Stark im Sprung und beim Laufen: TSV-Verteidiger Christopher Beekmann (li., hier gegen Forstinning II).
Stark im Sprung und beim Laufen: TSV-Verteidiger Christopher Beekmann (li., hier gegen Forstinning II). – Foto: Riedel

TSV Ebersberg: Lauf-Challenge in der Fußballpause - demnächst karitativ?

Christopher Beekmann überzeugte mi 273 Kilometern in 14 Tagen

Der TSV Ebersberg hielt seine Fußballer mit einer Lauf-Challenge am Ball. Christopher Beekmann lief mit 273 Kilometern am meisten - und lief somit täglich einen Halbmarathon.

Ebersberg – Während der inzwischen fast sechsmonatigen Trainings-, und Wettkampf-Warteschleife sind sogenannte Lauf-Challenges für viele Trainer das Mittel der ersten Wahl geworden. Als Alternative zum gemeinsam-einsamen Schwitzen und Stabilisieren vor der Webcam im eigenen Wohnzimmer, schicken sie ihre Schützlinge dabei sportartenübergreifend in Eigenverantwortung auf eine selbst gewählte Laufstrecke, erfassen via Smartphones die entsprechenden Metadaten in einer App und sorgen mithilfe von teaminternen Ranglisten (idealerweise) für anhaltende Bewegungsmotivation.

Im Landkreis Ebersberg haben beispielsweise Fußballer des TSV Egmating oder von Falke Markt Schwaben ihre Trainingskilometer mithilfe von Sponsoren zu Spendenaktionen ausgeweitet (wir berichteten). Auch die Fußballherren des TSV Ebersberg unterzogen ihre Laufschuhe nun zwei Wochen lang einem Materialtest.

TSV Ebersberg: Motivation durch kleine Preise

Insgesamt 52 Teilnehmer losten die Trainer des Bezirksligisten aus der Kreisstadt, Timi Tepedelen und Manuel Markio, in Zwei-Mann-Teams zu. Grobe Zielvorgabe: 25 Kilometer pro Woche und Person, insgesamt 2 600 Kilometer. Im Unterschied zu ihren Kollegen aus Egmating oder Markt Schwaben jagten die Eber allerdings einer persönlichen Beute, in Form von Einkaufsgutscheinen bei einem Sportfachhändler, einem Kasten Bier sowie einem Teamevent am Saisonende bei gemeinschaftlich erreichter Mindestmarke hinterher.

„Wir haben diese Lauf-Challenge spontan von einem auf den anderen Tag gestartet, um den Spielern gezielt für zwei Wochen einen kleinen Reiz zur Bewegung, mit einem kleinen Druck, zu geben“, erklärt Ebersbergs neuer Cheftrainer Tepedelen. Die Einkaufsgutscheine für die besten zwei Teams im Gesamtwert von 300 Euro, der Kasten Bier für die Drittplatzierten seien „ein Zuckerl vom Verein“ gewesen

Christan Beekmann lief 273 Kilometern in 14 Tagen

Nach einer gemächlichen Anlaufphase sah das TSV-Trainerteam die Kilometerleistungen „auf einmal hochschnellen“. Die Strecken, die Abwehrspieler Christopher Beekmann binnen weniger Tage in seine Schuhsohlen gestanzt hatte, zwangen App-Betreuer Manuel Markio bereits nach einer Woche zum Einschreiten. „Das war unfassbar! Dem mussten wir seinen Partner wegnehmen, weil die anderen Teams sonst gar keine Chance gehabt hätten“, staunte Tepedelen über Beekmanns Gesamtleistung von 273 Kilometern bei Challenge-Ende, die einem Tagesschnitt von 19,5 Kilometern entsprechen und trotz einwöchigem Sololauf für den zweiten Rang in der Gesamtwertung reichten. Ergo ein täglicher Halbmarathon über 14 Tage hinweg.

Die 95 Kilometer von Torwart Michael Pohn zählte Tepedelen ebenso zu den positiven Überraschungen wie die starken Leistungen der A-Jugendspieler, die zwei Top-Zehn-Läufer und in David Volkmann mit Partner Maximilian Lüngen sogar den Gesamtsieger stellten (300 km). Stefan Niedermaier und Mario Prüflinger belegten den Bronzerang (226 km).

Schlusslichter erhalten „Strafe“

Für eine bestmögliche Platzierung wurden am Stichtag nur Minuten vor Mitternacht noch die letzten Meter gemeldet. „Ich war selbst noch um 21 Uhr mit meinem 6:50-Minuten-Schnitt unterwegs“, lachte Timi Tepedelen, der im Trainer-Team mit Manuel Markio sogar Platz sieben belegte (170 km). Die beiden individuellen Schlusslichter Franz Albrecht und Seppi Forstmaier dürfen „zur Bestrafung“ die Erstauflage der Altpapiersammlung durch die Fußballabteilung im Kostüm von TSV-Maskottchen „Ebi“ absolvieren.

Letztlich war Eber-Coach Timi Tepedelen aber mit den gemeinschaftlich 3800 erlaufenen Kilometern überwiegend zufrieden: „Ein paar Enttäuschungen – auch aus Reihen der Ersten – waren schon dabei, aber das wissen die entsprechenden Jungs auch. Ich hätte schon Bock, nochmal so eine Lauf-Challenge in Gruppen – und dann auch vielleicht für einen wohltätigen Zweck zu machen.“

(Julian Betzl)

274 Aufrufe10.4.2021, 08:35 Uhr
Ebersberger Zeitung / Julian BetzlAutor

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