Mitreißende Strafraumszenen wie auf diesem Bild von einem früheren Aufeinandertreffen (Weiden-Ost in schwarz, Tremmersdorf in blau) werden sicher auch am Sonntag zu sehen sein, wenn die Nummer 2 auf die Nummer 1 der Liga prallt.
Mitreißende Strafraumszenen wie auf diesem Bild von einem früheren Aufeinandertreffen (Weiden-Ost in schwarz, Tremmersdorf in blau) werden sicher auch am Sonntag zu sehen sein, wenn die Nummer 2 auf die Nummer 1 der Liga prallt. – Foto: Norbert Meyer

Primus Ostler reisen zum Topduell nach Tremmersdorf

Der FC Weiden-Ost kreuzt mit seinem derzeitigen "Vize" die Klingen - mehr Spitzenspiel geht nicht +++ Vier Nachholpartien stehen in der Kreisliga Nord auf dem Programm

Bevor die Kreisliga Nord am Wochenende 26./27. März offiziell mit dem 18. Spieltag die Punktspiele fortsetzt, hat der Spielplaner für den kommenden Sonntag noch vier Nachholbegegnungen angesetzt, um die Tabelle endgültig zu begradigen. Dabei steht eine Partie im Fokus, nämlich die des FC Tremmersdorf (2./32) gegen den Spitzenreiter FC Weiden-Ost (1./33), ein echter "Knaller" also. Nachdem es für beide Mannschaften der erste Auftritt nach langer Winterpause ist, kann über die aktuelle Form keine seriöse Aussage getroffen werden. So kann man auch keinem der beiden Kontrahenten die Bürde des Favoriten zuschustern. Der Ausgang ist also offen, ein Spiel auf Augenhöhe darf erwartet werden, spannend wird es allemal.

In den drei restlichen Partien stehen vor allem die Heimmannschaften - alle in den Abstiegskampf verwickelt - unter dem Druck des Gewinnenmüssens. Insbesondere der SV Plößberg (13./14) muss nach Fehlstart in der Heimpartie gegen den FC Vorbach (6./24) unbedingt den vollen Ertrag einfahren, sonst droht langfristig der Verbleib in der Abstiegszone. Der erstmals ins Geschehen 2022 eingreifende TSV Erbendorf (10./19) will mit einem Dreier gegen den FC Dießfurt (8./22) mit diesem nach Punkten gleichziehen und den Keil zu den Abstiegsplätzen dicker werden lassen. Schließlich will der am Rande des "Abgrunds" positionierte ASV Haidenaab (11./17) auf eigenem Terrain gegen den TuS Schnaittenbach (4./31) unbedingt sein fünftes Erfolgserlebnis in dieser Spielzeit, um den Anschluß an Tabellenmittelfeld herzustellen.

SV Plößberg
1:3
FC Vorbach

Fehlstart für den SVP, das erste der beiden richtungsweisenden Matches um lebenswichtiges Punktegut verlor die Dal-Elf am vergangenen Wochenende unglücklich mit 0:1 gegen den FC Dießfurt. Dabei wurden die Anlaufschwierigkeiten nach der Winterpause vor allem in Halbzeit 1 doch deutlich. Nach dem Rückstand Mitte des zweiten Abschnitts erhöhte der Gastgeber gegen einen nachlassenden Gegner sein Engagement, letztlich fehlte aber die Durchschlagskraft, um zumindest noch einen Zähler behalten zu können. Nun ist der Druck vor dem Heimspiel gegen den starken Aufsteiger natürlich noch größer, denn der Plan war ja, nach den beiden Nachholspielen die Abstiegsränge verlassen zu haben. "Leider haben wir aktuell einige kranke und angeschlagene Spieler", berichtet Coach Mo Dal. Ohne eine gewaltige Leistungssteigerung wird man den Vorbachern nur schwer beikommen können, die will er mit seiner Truppe abrufen: "Mit einer konzentrierten und geschlossenen Mannschaftsleistung wollen wir die Punkte in Plößberg behalten", sagt der SVP-Chefanweiser und drückt Entschlossenheit aus, den Bock umzustoßen.

