Volle Hütte beim historischen Kick: Der FC Ismaning empfängt am 26. August 2000 Champions-League-Sieger Borussia Dortmund in der 1. Runde des DFB-Pokals; 7500 Zuschauer sind dabei.
Volle Hütte beim historischen Kick: Der FC Ismaning empfängt am 26. August 2000 Champions-League-Sieger Borussia Dortmund in der 1. Runde des DFB-Pokals; 7500 Zuschauer sind dabei. – Foto: Förtsch/Archiv

FC Ismaning: Ein Schwergewicht wird 100

Bayernligist lädt mit einem Jahr Verspätung zur großen Geburtstagsparty

Die letzte Party auf dem Fußballrasen ist beim FC Ismaning sechs Jahre her (Landesliga-Meisterschaft 2016). An diesem Wochenende gibt es für den in der Region bekannten und immer besonders beachteten Club wieder etwas zu feiern.

Ismaning – Nur ohne Aufstieg und ohne Bierdusche. Mit einem Jahr Verspätung begeht der FC Ismaning das 100-jährige Vereinsbestehen.1921 wurde der Fußball Club Ismaning gegründet und dann dauerte es gut 70 Jahre, bis der lebendige und immer unterhaltsame Verein sportlich das große Feuerwerk zündete. Erste Schritt waren der Aufstieg in die A-Klasse 1957 sowie 1982 der erstmalige Sprung auf die Bezirksebene mit der Bezirksliga-Zugehörigkeit. Der lange unterklassig spielende Verein schickte sich an, ein Schwergewicht im Münchner Norden zu werden.

Kaum zu erkennen: Die Geburtsstätte des FC Ismaning.
Kaum zu erkennen: Die Geburtsstätte des FC Ismaning. – Foto: Repro: Bauer

1994 starteten die wohl besten sechs Jahre des Vereins. 1994 stieg der FCI in die Bezirksoberliga auf, 1996 in die Landesliga Süd und 2000 dann in die Bayernliga, die seinerzeit die vierthöchste Spielklasse in Deutschland war. Der FC Ismaning veredelte den Aufstieg mit dem bayerischen Pokalsieg, einem 4:2 gegen den TSV Rain. Unter der Trainerlegende Willi Bierofka erreichten die Ismaninger Kicker bayernweite Bekanntheit.

Dazu trug dann auch ein Glückslos bei. Als bayerischer Pokalsieger startete der FC Ismaning im DFB-Pokal und bekam Borussia Dortmund zugeteilt. Der Club aus dem Ruhrpott reiste als Sieger der Champions League 1997 an zu diesem historischen Kick am Samstag, 26. August 2000, um 15.30 Uhr. Borussia Dortmund gewann vor 7500 Zuschauern mit 4:0 und dem FCI blieb als Andenken die für das Spiel gebaute Gegengerade. Heute noch ist das die Tribüne der Sonnenanbeter im Stadion.

Platzeinweihung an der Lindenstraße: Das FCI-Team 1959.
Platzeinweihung an der Lindenstraße: Das FCI-Team 1959. – Foto: Repro: Bauer

Der FC Ismaning war der Heimatclub großer Persönlichkeiten. So genoss der legendäre Leitl-Clan den Ruf, eine Art Harlem Globetrotters im Punktspielbetrieb zu sein. Nur der fünfte und jüngste Bruder spielte nicht für den FC Ismaning: Stefan Leitl war zu gut und der heutige Bundesliga-Trainer (Hannover 96) wurde nach der Jugend beim FC Bayern Profi. 2000 stand der spätere Bundesliga-Trainer Manuel Baum im Tor des FCI. Dazu kamen Trainerikonen wie beispielsweise Willi Bierofka oder Anton Plattner.

Nach einigen Spitzenplätzen in der Bayernliga brachte Frank Schmöller den Club dann weiter nach oben. 2011 durfte der FC Ismaning als Bayernliga-Meister nicht aufsteigen, aber 2012 ging es für den Verein in die Regionalliga. Mit dem dann übernehmenden Trainer Roman Grill folgte ein Absturz um zwei Ligen, aber nach der Landesliga-Meisterschaft 2016 etablierte sich der emotional wieder zur Ruhe gekommene Verein in der Bayernliga, wo er eine feste Größe ist.

Der FCI, der zwischendurch auch immer mal ein bisschen FC Hollywood ist, hat ein kultiges Image. Für viele Vereine ist es besonders, gegen Ismaning zu spielen. Der FC Bayern kann bestätigen, dass man sich diese besondere Beachtung und Wertschätzung der Gegner über Jahrzehnte erarbeiten muss.

Nach 101 Jahren feiert der FC Ismaning als Kultclub, der sich in den vergangenen Jahren zusätzlich durch beeindruckende Jugendarbeit einen Namen gemacht hat. Immer wieder brachte der FCI Toptalente aus dem eigenen Nachwuchs heraus und hat aktuell ein Gebilde, das viele Nachbarn bewundern und zu gerne kopieren würden. Der aktuelle Ismaninger Weg macht Appetit auf die nächsten 100 Jahre. (Nico Bauer)

Aufrufe: 022.6.2022, 15:05 Uhr
Nico BauerAutor