– Foto: © FC Einheit Rudolstadt

Saison 20/21 ist nach Pokalaus beendet

Der Oberligist vom FC Einheit Rudolstadt kann endgültig einen Schlussstrich unter das Rumpfspieljahr 2021/22 ziehen.

Mit der Niederlage im Achtelfinale des Landespokals beim ambitionierten Landesklassisten SG DJK SG Struth, der Pläne für die Oberliga hat, kann das Team um Chefcoach Holger Jähnisch ab jetzt für die 19. Oberligasaison planen.

BERICHT von Hartmut Gerlach // FC Einheit Rudolstadt

Struth/Diedorf
3:2
Rudolstadt
Natürlich hat das Ausscheiden aus dem Wettbewerb, der beim Weiterkommen am Mittwoch sicher eine große Kulisse im lange vermissten Derby in Saalfeld gehabt hätte, aber vor allem die Art und Weise, wie es zustande kam, einen bitteren Beigeschmack. Denn da waren ein Eigentor, ein Ausgleich in der 3. Nachspielminute und ein verschossener Strafstoß – aber die Niederlage hat sich der Oberligist selbst zuzuschreiben. Das sieht auch Holger Jähnisch so: „Leider mussten wir erfahren, dass wir heute das Spiel verloren haben, weil der Kontrahent uns, was sonst eigentlich unsere Stärke ist, mit viel Engagement und verrückter Emotionalität, wozu durchaus auch viele Nicklichkeiten und Fouls gehörten, letzten Endes in die Knie gezwungen hat. Man muss das anerkennen, auch wenn es fußballerisch noch Reserven gab. Damit ist es auch verdient, wenn man in einem richtigen Pokalspiel mit seinen Mitteln gewinnt.“

Damit rennt der FC-Trainer bei seinem Gegenüber, dem scheidenden Struth-Übungsleiter Andreas Seipel, offene Türen ein: „Mich hat begeistert, dass wir nach den ganzen Rückschlägen immer wieder zurückgekommen sind und das Spiel am Ende nicht einmal unverdient gewonnen haben. Wir haben einfach die größere Leidenschaft gezeigt und ich denke auch, dass uns Rudolstadt vielleicht ein bisschen unterschätzt hat.“

Die erste Chance hatten die Hausherren, die durch Norman Wohlfeld schon nach zwei Minuten nach einer Unachtsamkeit in der Hintermannschaft zum Kopfball kamen (2.). In der Folge mühte sich der Gast, den Spielfaden zu finden, was ihm nach der langen Pause nur selten gelang. Zwei Gelegenheiten durch Luiz Schack (21., 32.) und Schüsse von Neuzugang Matthias Kühne und Markus Baumann (34.) waren die einzigen gefährlichen Momente der höherklassigen Vertretung vor der Pause. Auch Struth hielt sich mit Chancen zurück, einzig Jonas Fischer prüfte Einheit-Schlussmann Max Bresemann mit einem tückischen Aufsetzer (33.).

So ging es torlos in die Pause, aus der die Grün-Gelben besser kamen. Nach einer guten Stunde dann das 1:0 für die Einheit. Der eingewechselte Florian Giebel passte von rechts nach innen. Hier scheiterte Marco Riemer zwar an Torhüter Michael Jakobi, aber Sven Rupprecht, ebenfalls kurz zuvor in die Partie gekommen, versenkte den Nachschuss unhaltbar (61.). Doch die Freude über den schwer erkämpften Vorsprung dauerte nicht lange. Mateusz Szymanski misslang ein Abwehrversuch. Er köpfte das Leder relativ unbedrängt in die eigenen Maschen (67.). Rudolstadt war nicht geschockt und zog erneut in Front, als Rupprecht eines seiner unwiderstehlichen Dribblings erfolgreich abschloss (72.). Der Landesklassevertreter gab sich nicht auf, wobei Riemer nach 86 Minuten alles klar machen konnte. Aber sein Direktschuss aus 16 Metern verfehlte das gegnerische Gehäuse. In der 3. Nachspielminute gelang es dem Gast nicht, entscheidend zu klären. Philipp Apel hielt aus 18 Metern einfach drauf, traf ins Eck (90.+3) und sicherte seinen Teamgefährten weitere 30 Minuten.

