
Verl-Kaunitz. Wenn der Tabellenletzte auf den Vorletzten trifft, ist klar, dass es nicht um einen fußballerischen Schönheitspreis geht. Daher nahm Levent Cayiroglu nach dem 2:0 (1:0)-Sieg seines FC Kaunitz im Kellergipfel der Fußball-Westfalenliga 1 über den Spielverein Westfalia Seost die Glückwünsche vor allem für eines an: die drei so wichtigen Punkte, die den FCK am Sonntag sogar auf einen Nichtabstiegsplatz führten.
„Das Ergebnis stand heute natürlich im Vordergrund. Das ist einfach so. Ich habe gerade den Jungs auch gesagt: Es ist nicht einfach, wenn man Tabellenletzter ist und der Tabellenvorletzte kommt zu einem. Das ganze Umfeld spricht davon: Ihr müsst, ihr müsst, ihr müsst. Das ist eure letzte Chance, so ungefähr. Und das ist für den Kopf auch nicht immer ganz einfach“, wusste Cayiroglu natürlich ganz genau, dass ein gewisser Druck auf seiner Mannschaft lag. „Ich weiß selber, dass die 90 Minuten kein Fußballschmaus waren, aber wir haben gekämpft. In so einem Spiel geht es bloß darum, immer wieder dagegen zu halten und auch über einen einfachen Fußball zu kommen.“
So überließ der FCK dem Gegner die Spielkontrolle, um dann im passenden Moment eiskalt zuzuschlagen. Aus dem Gewühl heraus landete der Ball in der elften Minute bei Fabio Kristkowitz, der volley abzog und Westfalia-Schlussmann Jonny Mika zu einer Glanztat zwang. Doch die Kugel flog vom rechten Fuß des Keepers genau auf den Kopf von Leon Schmidt, der zum 1:0 traf. „Der Kopfball war sehr entschlossen. Das Tor macht er nur, weil er es will. Man sah ja dieses Hohlkreuz, was er macht, und den Kopfball richtig reinwuchtet“, lobte Levent Cayiroglu seinen defensiven Mittelfeldspieler.
Ein Außenstürmer entschied kurz nach der Pause die Partie. Zunächst verzog Lennart Brink nach Zuspiel von Kristkowitz noch knapp (53.), eine Minute darauf machte er es besser. Einen Querpass von Joel Kirsch donnerte Brink mittig zum 2:0 ins Soester Tor (54.). „Danach haben wir es dann gut wegverteidigt“, sah Cayiroglu nur eine richtige Chance der Gäste, um auf 2:1 zu verkürzen. Doch FCK-Torhüter Phil Schnathmann blieb im Eins-gegen-Eins vor Alessandro Gutzeit stabil (67.) und klärte zur Ecke. Zudem setzte Jann Conrads einen Kopfball (76.) neben das FCK-Gehäuse.
„Was die Verteidigung betrifft, was das Herzblut betrifft, waren alle Jungs dabei. Wir haben komplett dagegen gehalten und das Ergebnis geholt, was wir uns erhofft hatten“, sagte Cayiroglu, der am Sonntag wohlwollend über alles andere, was in den nächsten Wochen wieder kommen soll, hinweg sah. „Fußballerisch hätte ich auch ein bisschen mehr von meinen Jungs erwartet. Aber ich weiß, dass es nicht einfach war.“
FC Kaunitz: Schnathmann – Hartkämper, Maasjost, Frosch (66. Pieper), Cord-Brüning – Schmidt, Martens – Kirsch (75. Stickling), Sczepurek, Brink (83. Mensendiek) – Kristkowitz (88. Epke).
Spielverein Westfalia Soest: Mika – Weber, Buckesfeld, N. Topp (39. Conrads/76. Teipel), Coskun – Mehlhorn, Geisthövel (52. El Gourari) – Hellmann (63. Gutzeit), Krick (52. Brenk), Jacome-Fontana – Jurss.
Schiedsrichter: Saban Cakar-Nasso (TuS Bexterhagen).
Zuschauer: 133.
Gelbe Karten: Frosch, Schmidt, Schnathmann, Mensensiek – N. Topp, Buckesfeld.
Tore: 1:0 Schmidt (11.), 2:0 Brink (54.).