– Foto: Andreas Feldl

Die Zauber-Saison des FC Ergolding

2011 wurden die Rot-Weißen mit großem Vorsprung Oberliga-Champion +++ Was ist aus den damaligen Aufstiegshelden geworden?

Die Spielzeit 2010/2011 war DIE Saison des FC Ergolding. Das Team von Ex-Profi Tudor Chioar wurde mit acht Punkten Vorsprung auf dem Rangzweiten 1. FC Passau Meister der Bezirksoberliga Niederbayern und schaffte somit den Sprung in die "alte" Landesliga. Wir haben nachgeforscht, was aus den damaligen Aufstiegshelden der Landshuter Vorstädter geworden ist?

Tudor Chioar war viele Jahre der Erfolgstrainer des FC Ergolding
Tudor Chioar war viele Jahre der Erfolgstrainer des FC Ergolding – Foto: Charly Becherer

Der Trainer:

Mit Ex-Profi Tudor Chioar stand eine spätere Vereinslegende auf der Kommandobrücke des FCE. Der Rumäne stand ganze sieben Jahre als Taktgeber bei den FC'lern an der Seitenlinie, führte die Landshuter Vorstädter in die Landesliga und etabliere sie dort. 2015 zog es Chioar zur SpVgg Landshut, bei der er die U19 coachte und mit dieser auf Anhieb den Aufstieg in die Bayernliga packte. Nach dem er mit den Spiele-Youngsters zweimal den Klassenerhalt schaffte, zog sich der 49-Jährige als Übungsleiter zurück und fungiert am Hammerbach mittlerweile als U19-Koordinator.

Grund zum Jubeln hatten die Kicker des FC Ergolding in der Saison 2010/2011 häufig
Grund zum Jubeln hatten die Kicker des FC Ergolding in der Saison 2010/2011 häufig – Foto: Andreas Feldl

Im Tor:

Bis zum Winter der Meistersaison hütete Klassekeeper Tobias Haupt den Kasten BOL-Meisters, welcher jedoch dann zum damaligen Bayernligsten TSV Buchbach wechselte ging, sich dort jedoch keinen Stammplatz erkämpfen konnte. Drei Jahre später sprang Haupt nochmals kurzzeitig beim FC Ergolding ein. Der jetzige Professor für Sportmanagement beendete seine aktive Karriere in der Saison 13/14 und ist derzeit als Leiter der DFB-Akademie tätig. Der blutjunge Florian Neuhofer stand dann im Frühjahr zwischen den Pfosten und hielt dem FC Ergolding bis 2014 die Treue. Den Keeper zog es dann nach Norddeutschland, wo er heute noch im Raum Lüneburg aktiv ist.

Filigraner Defensivkünstler: Gino Cozzolino
Filigraner Defensivkünstler: Gino Cozzolino – Foto: Andreas Feldl


Die Abwehrreihe:

In der breit aufgestellte Hintermannschaft des Champion kamen Matthias Radius, Patrick Scheibenzuber, Gino Cozzolino, Sebastian Wegmann, Fabian Füßl, Michael Oberpriller und Robert Tafelmayer regelmäßig zum Einsatz.

Lediglich zwei Vereine schmücken die Statistik von Matthias Radius, der nach dem Aufstieg noch zwei weitere Spielzeiten für die FCler auflief. Dann zog sich der zuverlässige Verteidiger jedoch einen Kreuzbandriss zu und kam nicht mehr richtig auf die Beine. 2017 schloss er sich sich dann dem TSV Rapid Vilsheim an, bei dem er auch jetzt noch aktiv ist.

Scheibenzuber zog es nach drei weiteren Landesligaspielzeiten zum damaligen Landesliga-Aufsteiger TSV Langquaid, wo er den Einstieg ins Spielertrainer-Geschäft wagte. Nach Zwischenstationen bei der SpVgg Landshut, dem TSV Ergoldsbach und TSV Marklkofen kehrte der Blondschopf im Winter 2017 wieder nach Ergolding zurück und beendete dort auch 2019 seine Karriere. Wegmann, Cozzolino und Füßl verbrachten ihre aktive Karriere fast ausschließlich beim beim FCE. Füßl wechselte zwischenzeitlich zum SC Landshut-Berg, bei dem er 2016 als Spielertrainer fungierte und mittlerweile sportlichen Leiter ist.
Wegmann und Cozzolino beendeten ihre Karrieren beim FCE. Michael Oberpiller wechselte nach seiner Ergoldinger Zeit zum SV Oberglaim und anschließend für eine Saison zum ASV Antdorf. Aktuell spielt Oberpiller beim oberbayerischen Bezirksligisten 1. FC Penzberg. Robert Tafelmayer verließ den Klub im Sommer 2012 und heuerte beim Lokalrivalen ETSV 09 Landshut an, den er bis 2016 die Treue hielt. Anschließend wechselte der Abwehrmann zum Kreisklassisten SV Altfraunhofen, bei dem er sogar in seiner letzten Saison (2018/2018) als Spielertrainer fungierte.


