2026-02-20T12:29:42.904Z

Allgemeines

FC Gütersloh beantragt erstmals nach 27 Jahren eine Profiliga-Lizenz

Trotz gesunkener Aufstiegschancen rüsten sich die Ostwestfalen für die Zukunft

von red · Heute, 13:20 Uhr · 0 Leser
– Foto: Eibner Pressefoto/Kruczynski

In der Regionalliga West marschiert der SC Fortuna Köln vorne weg, da die Konkurrenz regelmäßig schwächelt. So auch der FC Gütersloh, der sich im dritten Jahr nach der Regionalliga-Rückkehr durchaus den weiteren Aufstieg in den bezahlten Fußball vorstellen könnte. Bei zwölf Punkten Rückstand sind die Chancen auf ein Minimum gesunken, doch die Verantwortlichen möchten für die Zukunft gerüstet sein, wenn vielleicht bald wieder jährlich der Lizenz-Antrag für eine Profi-Liga gestellt werden muss bzw. darf.

Rechtzeitig vor dem Stichtag 1. März hat der Verein seine Unterlagen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) eingereicht. Es ist das erste Mal seit 27 Jahren, dass sich der FCG für die Lizenz in einer Profi-Liga bewirbt.

„Der Lizenzantrag und die 3. Liga sind für uns eine große Herausforderung, der wir uns gerne stellen. Wir sind froh, dass wir es punktgenau geschafft haben und den Termin einhalten“, sagte Vorstandsmitglied Hans-Hermann Kirschner, der sich zusammen mit Vorstandsbeisitzer Michael Swiers und Teammanager Rene Harder federführend um die Lizenzierung kümmert.

„Uns ist bewusst, dass die Aufstiegschancen unserer Mannschaft zuletzt gesunken sind. Die Entscheidung, einen Lizenzantrag zu stellen, muss aber schon im Herbst getroffen werden und ist grundsätzlicher Natur, die nicht von zwei Niederlagen abhängt. Wir sammeln im Lizenzierungsverfahren wichtige Erfahrungen, die uns künftig helfen“, begründet Kirschner den Antrag.

Schon im Herbst müssen sich die Vereine stets gegenüber dem DFB äußern, ob ein grundsätzliches Interesse an einem Antrag besteht, bevor im neuen Jahr die heiße Phase beginnt. Bei den beiden DFB-Pokalteilnahmen 2023 (gegen Holstein Kiel) und 2025 (gegen Union Berlin) musste der FCG zum Teil ähnliche Anforderungen erfüllen. Diese haben auch beim aktuellen Drittliga-Antrag geholfen.

Die wichtigsten Lizenzbedingungen sind ein Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und das Ohlendorf Stadion im Heidewald als geplante Spielstätte. Für die wirtschaftliche Bilanz hat der FCG von der Steuerkanzlei Oliver Jabs eine Bilanz erstellen lassen, die von einem Wirtschaftsprüfer testiert wurde. Hier mussten viele bilanzielle Details angepasst werden. Bei einem Aufstieg in die 3. Liga kalkuliert der FC Gütersloh mit einem Etat von knapp fünf Millionen Euro.

In Sachen Stadion ist der FCG intensiv mit der Stadt Gütersloh im Gespräch. „Das Ohlendorf Stadion im Heidewald ist unser Zuhause und hier wollen wir auch in der 3. Liga spielen. Dafür ist viel zu erledigen, aber hier befinden wir uns in guten Gesprächen mit der Stadt“, berichtet Kirschner. Hier geht es unter anderem um zusätzliche Sitzplätze, die Flutlichtanlage und eine Rasenheizung. Welche Maßnahmen wann umgesetzt werden, wird im weiteren Lizenzierungsverfahren geklärt. Ziel des Vereins ist es, auch bei einem Nicht-Aufstieg das Stadion weiterzuentwickeln.