Dieser unverhoffte, späte Ausgleich beflügelte die Platzelf, die sechs Minuten nach Wiederbeginn einen Angriff über rechts, bei dem die Deckung gar nicht präsent war, durch Wohlfeld aus Nahdistanz abschloss. Die große Chance zum 3:3 bot sich Benjamin Bahner wenig später (98.), aber er scheiterte mit einem Strafstoß an M. Jakobi. Der musste nach einer Verletzung, die er sich im Duell mit Riemer – er musste fortan einen Turban tragen – vom Platz und wurde durch Wohlfeld ersetzt. Aber der Ex-Jenaer wurde nur einmal ernsthaft gefordert, als er einen Schuss von Georg Kaiser parierte (120.+3). In den Schlussminuten warfen die Rudolstädter alles nach vorn und so wäre der allein auf das Bresemann-Gehäuse zustürmende Alexander Käppler fast das 3:1 gelungen.

Aber auch so blieb es beim unerwarteten Erfolg der SG Struth, die diesen natürlich feierten. Viel Zeit dazu haben sie allerdings nicht, denn schon am Mittwochabend wartet mit dem FC Saalfeld, die den SC 03 Weimar, immerhin Thüringenligist, regelrecht vom Platz gefegt hat.. schon der nächste Pokalgegner. Dem Sieger winkt immerhin das Halbfinale.
Noch auf dem Platz wertete Jähnisch die Partie aus und sprach davon, dass die Niederlage heilsam sein könne, wenn man die richtigen Lehren ziehen würde.

Die Meinung der Trainer nach dem Achtelfinale in Struth:

Andreas Seibel (SG DJK SG Struth): “Wir hatten uns ja aufgrund der Tatsache, dass alle eine lange Pause hat, etwas ausgerechnet. Zumal wir individuell und im Cybertraining durchaus einiges gemacht hatten. Aber wir wussten natürlich, dass auf uns heute ein sehr robuster Gegner wartete. Mich hat begeistert, dass wir nach den ganzen Rückschlägen immer wieder zurückgekommen sind und das Spiel am Ende nicht einmal unverdient gewonnen haben. Wir haben einfach die größere Leidenschaft gezeigt und ich denke auch, dass uns Rudolstadt vielleicht ein bisschen unterschätzt hat. Es war ganz toll und ich kann meiner Mannschaft gegenüber nur hohen Respekt zollen. Ich werde in der kommenden Saison die U10 und die U15 trainieren und als Sportlicher Leiter fungieren.“

Holger Jähnisch (FC Einheit Rudolstadt): „Wir sind bei guten äußeren Bedingungen auf einen sehr engagierten Gegner mit gewissen Ambitionen getroffen. Leider mussten wir erfahren, dass wir heute das Spiel verloren haben, weil der Kontrahent uns, was sonst eigentlich unsere Stärke ist, mit viel Engagement und verrückten Emotionalität, wozu durchaus auch viele Nicklichkeiten und Fouls gehörten, letzten Endes in die Knie gezwungen hat. Man muss das anerkennen, auch wenn es fußballerisch noch Reserven gab. Damit ist es auch verdient, wenn man in einem richtigen Pokalspiel mit seinen Mitteln gewinnt. Wir haben es bei den Toren gezeigt, mit welchen fußballerischen Möglichkeiten Chancen herausgespielt werden können. Dabei haben wir unsere Stärke, das Flügelspiel, zu spät entdeckt.

Wenn man in Führung liegt und die letzten Minuten nicht besser zu Ende spielst, brauchst du dich nicht zu wundern. Sicher war es ein Verzweiflungsschuss, aber wir haben in den letzten Minuten zu viele Standards zugelassen. Aber heute kam viel zusammen. Dass der Gegner zum Ende zu noch einmal ein Schippe drauf legen kann, weil er die Sensation wittert, ist völlig normal.

Wir müssen die richtigen Lehren aus dem Spiel ziehen und das verbessern, was es zu verbessern gilt. Das habe ich der Mannschaft auch gleich nach Spielschluss gesagt. Denn da ist alles noch frisch und tut vielleicht noch weh, obwohl ich kein Freund davon bin.“

Aufrufe: 021.6.2021, 11:00 Uhr
FC Einheit RudolstadtAutor

Verlinkte Inhalte