Das Mittelfeld:

Das offensivstarke Mittelfeld um Michael Schöttl, Florian Hirnich und Jürgen Brunner wurde noch mit den beiden Youngstern Armin Schnur und Christian Spengler ergänzt. Nur bis zur Winterpause der Meister-Spielzeit stand Andreas Kasten, der zuvor beim SSV Jahn Regensburg und 1. FC Bad Kötzting höherklassig unterwegs war, im FCE-Aufgebot. Der Blondschopf wechselt dann zum FC Dingolfing, ehe er ein Jahr später zu den Landshuter Vorstädtern zurückkehrte. Bis 2015 hielt der ehemalige Nachwuchsspieler des FC Bayern den Rot-Weißen die Treue, ehe er für eine Saison zum SV Mengkofen wechselte und dann Spielertrainer-Engagements beim TSV Apsis Taufkirchen und Fortuna Dingolfing folgten.

Mit neun Treffern hatte Schöttl einen großen Anteil am Aufstieg, mittlerweile kickte der Rechtsfuß für den SV Kumhausen in der Kreisklasse Landshut. Spielgestalter Hirnich war in der Aufstiegssaison ebenfalls mit einem Torriecher ausgestattet und erzielte acht Treffer und leistete zudem eine Reihe von Assists. Der Edeltechniker heuerte aber in der folgenden Spielzeit beim ETSV Landshut an, bei dem er zwei Spielzeiten inklusive den Aufstieg in die Landesliga verbrachte. Für seine letzten zwei Fußballjahre zog es Hirnich dann wieder nach Ergolding, 2015 beendete der Edeltechniker seine Karriere.

"Urgestein" Brunner spielte noch zwei Jahre aktiv beim FC, half dann nur mehr in der zweiten Mannschaft aus und hing 2015 seine Schuhe an den berühmten Nagel. Armin Schnur und Christian Spengler waren in der Meistersaison die jungen Wilden der FCler und spielten auch in der ersten Landesligasaison noch gemeinsam im rot-weißen Dress. Spengler zog es dann zum FC Dingolfing, anschließend zur SpVgg Niederaichbach und von dort aus sogar zum Bayernligisten SpVgg Hankofen-Hailing. Seit Sommer 2018 steht der Standardspezialist nun wieder in Diensten des Bezirksligisten Niederaichbach. Schnur verließ Ergolding zwischenzeitlich Richtung SpVgg Landshut, kehrte dann wieder zum FCE zurück und sprang auch in der "Corona"-Saison noch einmal für einen Kurzeinsatz in die Bresche.

Michael Heckner erzielte in der FCE-Aufstiegssaison 15 Treffer
Michael Heckner erzielte in der FCE-Aufstiegssaison 15 Treffer – Foto: Andreas Feldl

Die Sturmreihe:

Keinerlei Sorgen mussten sich der BOL-Meister um die notwendigen Tore machen. Das Trio Michael Heckner (15 Tore), Christoph Konietzny (14 Tore) und Daniel Treimer (7 Tore), hatte mit 36 Treffern maßgeblichen Anteil am Aufstieg.

Top-Torschütze Heckner verbrachte seine ganze Karriere beim FCE und stiegt bereits im ersten Landesligajahr als Co-Spielertrainer in das Trainergeschäft ein. Bis 2016 war Heckner vorrangig für die erste Mannschaft als Trainer und Co-Trainer zuständig, widmete sich dann aber der Jugend und coacht seit drei Jahren recht erfolgreich die U19, die im Vorjahr den Aufstieg in die Landesliga realisieren konnte.

Ebenfalls eine feste Ergoldinger Größe ist Christoph Konietzny, der seit mehr als einem Jahrzehnt ein Torgarant der Rot-Weißen ist. Auf stolze108 Punktspieltore hat es Konietzny bisher gebracht und mit 15 Buden war er in der Landesliga-Premierensaison auch bester Torschütze seiner Farben. Daniel "Timex" Treimer trug bis Sommer 2017 das FCE-Trikot und wechselt dann als Spielertrainer zu seinem Heimatverein Rapid Vilsheim. In der kommenden Saison wird der Offensiv-Allrounder Co-Spielertrainer beim abstiegsgefährdeten Bezirksligisten SV Neufraunhofen.

Aufrufe: 025.3.2021, 09:00 Uhr
Marco Baumgartner / Thomas SeidlAutor

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