Auf eine kurze, jedoch knackige und intensive Vorbereitung mit vier Trainingseinheiten pro Woche schaut man beim FCV zurück. Insgesamt fünf Testspiele standen dazu auf dem Plan, dabei wurde die Kaufmann-Crew in den Partien gegen die beiden höherklassigen Bezirksliga-Vertreter aus Grafenwöhr und Luhe-Wildenau auch schon spieltechnisch ordentlich gefordert. Höhepunkt der schweißtreibenden Zeit war ein zweitägiges Trainingslager mit drei Einheiten binnen neunzehn Stunden in Fürth, darunter ein Spiel gegen den mittelfränkischen Kreisligisten ASV Fürth. „Insgesamt war ich mit der Vorbereitung durchaus zufrieden, auch wenn pandemiebedingt, aus beruflichen und anderen Gründen immer wieder das Personal durcheinandergewirbelt wurde. Umso glücklicher bin ich, dass die Spieler muskulär ohne größere Probleme durch die Vorbereitung kamen“, sagt Spielertrainer Michael Kaufmann. Nun freuen sich er und seine Jungs auf jeden Fall darauf, dass es endlich wieder um Punkte geht. Den sonntäglichen Gastgeber hat er gegen Dießfurt persönlich beobachtet und weiß deshalb, wo seine Jungs den Hebel ansetzen müssen. "Sicher weiß man vor dem ersten Spiel nach der Winterpause immer nicht so richtig, wo man steht. Ich bin jedoch sehr zuversichtlich, dass wir unser Niveau von vor der Winterpause gehalten haben, wenn wir nicht sogar einen Tick stärker sind. Die Zielsetzung ist klar: Wir fahren ins Stiftland, um drei Punkte mitzunehmen und damit einen wichtigen und großen Schritt in Richtung Klassenerhalt zu tun", so der Optimismus verbreitende Trainer des Aufsteigers. Dabei hofft er, dass während der Woche "kadertechnisch" keine negativen Überraschungen mehr auf ihn zukommen.

Erbendorf
2:2
FC Dießfurt

Für Roland Lang war die Vorbereitung mit seiner Truppe insgesamt in Ordnung. „Probleme entstanden, wie vermutlich bei jedem Verein, weil immer wieder auf in Quarantäne befindliche Spieler, auf Verletzte und anderweitig Erkrankte verzichtet werden musste. So konnte man oftmals nur eingeschränkt trainieren beziehungsweise spielen. Die Ergebnisse waren ordentlich, die gezeigten Leistungen meist brauchbar. Das letzte Wochenende mit dem abschließenden Spiel gegen Hahnbach war gut“, so der Coach der Steinwaldelf. Am kommenden Sonntag greift der TSV nun in den Punktspielbetrieb ein, steht doch die Nachholbegegnung gegen Dießfurt auf dem Programm. „Das wird sicher eine harte Nuss und ein Kampfspiel“, vermutet Lang, der hofft, dass nicht wieder ein Spieler positiv getestet wird und dann ausfällt, obwohl er vielleicht gar nicht krank ist. Sicher fehlen wird zum Auftakt im Kreinzl-Stadion auf jeden Fall noch Sebastian Klamt, der sich in der Halle verletzt hat. „Erfreulich ist, dass zuletzt sich in Quarantäne befindliche Spieler wieder zum Kader stoßen. Auf jeden Fall wollen wir gleich im ersten Spiel nach der Pause Gas geben und etwas Zählbares holen, am besten in unserer Situation natürlich einen Dreier“, gibt sich der Erbendorfer Übungsleiter optimistisch.

