Drehte mächtig auf und markierte vier Treffer gegen Könen: Kordel/Welschbilligs Goalgetter Marc Willems.
Drehte mächtig auf und markierte vier Treffer gegen Könen: Kordel/Welschbilligs Goalgetter Marc Willems. – Foto: Sebastian Schwarz

Der Wintermeister ist in Torlaune

Kreisliga A: Eine Woche nach dem 5:1-Kantersieg im Spitzenspiel bei der SG Igel-Liersberg hat es die SG Kordel/Welschbillig erneut krachen lassen. Beim 5:0 gegen den FC Könen war schon zur Pause alles klar. Einem Akteur gelangen gleich vier Treffer.

Kurz vor dem Anpfiff der Partie auf dem seifigen, aber gut bespielbaren Rasen – Platzwart Bernhard Jubelius hatte ganze Arbeit geleistet – beschlich Matthias Bichler ein ungutes Gefühl: Sein Team hatte die Platzwahl gegen den FC Könen verloren: „Jetzt müssen wir schon in der ersten Hälfte auf unser Trainingstor spielen“, wähnte der Fußball-Abteilungsleiter des SV Welschbillig die abschließende Partie in diesem Jahr unter keinem guten Stern.

Nach ein paar Minuten sah sich Bichler in seiner Ahnung bestätigt. Obwohl stark ersatzgeschwächt und in den jüngsten sechs Begegnungen sieglos (bei nur einem Zähler) agierte der Gast aus dem Konzer Stadtteil zunächst forsch. Der erst 19-jährige Kenneth Lau sorgte jeweils in der dritten Minute für Gefahr vor dem Kordel/Welschbilliger Kasten, als sein Weitschuss zur Ecke abgefälscht wurde und Augenblicke später nach seiner gefühlvoll hereingetretenen Ecke Maurice Mertz und Jonas Weiland in der Mitte lauernd knapp den Ball verpassten.

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„In den ersten zehn Minuten hat Könen gut dagegengehalten“, erkannte auch Klaus Grüber, der Coach der Hausherren, an. Doch mit dem schnellen Umschaltspiel seines Teams und der großen Stärke bei Standardsituationen kamen die Könener im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit überhaupt nicht mehr klar. Die weiten Einwürfe bis in den Fünfmeterraum von SG-Kapitän Julian Dücker waren (auch) in dieser Partie eine echte Waffe der Grüber-Elf. Im Anschluss an eine Ecke fiel das 1:0: Auf Vorlage von Sven Bracker war Philipp Lorig aus kurzer Distanz zur Stelle und köpfte ein. „Dann“, wusste Coach Grüber, „haben wir es sauber runtergespielt“. Ein Mann rückte dabei zusehends in den Fokus: Marc Willems. Mit seinen Saisontreffern sieben bis zehn schraubte der frühere Oberligaspieler des SV Mehring das Resultat bis zum Pausenpfiff des souveränen Schiedsrichters Frank Erdmann auf 5:0.

Mal schloss der 28-jährige Kordeler eine sehenswerte Kombination über Philipp Lorig und Thomas Lichter ab (22.), mal traf er nach klasse Zuspiel von Marvin Roth (32.). Per Kopf vollendete Willems eine Flanke von Sven Bracker zum 4:0 (40.) – der Hattrick war perfekt. Und noch mal Willems per Kopf: Nach Bracker-Ecke ließ er dem bedauernswerten Nicolas Schmitt im Könener Tor abermals nicht den Hauch einer Chance (45.+2). „Wir haben die Dinger einfach weggemacht“, fasste Willems die sehenswerten ersten 45 Minuten seiner Elf kurz, aber auf den Punkt gebracht, zusammen.

Kordel/Welschbilligs Coach Klaus Grüber:

Zum misslungenen Auftritt der phasenweise überfordert scheinenden Könener passte der Platzverweis für Mustafa Al-Saidi vier Minuten vor der Pause: Von einem Zuschauer fühlte er sich offenbar provoziert, ließ sich (ebenfalls) zu einer Beleidigung hinreißen und sah dafür von Schiri Erdmann Rot. Zuvor hatte schon Spielertrainer Christian Mai wegen muskulärer Probleme den Platz verletzt verlassen müssen. Nach dem Seitenwechsel drohte Könen vollends unterzugehen. Der Schuss von Markus Sausen flog knapp vorbei (49.), dann scheiterte Nicolas Dücker aus der zweiten Reihe (50.). Beim Kracher seines Zwillingsbruders Julian rettete FCK-Schlussmann Nicolas Schmitt mit einer fulminanten Parade, indem er den Ball aus dem Winkel kratzte (51.). Doch die Offensivwucht der Kordel/Welschbilliger ließ in der Folge nach. Das Gefühl des sicheren Sieges und der numerischen Überlegenheit, einige Wechsel, aber auf der anderen Seite auch eine intakte Moral des FC Könen verhinderten ein noch höheres Resultat.

