
Der FC Isny hat sich am letzten Spieltag der Kreisliga A2 die Meisterschaft gesichert und damit den Aufstieg perfekt gemacht. Mit einem 3:0-Erfolg gegen die SG Kißlegg behauptete die Mannschaft ihre Spitzenposition und verwies den TSV Schlachters auf Rang zwei. Nach 30 Spieltagen standen für den FC Isny 63 Punkte zu Buche, zwei mehr als der Verfolger.
Dass die Entscheidung erst am letzten Spieltag fiel, machte den Erfolg für Trainer Lider Yilmaz und seine Mannschaft umso emotionaler. Dabei war die Ausgangslage vor der Partie klar: „Unser Ziel war es, unser Spiel zu gewinnen und dann abzuwarten, was auf den anderen Plätzen passiert“, blickt Yilmaz gegenüber FuPa zurück.
Eine große Meisterfeier war zunächst gar nicht geplant. Umso besonderer fiel der Moment nach dem Schlusspfiff aus. „Am Ende wurde aus ,Relegation oder Meisterschaft‘ zum Glück und verdientermaßen die Meisterschaft. Und genau deshalb war die Feier so besonders. Alles war spontan, alles war echt und niemand musste sich überlegen, wie man feiert. Die Emotionen haben das von alleine geregelt.“
Anders als viele Konkurrenten machte der FC Isny aus seinen Ambitionen von Beginn an keinen Hehl. „Unser Ziel war von Anfang an klar: Wir wollten Meister werden. Das haben wir nie versteckt. Wer etwas Besonderes erreichen will, muss auch bereit sein, große Ziele auszusprechen und den damit verbundenen positiven Druck anzunehmen“, sagt Yilmaz
„Die Mannschaft hat diesen Weg vom ersten Trainingstag an mitgetragen. Deshalb macht mich die Meisterschaft nicht nur stolz, sondern vor allem dankbar. Die Jungs haben sich diesen Erfolg durch harte Arbeit, Disziplin und Zusammenhalt verdient.“
Für Yilmaz ist der Titelgewinn eng mit der Mentalität seiner Mannschaft verbunden. Der absolute Wille dieser Mannschaft sei letztlich entscheidend gewesen. „Viele Spieler haben in den vergangenen Jahren bittere Enttäuschungen erlebt. Letztes Jahr war der Traum nach einem verlorenen Elfmeterschießen geplatzt. So etwas hinterlässt Spuren.“
Gerade deshalb misst der Trainer dem Umgang mit Rückschlägen eine besondere Bedeutung bei. „Entscheidend war, dass die Mannschaft trotzdem wieder aufgestanden ist. Sie hat nie nach Ausreden gesucht, sondern die Energie in harte Arbeit investiert. Genau deshalb fühlt sich diese Meisterschaft so besonders an.“
Als größte Stärke seiner Mannschaft nennt Yilmaz ohne zu zögern den Zusammenhalt. „Wir haben unterschiedlichste Charaktere, verschiedene Nationalitäten und verschiedene Lebensgeschichten. Neben dem Platz waren wir eine Einheit und sobald wir den Platz betreten haben, waren wir eine Mannschaft.“
Der Trainer betont die Rolle jedes einzelnen Spielers. „Jeder hat seinen Teil beigetragen. Die Spieler haben sich technisch, taktisch, körperlich und vor allem menschlich weiterentwickelt. Als Trainer gibt es kaum etwas Schöneres, als Menschen auf diesem Weg begleiten zu dürfen.“
Nach der Meisterschaft stehen zunächst Feierlichkeiten und gemeinsame Veranstaltungen im Vordergrund. „Zunächst geht es gemeinsam zum Erdinger Meister-Cup nach Reutlingen.“ Besonders in Erinnerung bleiben werden für Yilmaz die Szenen unmittelbar nach dem Titelgewinn. „Gefeiert wurde natürlich auch schon in unserer Stadt Isny. Und ehrlich gesagt waren gerade die spontanen Momente die schönsten. Zu sehen, wie sich die Spieler, ihre Familien, die Fans und die Menschen, Jugendspieler im Verein gemeinsam freuen, das sind Erinnerungen, die man sein Leben lang mitnimmt.“
Folgendes sagte Yilmaz zur Kaderplanung für die neue Saison: "Während der Saison haben wir unsere Energie komplett in das gemeinsame Ziel investiert. Wir haben viele junge Spieler, die sich hervorragend entwickelt haben. Dazu kommen talentierte Jungs aus der A-Jugend und manche Spieler der zweiten Mannschaft haben Potenzial für mehr. Die Zukunft gehört denen, die bereit sind, täglich an sich zu arbeiten und das Trikot mit Stolz zu tragen. Davon haben wir einige bei uns.“
Trotz aller Planungen möchte Yilmaz den Blick noch nicht auf die kommende Saison richten. „Im Moment nur eines: diesen Erfolg bewusst genießen. Im Fußball wird oft sofort nach dem nächsten Ziel gefragt. Das ist verständlich, aber manchmal sollte man auch kurz innehalten. Eine Meisterschaft ist nichts Selbstverständliches. Wir haben gemeinsam etwas erreicht, worauf viele Menschen im Verein lange hingearbeitet haben. Darauf dürfen wir stolz sein.“
Das Schlusswort von Trainer Lider Yilmaz
"Mein erster und größter Dank gilt den Spielern. Sie waren diejenigen, die Woche für Woche auf dem Platz standen, Verantwortung übernommen und den Verein vertreten haben. Genauso danke ich meinen Trainerkollegen, den Betreuern, dem Vorstand, den Helfern im Hintergrund, unseren Familien und natürlich unseren Fans, unserer AH-Mannschaft und unseren Jugendtrainern und Jugendspielern.
Eine Meisterschaft gewinnt man nicht allein. Sie entsteht, wenn viele Menschen bereit sind, gemeinsam für etwas zu arbeiten. Besonders gefreut hat mich, wie viele Menschen in Isny in den vergangenen Monaten mitgefiebert haben. Man hat gespürt, dass diese Meisterschaft nicht nur der Mannschaft, sondern dem gesamten Verein und vielen Menschen in der Stadt etwas bedeutet. Und genau deshalb ist dieser Titel für uns alle etwas Besonderes. Jeder soll diesen Moment genießen."