FC Gütersloh: Die beste Bilanz aller Zeiten

Der Oberligaverein erwirtschafte 2019 einen Gewinn von 76.000 Euro. Geschäftsführender Vorstand wird einstimmig für drei weitere Jahre gewählt.

Keine Tore im Heidewald – und doch konnte der FC Gütersloh in seinem „Wohnzimmer“ kräftig punkten. Bei der Jahreshauptversammlung, die wegen der Corona-Situation auf den Rasen und die Tribüne des Stadions verlegt worden war, präsentierte der Fußballklub die beste wirtschaftliche Bilanz der neueren (und wohl auch der älteren) Vereinsgeschichte. Der Oberligist bilanzierte nicht nur seine Schuldenfreiheit, sondern legte für das Geschäftsjahr 2019 ein noch nie erreichtes Ergebnis vor: Bei Einnahmen von rund 674.000 Euro und Ausgaben von etwa 598.000 Euro steht unterm Strich einen Gewinn (vor Steuern) von 76.000 Euro.
Kein Wunder, dass die 82 anwesenden von insgesamt 641 Mitglieder den Bericht von Vorstandssprecher Hans-Hermann Kirschner mit einem Beifall quittierten, als hätte die 1. Mannschaft den Titel gewonnen. Kein Wunder auch, dass der aus Kirschner (63), Heiner Kollmeyer (64) und Helmut Delker (53) bestehende Geschäftsführende Vorstand mit einem einstimmigen Votum in eine zweite dreijährige Amtsperiode geschickt wurde. Auch für die acht Beisitzer (Hermann Korfmacher, Frank Neuhaus, David Schwesig, Oguz Kocak-Petruzzo, Detlef Forsch, Michael Swiers, Rob Reekers, Matthias Schlautmann) notierte Wahlleiter Frank Welsch eine hundertprozentige Zustimmung.

Mit Applaus verabschiedet wurden der bisherige Schriftführer Matthias Laumeier und Schatzmeister Achim Missing, die aus persönlichen Gründen nicht wieder kandidierten.
„Beim FC Gütersloh ist vieles in Bewegung. Wir sind ein richtig gut aufgestellter Oberligaverein“, sagte Kirschner. „Es macht Spaß, in diesem Team zu arbeiten. Wir sind von der Fast-Insolvenz zu einem Bauherren geworden“, fasste Kollmeyer die Entwicklung der letzten drei Jahre zusammen, und blickte dabei neben die Haupttribüne, wo das für rund 1,2 Millionen Euro gebaute Begegnungszentrum deutliche Konturen annimmt.
„Ich hoffe, dass wir die Versammlung im nächsten Jahr dort abhalten können“, sagte Neuhaus.



In seinem umfassenden Dank an viele Mitglieder stellte Hans-Hermann Kirschner aber auch heraus, wem der 2017 unmöglich scheinende Aufschwung wesentlich mit zu verdanken ist – dem als Hauptsponsor eingestiegenen Unternehmer Thomas Hagedorn. Dank seiner magnetischen Strahlkraft werde die Summe der Sponsorring-Einnahmen in diesem Jahr von 443.000 auf 550.000 Euro steigen. „Vielleicht schaffen wir sogar die 600.000“, so Kirschner.

Auch die Berichte der Abteilungsleiter waren von erfolgreichem Engagement geprägt. Oguz Kocak-Petruzzo skizzierte den Aufwärtstrend der mit drei Nationalspielern verstärkten Futsal-Cowboys. Michael Swiers konnte die aktuelle Zahl von acht und die Hoffnung auf zwölf Schiedsrichter vermelden. David Schwesig als neuer Jugendleiter berichtete von einem riesigen Andrang in den jüngeren Altersklassen F bis D, wo der FCG zehn Teams stellt. „Von C bis A haben wir aber noch Luft nach oben“, gestand der frühere Oberligaspieler; hier sind es nur vier Teams. Udo Rüter und Matthias Schlautmann zählten zahlreiche Aktivitäten der „3. ManSchafft“ auf.

Das Engagement beim FC Gütersloh blieb auch dem westfälischen Verband nicht verborgen. Der Kreisvorsitzende Reinhard Mainka zeichnete vier Mitglieder für „herausragende Verdienste“ aus. Neu-Gründungspräsident Frank Welsch erhielt die FLVW- Nadel in Gold. Neben Helmut Delker erhielten mit Dietmar Starke und Waldemar Kostrzewa zwei „Urgesteine“ die silberne Nadel.
Aufrufe: 21.8.2020, 06:30 Uhr
Wolfgang TemmeAutor

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