– Foto: Thies Meyer

Interview-Staffel: Lorenz Purbs

+++ Verbandsliga Marburg +++ Neue Gesprächsserie +++ Weiter geht es mit dem Schlussmann Lorenz Purbs vom VfB Marburg+++ Befragter nominiert nächsten Kandidaten +++

Was sich hinter der Serie namens „Interview-Staffel“? verbirgt, haben wir zu Beginn der Serie geklärt. Wir hatten bereits Stürmer, Mittelfeldspieler und auch Abwehrspieler in dieser Serie. Zum ersten Mal haben wir jetzt einen Torwart befragt. Wen der Verbandsligist Lorenz Purbs nominiert hat, lest ihr am Ende des Interviews. Achso, einzige Regel bei der „Übergabe“: Man darf nicht direkt zurück zum Vorgängerverein überleiten. So kommen hoffentlich alle mal dran.

Hallo Lorenz, hier deine Einstiegsfrage. Wie kam es dazu, dass du Torwart wurdest?


Ich war nicht von Anfang an Torhüter, erst seit der D-Jugend hüte ich das Gehäuse. Vorher war ich Stürmer, bin dann aber ins Tor gegangen, weil es mir einfach mehr Spaß gemacht hat. Manchmal ist es ja so, dass eine Mannschaft keinen Torhüter hat und dann einfach jemand ins Tor gestellt wird, aber das war bei uns nicht so. Bis zur E-Jugend hat mich mein Vater bei der JSG Mardorf begleitet, ehe ich für eine Saison lang beim TSV Kirchhain gespielt habe, wo ich dann auch gleich als Torwart zwischen den Pfosten stand. Nach dem Jahr bin ich dann zum VfB Marburg gewechselt, für den ich immer noch spiele und nach wie vor als Torhüter.


Handball-Torwart Andreas Wolff hat mal gesagt: „Torhüter sind verrückte Typen. Und ja, wir haben alle irgendwie einen an der Waffel (…).“ Stimmst du ihm zu?


Joa, dem kann ich auf jeden Fall zustimmen. Man muss schon etwas verrückt sein, um sich in jeden Ball reinzuschmeißen. Beim Handball ist das noch etwas anders, da macht sich der Torwart immer riesen groß und der kriegt ja in der Regel auch viel mehr Bälle ab. Im Fußball ist das nicht ganz so, aber im Training oder so kriegt man den Ball auch schon mal in die gefährliche Zone beim Mann. Und wenn ich dann meine Teamkollegen frage, was das soll, bekomme ich nur als Antwort: „Du bist doch selber schuld“.


Andreas Wolff hat fortgefahren und gesagt, dass er im Laufe der Jahre festgestellt hat, dass die Torhüter im normalen Leben eher sensibel sind. Was sagst du dazu, wie beschreibst du dich abseits des Platzes?


Abseits des Platzes bin ich eher der ruhigere, zurückhaltende Typ, aber Spaß kann man mit mir natürlich trotzdem haben. Also würde ich ihm auch in diesem Punkt zustimmen.


Kommen wir von deiner Persönlichkeit zu deinem Vorbild. Wer ist es und ist er vielleicht auch der beste Torhüter der Geschichte?

Als Vorbild habe ich eher zwei Sportler. Einmal Manuel Neuer (Torhüter beim FC Bayern München, d. Red.), der das Torwart-Spiel auf ein ganz neues Level gehoben hat und zum anderen Timo Horn, von meinem Lieblingsverein Köln (1. FC Köln, d. Red.), dem ich sehr nach eifre, weil er auch Linksfuß ist. Da ich noch nicht so alt bin und daher auch noch nicht so viele Torhüter miterlebt habe, nenne ich Manuel Neuer als besten Torhüter der Geschichte. Er war kurz verletzt, ist jetzt aber wieder top fit und in bestechender Form. Für mich ist er nach wie vor der beste Torhüter der Welt.


Wir kommen zur Frage deines Vorgängers. Roman (Woscidlo vom Konkurrenten SF/BG Marburg, d. Red.) möchte gerne wissen, ob die beiden Brüder, Christoph und Lorenz eines Tages noch mal für ihren Vater, Holger Purbs aktuell Trainer beim TSV Ernsthausen, ihre Schuhe schnüren werden.


Ja, das ist auf jeden Fall eine gute Frage. Es wäre ein sehr schönes Erlebnis mit meinem Bruder zusammen auf dem Platz zu stehen und mit meinem Papa an der Seitenlinie. Mit meinem Bruder habe ich noch nie zusammengespielt, da er 3,5 Jahre älter ist und es daher in der Jugend nie klappte. Die schönste Sache wäre es allerdings, wenn wir in Familie gegen die Woscidlo-Brüder spielen und als Sieger vom Platz treten.


Es ist ja fast schon zur Komik geworden, nach: Wenn du ein(e) Möbelstück, Obst, Gemüse wärest, was wärest du? zu fragen. Um dem treu zu bleiben: Wenn du ein Gegenstand wärest, welcher wäre das?


Dann wäre ich gerne meine Torwarthandschuhe. Sie sind ein wichtiger Bestandteil meines Lebens und wenn man vom Leben danach ausgehen würde, und ich als Gegenstand geboren werde, hätte ich auf jeden Fall einen guten Job (lacht).

Wir hatten vorhin ja schon Manuel Neuer, jetzt begegnet er uns beim Thema der Woche wieder: Seine Vertragsverlängerung beim FC Bayern München entwickelt sich gerade zur Hängepartie. Er möchte einen Vierjahresvertrag, der Verein nur einen über zwei Jahre. Was sagst du dazu, auch mit Hinblick zum Nübel-Transfer (wechselt nach der aktuellen Saison ablösefrei vom FC Schalke 04 zum Rekordmeister, d. Red.)?


Ähm, also ich kann da beide Seiten in diesem Vertragspoker verstehen. Den Wechsel von Nübel zum FCB kann ich allerdings nicht so verstehen beziehungsweise nachvollziehen. Wenn Neuer das Niveau hält und beim Rekordmeister gerne seine Karriere beenden möchte, würde ich ihm den Vierjahresvertrag geben. Zumal er für den FC Bayern München viel geleistet hat. Wenn er auf dem Niveau bleibt, ist er, wie schon gesagt, für mich der beste Torwart der Welt, an dem erst einmal keiner vorbeikommt.


Vielen Dank für deine Meinung. Kommen wir zum Abschluss-Ritual. Wen nominierst du, den wir deiner Meinung nach mit Fragen durchlöchern sollten?


Ich nominiere einen meiner besten Kumpels, den Felix Hartmann-Pfeffer vom Verbandsligisten SV Bauerbach, mit dem ich die Jugend beim VfB Marburg verbracht habe.

Aufrufe: 02.4.2020, 12:31 Uhr
Louis LambertAutor

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