erfahrungen in der Landesliga sammeln zu dürfen. Im Sommer eine neue Aufgabe bei einem anderen Klub anzunehmen, schloss der Übungsleiter nicht aus. Mit Cöl nahmen erwartungsgemäß auch dessen Assistenten und Vertraute Günter Dembski und Sascha Berdicchia ihre Hüte.

Bleibt noch Rudi Istenic. Ob der während der Saison zum Trainerteam gestoßene Ex-Profi nun zumindest vorübergehend die Verantwortung tragen wird, zeigt sich spätestens am Sonntag. Dann gastiert Kosova beim 1. FC Wülfrath, der wie Bergisch Born noch um den Klassenerhalt kämpft.