Duellieren sich auch in der kommenden Saison in der Landesliga: Der FC Ehekirchen (links Lucas Labus) und der VfR Neuburg (Fabian Scharbatke).
Duellieren sich auch in der kommenden Saison in der Landesliga: Der FC Ehekirchen (links Lucas Labus) und der VfR Neuburg (Fabian Scharbatke). – Foto: Daniel Worsch

„Wir werden uns nicht beschweren“

Alexander Egen ist froh, dass die Saison wohl abgebrochen wird und für den VfR Neuburg Planungssicherheit besteht +++ Warum er Auf- und Absteiger für sinnvoll hält und was Ehekirchens Abteilungsleiter Markus Bissinger zur Situation sagt

Der Vorstand des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) hält es aufgrund der staatlichen Verfügungslage für nicht mehr möglich, die aktuell unterbrochene Spielzeit 2019/21 ordnungsgemäß zu Ende zu führen. Auch wenn ein endgültiger Beschluss zum Abbruch aus formalen Gründen noch nicht aktuell getroffen werden soll, wirft die Neuburger Rundschau einen Blick auf die aktuellen Tabellen, die wohl den Endstand bedeuten werden. Zunächst ist die Landesliga Südwest an der Reihe, in der mit dem VfR Neuburg und dem FC Ehekirchen zwei Vereine aus der Region vertreten sind.

Der BFV hatte bereits im August 2020 mit der Installation des §93 in der Spielordnung eine Regelung geschaffen, dass im Falle eines Saisonabbruchs die Anwendung der Quotienten-Regelung mit Auf- und Absteigern unter Wegfall der Relegation greift.

Damit ist auch die Aufstiegshoffnung des VfR Neuburg dahin, der den zweiten Rang und damit den Relegationsplatz belegte und nach Anwendung der Quotienten-Regel sogar knapp hinter den 1. FC Sonthofen auf den dritten Rang zurückfällt. Trainer Alexander Egen ist dennoch zufrieden: „Ich war schon immer für einen Abbruch, weil das Planungssicherheit für die kommende Spielzeit bedeutet. Egal, ob diese nun in zwei, drei oder vier Monaten beginnt.“

Dass es Auf- und Absteiger und keine Relegation geben wird, hält er für richtig. „Die gespielte Leistung ist vorhanden. Wir hatten in 27 Spielen die Möglichkeit, mehr Punkte zu holen, was wir aus verschiedenen Gründen nicht geschafft haben. Daher steht der FC Gundelfingen zu Recht ganz oben und hat den Aufstieg verdient.“

Dass es Ärger – gerade am Ende der Tabelle – geben kann, ist Egen bewusst: „Man wird es nie richtig machen können, es wird immer Härtefälle geben.“ Letztlich aber hätten Mannschaften, die einen Abstiegsplatz belegen, ebenfalls die Möglichkeit gehabt, mehr Punkte zu holen. Egen: „Wir befinden uns in einer nie dagewesenen Situation. Wir könnten auch aufschreien, um noch aufsteigen zu können. Aber das werden wir nicht tun. Ich finde es nicht gut, sich über alles zu beschweren.“

Fairer wäre aus seiner Sicht nur eine komplette Annullierung der Saison gewesen. „Wenn die Spielzeit gewertet wird und danach schaut es ja aus, sollte es Auf- und Absteiger geben. Nur Aufsteiger halte ich für Quatsch“, so Egen.

Die Planungen für die kommende Saison in der Landesliga laufen bei den Lilaweißen unterdessen auf Hochtouren. Fest steht bereits: Vom FC Ehekirchen wechseln Maximilian Jahner und Julian Mayr nach Neuburg. Darüber hinaus sicherte sich der VfR noch die Dienste von Offensiv-Allrounder Michael Belousow (FC Pipinsried), Abwehr-Spezialist Maximilian Edenhofer (U19 TSV Rain) und Angreifer Semih Coklar (U19 SG Quelle Fürth). Gänzlich abgeschlossen sind die Planungen des VfR damit noch nicht.

Entspannt ist die Lage beim FC Ehekirchen, der als Aufsteiger eine starke Saison spielte und dem Klassenerhalt sportlich bereits nahe war. Bei einem Saisonabbruch würde der FCE die Spielzeit als Zehnter abschließen. „Wir haben eine super Saison gespielt und können sehr zufrieden sein“, sagt Abteilungsleiter Markus Bissinger. Bei der Frage nach Auf- und Absteigern hat er eine klare Meinung: „Die Saison dauerte knapp zwei Jahre, eine Vielzahl der Spiele ist absolviert. Es wäre nicht gerecht, Mannschaften nicht aufsteigen zu lassen.“ Auch Absteiger seien notwendig. „Für was hat man sich ansonsten angestrengt und sportlich die notwendigen Punkte eingefahren.“ Entscheidend sei, so Bissinger, „wie die Ligen in der kommenden Saison aussehen sollen. Es spielen bereits 18 Mannschaften in der Landesliga. Und es wäre einfach zu viel, 40 Spiele absolvieren zu müssen.“

Natürlich rede es sich leicht, „wenn man selbst nicht von einem möglichen Abstieg betroffen ist“, gibt Bissinger zu. Aus der Landesliga absteigen müssten nach Anwendung der Quotienten-Regel der TSV Jetzendorf und die SpVgg Kaufbeuren.

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Neuburger Rundschau / Benjamin SigmundAutor

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