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FC Eddersheim im Höhenflug: Wie realistisch ist die Regionalliga?

Angesichts von Platz zwei und acht Punkten Vorsprung auf Rang drei wagen wir den Blick in die Glaskugel +++ Ist die Regionalliga beim FCE schon ein Thema und was muss der Verein im Falle eines Aufstiegs beachten?

von Lauris Ommert · 22.10.2025, 09:00 Uhr · 0 Leser
Demyan Imek (links) und Ibo Yilmaz (rechts) sind Teil der bislang starken Saison des FC Eddersheim.
Demyan Imek (links) und Ibo Yilmaz (rechts) sind Teil der bislang starken Saison des FC Eddersheim. – Foto: Marcel Lorenz - Archiv

Hattersheim. Mit zehn Siegen aus 13 Spielen und punktgleich (32) mit Tabellenführer Eintracht Frankfurt II steht der FC Eddersheim derzeit auf Platz zwei der Hessenliga – und das mit einem komfortablen Acht-Punkte-Polster auf Rang drei. Spätestens nach dem jüngsten 3:1-Erfolg gegen den SV Hummetroth ist klar: Die Mannschaft von Trainer Carsten Weber spielt eine überragende Saison. Doch was wäre, wenn der FCE diesen Lauf beibehält und am Ende tatsächlich den Sprung in die Regionalliga Südwest schafft?

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„Das Thema kommt zwangsläufig, wenn du so gut dastehst“, sagt Eddersheims Sportlicher Leiter Erich Rodler. „Es ist noch so früh in der Saison. Wir schauen erstmal, wie wir im Winter stehen – dann kommt das Thema sowieso auf.“ Noch will sich der Verein mit einem möglichen Aufstieg nicht zu sehr beschäftigen. „Wir machen uns über die Regionalliga keine Gedanken. Wir haben das Prozedere vor drei Jahren schon mal durchgemacht, als wir auf Platz drei standen. Deswegen lassen wir es auf uns zukommen.“

Regionalliga-Regularien: FCE wäre heute schon besser aufgestellt

Tatsächlich hat sich der FC Eddersheim in den vergangenen Jahren infrastrukturell weiterentwickelt. „Wir sind mittlerweile auch weiter als noch vor drei Jahren“, betont Rodler. Das betrifft vor allem die Anforderungen, die für eine Regionalliga-Zulassung erfüllt sein müssen. Das neue Flutlicht mit über 400 Lux, rund 200 Sitzplätze, ein Gästebereich mit separatem Eingang sowie ein VIP-Raum – vieles davon entspricht bereits den Regularien der Regionalliga Südwest. „Wir würden das sicherlich angehen und hätten die Genehmigung damals schon bekommen, denke ich, und wären dieses Jahr schon weiter“, so Rodler.

Offen sind hingegen noch Themen wie eine mögliche Bürgschaft oder eine Ausweichspielstätte für Hochrisikospiele. „Wir sind ambitioniert. Wenn wir das sportlich schaffen, würden wir dann schon versuchen, die Voraussetzungen zu erfüllen. Deshalb war uns auch klar, dass, wenn wir ein neues Flutlicht kriegen, es dann auch für die Regionalliga ausreichen soll“, erklärt Rodler. Ob man den Schritt am Ende tatsächlich geht, sei aber „noch dahingestellt“. Eine solche Entscheidung würde auch im Verein - besonders mit den Mitgliedern und ehrenamtlichen Helfern - breit abgestimmt werden – „das ist ja auch ein erheblicher Aufwand“.

Weber ein "Glücksfall"

Bei allem Blick nach vorne will Rodler den Moment genießen. „Das ist so eine tolle Saison, und wir spielen einen tollen Fußball“, sagt er. Ein großer Anteil am Erfolg gebührt Trainer Carsten Weber, der im Sommer in seine dritte Saison beim FCE gegangen ist. Zehn Siege, zwei Unentschieden und nur eine Niederlage stehen bislang zu Buche. Rodler lobt: „Er ist ein Glücksfall für uns. Für ihn ist es aber auch ein Glücksfall, dass er bei uns ist. Für beide Seiten ist es eine erfolgreiche Zusammenarbeit.“

Auch abseits des Rasens steht der Verein auf soliden Füßen. Seit einem Jahr hat der FCE das Unternehmen Poly Clip als Hauptsponsor an seiner Seite. Eine Hand voll aus dem Vereinsumfeld sollen bei dem Familienunternehmen aus Hattersheim, das Clipverschlüsse für die Lebensmittelbranche herstellt, bereits einen Arbeitsplatz gefunden haben, berichtet Rodler.

Rodler hat beim Thema Icon League eine klare Haltung

Ein kleiner Nebenschauplatz sorgte zuletzt für Gesprächsstoff: Die beiden FCE-Spieler Dominik Wüst und Halil „Ibo“ Yilmaz sind Teil der Icon League – der von Streamer Elias Nerlich und Fußball-Legende Toni Kroos gegründeten Kleinfeldliga – und laufen dort für das Team „Buzz Club“ auf. Da der Eröffnungsspieltag jedoch auf einen Sonntag fiel, fehlten beide beim 2:2 gegen den 1. Hanauer FC 93 vor drei Wochen. Trainer Carsten Weber sprach anschließend von einem „Geben und Nehmen“. Für Rodler ist die Haltung eindeutig: „Problem ist, wenn die Spiele am Wochenende sind. Wir erwarten schon, dass die Spieler am Wochenende für den FC Eddersheim spielen und nicht für die Icon League.“ Das Fehlen an einem Sonntag wie gegen Hanau sei aus seiner Sicht allerdings „eine absolute Ausnahme“. Da die Spieltage der Icon League normalerweise montags stattfinden, sei das für den Verein kein Problem. Am kommenden Wochenende besteht ohnehin keine Überschneidung – der FCE ist spielfrei, während in der Icon League erneut gespielt wird.