– Foto: Heiko van der Velden

FC Hellas pflegt die Partnerschaft mit PAOK Saloniki

Der Krefelder Fußballverein verbindet eine enge Freundschaft mit dem griechischen Proficlub aus der Topliga seines Landes

Seit 1975, ein Jahr nach der Vereinsgründung, ist Alexandros Ouzounis Mitglied beim FC Hellas Krefeld, einem reinen Fußballverein. Die erste Mannschaft, die mittlerweile nicht mehr wie anfänglich nur aus griechischen Akteuren besteht, sondern bunt gemischt ist mit Spielern aller Herren Länder (Akteure aus zwölf Nationen) spielt in der zweiten Saison in der Kreisliga A.

Hier ist Integration nicht nur eine lockere Floskel, sondern wird lebendig gelebt; und das nicht nur auf dem Platz. Der 54-Jährige, von Beruf kaufmännischer Angestellter, ist seit 30 Jahren als Geschäftsführer tätig, das Gesicht des Clubs und seit vielen Saisons auch, weil die Ansprüche gestiegen sind, als Team-Manager in Amt und Würden. Der Vater dreier Töchter, in der Nähe von Thessaloniki geboren und doppelter Opa, ist außerdem im Kreisfußball-Ausschuss als Staffelleiter in den Kreisligen B und C tätig.

Vor gut vier Jahren begannen die Blau-Weißen mit dem Aufbau einer eigenen Nachwuchsabteilung. Und der damals ins Auge gefasste Plan realisiert sich immer mehr. Von den Bambinis hoch bis zu den B-Junioren nimmt Hellas mittlerweile am Meisterschaftsspielbetrieb teil. Nur der Aufbau eines A-Junioren-Teams stockt noch etwas. Aber auch hier gibt es mehr als nur hoffnungsvolle Ansätze.

Der großer Coup gelang Ouzounis und seinen Mitstreitern vor gut fünf Jahren. Da spielte der Nachwuchs von PAOK Saloniki - die Profis wurden in der vergangenen Spielzeit überraschend Meister und Pokalsieger in Griechenland vor vielen etablierten Athener Clubs - in Meerbusch-Strümp auf einem Nachwuchsturnier. Da wurden, weil das Turnier über mehrere Tage ging, Unterkünfte für den jüngsten Nachwuchs gesucht. Da war dann der FC Hellas zur Stelle und beherbergte die Jugendlichen aus Griechenland, einschließlich Fahrdienst, für diese Zeit. Dadurch entstand dann auch ein Kontakt zu Kyriakos Alexandridis, dem Leiter der Jugendakademie von PAOK. Er spielte zu seiner aktiven Zeit 239 Mal für Saloniki, war Spielführer und tauschte einst in einem Europapokalspiel den Wimpel mit dem Argentinier Diego Maradona (damals SSC Neapel). Und seit vier Jahren nehmen die Griechen mit ihrem U11-Nachwuchs am Sommerturnier der Krefelder teil. Bei seinen jährlichen Deutschlandvisiten - POAK hat noch etwa sechs weitere Kooperationspartner in Deutschland - schaute der 58-Jährige kürzlich bei Ouzounis und seinen Mitstreitern vorbei und brachte 50 Trikots, Hosen und Stutzen mit. Der große Wunsch vom Hellas-Macher in diesem Zusammenhang: einmal mit einem eigenen Nachwuchsteam in Griechenland spielen. Ein anderer ist ihm ja von der Krefelder Politik schon abgesegnet worden: die Edelstahl-Kampfbahn wird zwei Kunstrasenplätze bekommen (der Hauptplatz mit einer Tartanbahn) und noch einen weiteren kleinen Kunstrasenplatz, so eine Art Basketballfeld, für andere Aktivitäten. Außerdem sollen befestigte Parkplätze angelegt werden. Laut Ouzounis sind dafür 3,4 Millionen Euro veranschlagt. Und alle hoffen natürlich, dass die Umbauarbeiten schneller über die Bühne gehen, als die an der Grotenburg. Weil ferner 300 neue Wohnungen in Tackheide und Umgebung gebaut werden sollen, verspricht sich Ouzounis auf breiter Front weiteren Zulauf für seinen Verein.

Aufrufe: 028.2.2020, 13:00 Uhr
RP / Werner FuckAutor

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