Gegen Ende kamen die Kicker von der Saar immerhin noch zu zwei offensiven Momenten: Beim Freistoß von Eric Henter – noch ein Aktivposten im Könener Angriffsspiel – hatte SG-Keeper Christian Leibrock mal die Chance, sich zumindest halbwegs auszuzeichnen. Kurz vor dem Abpfiff scheiterte der frühere Luxemburger U16-Nationalspieler, zwischendurch aber vier Jahre pausierende Tiago Pereira Fernandes Pinheiro aus kurzer Distanz per Hacke.

Vierfachtorschütze Marc Willems:

FCK-Trainer Stephan Schwarz hatte bereits im Vorfeld um die enorme Schwere der Aufgabe gewusst – sowohl, was die Stärke der SG Kordel, als auch, was die Defizite seiner Mannschaft angeht: „Man muss es so klar sagen: Derzeit sind wir in einem desolaten Zustand.“ Im Vergleich zu den ersten Wochen der neuen Saison, als man noch ordentlich punktete, seien inzwischen zehn Spieler aus den unterschiedlichsten Gründen nicht (mehr) dabei. Den Weg, mit jungen Kräften in Könen einen Neuanfang in die Wege zu leiten, wolle er indes gemeinsam mit seinem Trainerkollegen Mai auch nach der Winterpause fortsetzen. „Der Klassenerhalt ist das klare Ziel“, so Schwarz.

Auf der anderen Seite wollen sie eventuell über neue Ziele reden: Ursprünglich lautete die Prämisse bei Klaus Grübers SG, auf Platz sieben oder besser abzuschneiden. „Wir werden unser Ziel besprechen. Was dann am Ende herauskommt, werden wir sehen“, wollte der Trainer des Wintermeisters indes das Wort „Aufstieg“ noch nicht in den Mund nehmen. Eins steht für Grüber aber fest: „Jetzt auf die Euphoriebremse zu drücken, wäre das falsche Signal.“ Etwas forscher geht Torjäger Willems die Sache an: „Wir stehen jetzt ganz oben und wollen oben bleiben“, schob aber gleich nach: „Druck machen wir uns aber sicher keinen.“

Als Zeichen dafür, wie groß der Zusammenhalt und der Wille im Lager des Spitzenreiters ist, wertete Grüber nicht nur den Umstand, dass „wir trotz der nicht einfachen Witterungs- und Platzverhältnisse in jedem Fall spielen wollten“. Zudem habe Routinier Marc Görres nach gerade ausgeheilter Muskelverletzung unbedingt im Kader stehen wollen, „nur um unseren Keeper warmzuschießen, weil unser etatmäßiger Torwarttrainer Eddy Schneider fehlte“, hob Grüber lobend hervor.

SG Kordel/Welschbillig – FC Könen 5:0 (5:0)

Kordel/Welschbillig: Christian Leibrock - Christian Adams (72. Oliver Lieser), Markus Sausen (58. Marius May), Nils Mossal, Thomas Lichter, Philipp Lorig, Sven Bracker (66. Konstantin Beckers), Julian Dücker, Nicolas Dücker, Marc Willems (75. Nico Roth), Marvin Roth

Könen: Nicolas Schmitt - Kenneth Lau, Marcel Herrig, Mamadi Diakité, Maurice Mertz, Christian Mai (38. Tiago Pereira Fernandes Pinheiro), Eric Henter, Jonas Weiland, Yannick Kohns, Burak Tepe (46. Lucas Denissov), Mustafa Al-Saidi

Schiedsrichter: Frank Erdmann (Trier) - Zuschauer: 105

Tore: 1:0 Philipp Lorig (17.), 2:0/3:0/4:0/5:0 Marc Willems (22./32./40./45.+2)

Bes. Vork.: Rote Karte für Mustafa Al-Saidi (41., Könen, Zuschauerbeleidigung)

Aufrufe: 029.11.2021, 02:34 Uhr
Andreas ArensAutor

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