Sagt servus: Stefan Kufner verlässt seinen Heimatverein FC Handlab-Iggensbach.
Sagt servus: Stefan Kufner verlässt seinen Heimatverein FC Handlab-Iggensbach. – Foto: Bernhard Enzesberger

Stefan Kufner und das Ende einer Herzensangelegenheit

»Konnten uns nicht einigen«: Iggensbacher Urgestein läuft ab sofort nicht mehr für seinen Heimatverein auf

Stefan Kufner (33) steht wie kaum ein Zweiter für den FC Handlab-Iggensbach - stand muss man seit dem gestrigen Sonntag sagen. Denn der Torhüter hat für Außenstehende völlig überraschend publik gemacht, dass er seinem Heimatverein den Rücken kehren wird. Warum?

"Ich haben mich mit den Vereinsverantwortlichen bezüglich der neuen Saison unterhalten. Leider sind wir nicht auf einen gemeinsamen Nenner bezüglich Kaderplanung und anderer Dinge, die ich aber nicht öffentlich machen möchte, gekommen. Deshalb sind wir dann zu der Entscheidung gelangt, dass sich unsere Wege trennen werden", bringt Kufner zunächst sachlich-nüchtern Licht ins Dunkel. Aber natürlich war es bei weitem nicht so emotionslos: "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mich das kalt lässt. Es ist viel Wehmut dabei. Der FCH is mein Heimatverein, eine Herzensangelegenheit." Mit dem Begriff Herzensangelegenheit sind viele Fußballer mitunter recht schnell bei der Hand, aber Kufner nimmt man das voll und ganz ab. Bisher hat er sich noch nie die Torwarthandschuhe für einen anderen Verein übergezogen. Das wird sich nun ändern. "Das kam jetzt für mich auch ein wenig überraschend. Aber mir war schon auch bewusst: Wenn ich den Trainerweg einschlage, wird der Tag kommen, an dem ich auch einmal woanders eine Herausforderung annehmen werde. Dass es nun so schnell geht, hätte ich aber nicht gedacht", betont der Keeper.


"Nur" Spieler: Das schließt Kufner für sich aus.


Wie es nun konkret mit ihm weitergeht, das kann er noch nicht sagen: "Zeitlich ist das jetzt eigentlich ein ganz schlechter Zeitpunkt, die meisten Vereine haben die Planungen schon abgeschlossen. Dennoch hoffe ich, in den nächsten Tagen ein paar Anrufe zu bekommen und dann höre ich mir das an. Verrückte Sachen werde ich aber sicher nicht machen, nur, damit ich was mache. Es muss schon passen." Wenn keine reizvolle Aufgabe dabei ist, schließt er auch eine Pause nicht aus: "Dann mache ich in der Zeit meinen Trainerschein." Die Option, weiterhin als Spieler für den frischgebackenen Kreisliga-Aufsteiger Iggensbach aufzulaufen, zieht er dabei nicht in Erwägung. "Ich bin dem Verein und meinen Mitspielern sehr dankbar für die tollen Jahre. Ich möchte aber den Weg als Trainer weitergehen", erklärt Kufner.


Fischl alleiniger Coach, Suche nach einem spielenden Co-Trainer läuft.


Auch dem ersten Vorstand Manfred Emberger fällt die Entscheidung, nach so vielen gemeinsamen Jahren die Zusammenarbeit zu beenden, nicht einfach: "Ich schätze Stefan privat und sportlich brutal, er hat in all der Zeit super Arbeit für den Verein geleistet. Am Ende des Tages muss ich aber als Vorstand für die Dinge im Verein geradestehen. Und wir können manche Sachen nicht um jeden Preis machen." Dennis Fischl (35) rückt damit zum alleinigen Cheftrainer auf. "Wir begeben uns aktuell auf die Suche nach einem spielenden Co-Trainer", verrät Emberger abschließend.

Aufrufe: 31.5.2021, 07:02 Uhr
Mathias WillmerdingerAutor

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