Christoph König (re.) ist eine zentrale Figur beim FC Hohenthann.
Christoph König (re.) ist eine zentrale Figur beim FC Hohenthann. – Foto: Alfred Brumbauer

Der "Kine" von Hohenthann: Immer auf Achse

Helden der Kreisklasse: FuPa erzählt die Geschichte von Kickern, die Sonntag für Sonntag Fußball leben

Fußball ist ihr Leben! Die Helden der Kreisklasse sind selten im Fokus, aber ohne sie wäre der Sport mit dem runden Leder nur halb so liebenswert. Die dritte Halbzeit nach dem Spiel ist dabei mindestens so wichtig wie die 90 Minuten davor. In der heutigen Ausgabe beschäftigen wir uns mit Christoph König vom FC Hohenthann.

Man kann wahrlich nicht behaupten, Christoph König würde für sein geliebtes Hobby keinen Aufwand in Kauf nehmen. Der 28-Jährige arbeitet bei einer Firma im oberbayerischen Burghausen als Projektleiter im Bereich Fabrikplanung. "Ich habe eine Wohnung in Burghausen, fahre aber durchaus auch mal unter der Woche zum Training nach Hause." Rund 100 Kilometer sind`s von der Grenzstadt an der Salzach nach Hohenthann. Das ist für den Vielfahrer aber kein Problem. Stundenlang im Auto sitzen ist er gewohnt. "Ich komme beruflich sehr viel rum. Fast in ganz Deutschland bin ich unterwegs. Diese Woche zum Beispiel war ich in Kassel." Warum er auch noch in seiner Freizeit freiwillig auf der Straße zugegen ist? "Mei, dafür gefällt`s mir beim FC Hohenthann einfach zu gut. Ich bin loyal und heimatverbunden. Zudem haben wir eine coole Truppe beisammen, die Trainingsbeteiligung ist ebenfalls gut. Es macht halt Spaß", sagt er schmunzelnd.

Geschickt mit der Kugel: Christoph König (re.) weiß, wie er den Ball abschirmen muss.
Geschickt mit der Kugel: Christoph König (re.) weiß, wie er den Ball abschirmen muss. – Foto: Zettl


Im Jugendalter zog es ihn in die Ferne. Gut, soweit weg dann auch wieder nicht: "Im Stützpunkttraining wurde mir klar gemacht, ich müsse zu einem höherklassigen Verein wechseln, sonst war`s das für mich. Also bin ich in der C-Jugend zur Spiele nach Landshut gegangen. In der A-Jugend war ich in Ergoldsbach. Da hatten wir auch eine tolle Zeit in der Bezirksoberliga. Aber seit ich im Seniorenbereich bin, spiele ich wieder für Hohenthann." Und wie ist er so auf dem Spielfeld? "Ich würde mich als entspannten Kicker beschreiben. Ich bin schon ehrgeizig, aber nicht überdreht. Ich profitiere von meiner Schnelligkeit, gehe gerne mal ins Dribbling und lege dann für den Nebenmann auf. Ein echter Goalgetter bin ich wiederum nicht. Nicht einmal mehr die Elfmeter darf ich schießen", muss er lachen.


Spielertrainer seit 2018: Es könnte schlechter laufen...


Seit 2018 gibt die Nummer 10 nicht nur den torgefährlichen Außenstürmer, zusammen mit Thomas Ossner coacht er den Kreisklassisten auch. Kurz zuvor hatte er den Trainerschein, die C-Lizenz, gemacht. "Allerdings hatte ich nicht die Absicht, auf Sicht schon ein Traineramt zu übernehmen", lacht er. Es kam zügig anders. Wie ist es so für ihn, nicht nur Spieler, sondern plötzlich auch der zu sein, der den Ton angibt? "Am Anfang war das durchaus etwas komisch, weil einige natürlich auch älter waren als ich. Autorität musst du das schon ein Stück mitbringen. Wobei das ein schmaler Grat ist. Du musst die richtige Mischung finden. Ich bin jetzt nicht der wahnsinnig autoritäre Typ. Ich bin viel im Austausch mit den Jungs. Ist ja klar, dass sind ja auch irgendwo alle meine Kumpels. Von daher weiß ich auch, wer ab und zu einen Tritt in den Hintern braucht." Den Spagat zwischen Kumpel und Chef bekommt er offensichtlich gut hin. So verkehrt kann es nicht sein, was die Hohenthanner da so in den Übungseinheiten einstudieren, denn souverän führt der FC die Kreisklasse Mallersdorf an. Der Aufstieg scheint in greifbarer Nähe - wenn`s denn irgendwann doch noch weitergehen sollte.

Im Austausch mit dem Unparteiischen: "Ich würde mich als entspannten Kicker bezeichnen."
Im Austausch mit dem Unparteiischen: "Ich würde mich als entspannten Kicker bezeichnen." – Foto: Kirner


Wo Siege eingefahren werden, da gibt`s auch oft einen Grund zu feiern. Mittendrin. Christoph König. Als Spielertrainer ein wenig Distanz wahren? Nein, das würde ihm ohnehin keiner abnehmen. "In der Kabine ist immer gut was los. Nach dem Training sitzen wir auch schon mal bis Mitternacht ungeduscht herum und leeren den Kühlschrank", grinst er. Aber nicht nur auf dem Rasen kann er nicht genug vom runden Leder bekommen. "Ich spiele saugern in der Halle. Vor allem die Gauditurniere im Winter haben es mir angetan." Auf engem Raum zocken, ins Dribbling gehen, die Gegner vernaschen - das ist seine Welt.


Der "Kine": Nur die Mama nennt ihn Christoph.


Wäre noch die Sache mit dem Spitznamen zu klären. Wobei man nicht unbedingt viel Fantasie braucht, woher Christoph König den wohl haben könnte. Lachend erzählt er: "Mein Opa wurde schon "Kine" genannt, mein Papa ebenfalls, und ich eben auch. Manche kennen mich nur als "Kine" und sind dann überrascht, dass ich Christoph heiße. Gut, so nennt mich ja eigentlich auch nur meine Mama." Der "Kine" von Hohenthann - und jeder weiß, wer gemeint ist.

3092 Aufrufe20.3.2021, 05:00 Uhr
Mathias WillmerdingerAutor

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