– Foto: Mathias Ostertag

"Der Zauber der Reserveliga"

Im dritten Teil unserer Serie zu den sieben Reserveligen Ostwürttembergs erklären Alexander Everhardt vom SV Bissingen, Marcel Zembrod von der SG Auernheim/Neresheim und die beiden Spielführer der Zweiten Mannschafte des FC Härtsfeld, Johannes Rampsberger und Philip Pfeiffer, was den "Zauber" dieser Ligen ausmacht und warum eigentlich jeder Verein eine Reserve bräuchte.

Im dritten Teil unserer Serie zu den sieben Reserveligen Ostwürttembergs erklären Alexander Everhardt vom SV Bissingen, Marcel Zembrod von der SG Auernheim/Neresheim und die beiden Spielführer der Zweiten Mannschafte des FC Härtsfeld, Johannes Rampsberger und Philip Pfeiffer, was den "Zauber" dieser Ligen ausmacht und warum eigentlich jeder Verein eine Reserve bräuchte.

Alexander Eberhardt, SV Bissingen: "Diese Mischung hat auf jeden Fall Potential, um in der Liga oben mitspielen zu können"
Beim SV Bissingen hat sich die Reserve ihren Stellenwert im Verein über die letzten Jahre hinweg selbst erarbeitet. Durch die hohe Beteiligung im Training und einer guten Mischung aus jungen Spielern und alten Hasen haben wir es geschafft einen soliden Kern innerhalb unserer zweiten Mannschaft zu bilden. Dieser Kern wird durch Spieler aus der ersten Mannschaft, die nach einer Verletzung an ihrem Comeback arbeiten oder Spielpraxis benötigen und der ein oder anderen Vereinslegende ergänzt. Diese Mischung hat auf jeden Fall Potential, um in der Liga oben mitspielen zu können, wir sollten es nur noch regelmäßiger auf den Platz bringen und uns öfter selbst belohnen. Die Chance, sich in einer Reserveliga messen zu können, ist sehr wichtig, um die Motivation aller Spieler unseres Kaders hochhalten zu können und sich regelmäßig mit anderen zu messen. Leider wird diese Regelmäßigkeit oft durch lange Pausen von bis zu vier Wochen unterbrochen und man kommt ein wenig aus der Routine. Ein Spielmodus ohne diese teilweise sehr langen Pausen wäre für uns alle sicherlich das Beste."

Hier geht es zur Reserveliga der Kreisliga A3.


Marcel Zembrod (Trainer der Reserve), SG Auernheim/Neresheim: "Nach 90 Minuten voller Krampf und Kampf gibt es natürlich das ein oder andere Kaltgetränk"

"Unsere Reserve zeichnet sich durch eine gute Gemeinschaft und eine tolle Stimmung aus. Hierbei macht es auch die Mischung aus jungen, hungrigen Spielern, denen, die lieber Reserve als Aktive kicken, altgedienten Vereinslegenden und unerwarteten Comebacks, bei denen sich selbst der treueste Fan die Augen reibt, aus. Nach 90 Minuten voller Krampf und Kampf gibt es natürlich das ein oder andere Kaltgetränk, da natürlich irgendeiner zufällig sein erstes Tor geschossen hat oder zum ersten Mal Kapitän war. Die Reserve bildet sozusagen mehr oder weniger die Basis des Vereins. Sei es als Brücke zwischen Aktive und AH, Grillen oder Getränke verkaufen während die Aktive spielt oder auch als solider Unterbau für die Aktive.
Natürlich ist der sportliche Wettkampf wichtig für die Motivation jedes Spielers. Sich mit anderen messen zu können, nach zwei gewonnenen Spielen in der heimischen Kneipe bereits von der Meisterschaft und dem damit verbundenen Malleurlaub träumen, gemeinsam auf dem Platz zu leiden, weil die Luft eigentlich schon nach fünf Minuten weg ist, sich gegenseitig den Krampf rausdrücken, "aus Versehen" zu spät kommen und den Gegner hüfthoch wegflexen, aber auch die gegenseitige Wertschätzung und das "im gleichen Boot sitzen" - das alles macht den Zauber der Reserveliga aus und daher ist es doppelt schade, dass wir diese Momente aktuell nicht erleben können."

Hier geht es zur Reserveliga der Kreisliga B5.


Johannes Rampsberger und Philip Pfeiffer (Spielführer der 2. Mannschaft), FC Härtsfeld: "Aus unserer Sicht ist eine Reserveliga zwingend notwendig"

Generell genießt die zweite Mannschaft, wie jede andere Mannschaft des FC Härtsfeld, einen hohen Stellenwert im Verein. So bietet sie den eigenständig ausgebildeten Jugendspielern den perfekten Einstieg in den aktiven Herrenbereich. Dadurch, dass wir im Training nicht zwischen erster und zweiter Mannschaft unterscheiden, können diese sich dabei auf hohem Niveau im Training weiterentwickeln und schrittweise an die erste Mannschaft herangeführt werden. Außerdem haben wir dadurch den Vorteil im Training eine hohe Trainingsbeteiligung zu gewährleisten, was dem Trainerteam mehr Variabilität in den Spielformen gibt. So ist es unter anderem immer möglich ein Abschlussspiel 11 gegen 11 zu gestalten.

Aus unserer Sicht ist eine Reserveliga zwingend notwendig, da ansonsten natürlich der Anreiz für eine aktive Teilnahme am Training etwas verloren geht. Somit hoffen wir, dass auch zukünftig die Möglichkeit weiterhin besteht und viele andere Mannschaften ein Reserveteam stellen. Zusätzlich hat die Reserveliga den Vorteil, dass sowohl bei Heim- als auch Auswärtsspielen die erste und zweite Mannschaft zeitversetzt am gleichen Ort spielen. Somit können Spieler in den beiden Mannschaften zum Einsatz kommen und sich gegenseitig unterstützen."

Hier geht es zur Reserveliga der Kreisliga A3.

Aufrufe: 026.2.2021, 12:00 Uhr
Michael FeindertAutor

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