Wolfgang Stier blickt zufrieden zurück auf das gewonnene Auswärtsspiel in Plößberg, bei dem er in einem von beiden Seiten trotz vieler geführter Zweikämpfe fairen Spiel vor allem die Entschlossenheit seiner Truppe hervorheben möchte. Einzig das Durchsetzungsvermögen bei Ballgewinn und die Verwertung der wenigen guten Chancen bemängelt er. Nach dem Führungstreffer hätten seine Mannen dann den Faden verloren und verpassten eine Reihe von Möglichkeiten, um einen Konter zu setzen. Unter dem Strich blieben die drei Punkte, extrem wichtig für´s Punktekonto und das Selbstbewusstsein. „Unser zweites Auswärtsspiel in Folge wird nun keinen Deut leichter werden. Mit den Erbendorfern haben wir eine sehr kompakte Mannschaft mit starker Offensive vor der Brust. Wir werden nun versuchen, an die Leistung von Plößberg anzuknüpfen, müssen aber, um etwas Zählbares mitzunehmen, spielerisch noch eine Schiffe drauflegen“, so der FC-Trainer, der Stand heute auf seinen kompletten Kader zurückgreifen kann. „Eine Punkteteilung in Erbendorf wäre okay“, antwortet er auf die Frage, was er den Seinen als Ziel vorgibt.

Tremmersdorf
0:1
Weiden-Ost

FCT-Spielertrainer Norbert Ferstl berichtet von einer sehr gut verlaufenden Vorbereitung. Dabei konnten auch einige der Langzeitverletzten wieder an ans Spielgeschehen herangeführt werden. „Durch individuelle Laufpläne wurden die im Winter üblichen Platzprobleme gut kompensiert. In fünfeinhalb Wochen harter Arbeit auf dem Platz und höherklassige Testgegner wurden wir sehr gut gefordert. Die Ergebnisse dabei waren da eher zweitrangig, die Leistungen sind stets ansprechend gewesen“, erzählt der Coach des Tabellenzweiten. Erster Gegner wieder unter Wettkampfbedingungen ist nun gleich der Tabellenführer aus dem Weidener Osten. „Eine große Herausforderung ohne Zweifel, zudem ist die eigene Leistungsfähigkeit im ersten Spiel nach dem Winter immer schwer einzuschätzen, da man nicht so genau weiß, wie man rauskommt. Wir gehen in die Partie auf jeden Fall ohne den großen Druck. Ich habe vor der Saison schon gesagt, dass Weiden-Ost für mich der klare Favorit ist für den Aufstieg. Die Ostler versuchen doch schon mehrere Jahre, in die Bezirksliga hochzuklettern und formulieren den Aufstieg auch immer wieder als Saisonziel, mal öffentlich, mal intern. Deswegen sind die Rollen klar verteilt. Nichtsdestotrotz haben wir einen Kader mit Qualität, mit dem wir jeden zuhause schlagen können. Ich sage, dass der am Schluss als Sieger vom Platz geht, der den Dreier mehr will“, so Ferstl vor dem Spitzenspiel am kommenden Sonntag im Klosterdorf.

Sein Gegenüber Florian Schrepel bewertet den Verlauf der Vorbereitung dagegen als sehr durchwachsen. "Coronafälle, Verletzte, schlechte Witterung, keine optimalen Voraussetzungen, aber wir haben das Beste daraus gemacht", sagt der Spielertrainer der Ostler. Nun, von der "Pole-Position" aus startet der FC in die Restrückrunde, eine Platzierung, die nicht unbedingt zu erwarten war. „Wenn man die Umstände betrachtet, mit denen wir zu kämpfen hatten – Urlauber, verletzte Spieler, kleiner Kader, Abgänge von Stammspielern -, können wir mit der Vorrunde sehr zufrieden sein“, blickt der Coach auf die Spiele bis zur Winterpause zurück. „Wir haben vor der Saison nach dem Umbruch im Kader das Ziel ausgegeben, eine sorgenfreie Saison zu spielen, einen Umbruch einzuleiten und eventuell im oberen Drittel mitzuspielen“, sagt der Trainer. Auf die Frage, ob der Aufstieg das erste Ziel ist, bleibt Schrepel vorsichtig: „Aktuell sind wir zwar auf Platz 1 und wir wollen am Ende natürlich auch die bestmögliche Platzierung erreichen. Wie es dann ausgeht, muss man abwarten." Nun freuen sich Schrepel und seine Mannen auf das Spitzenspiel am Sonntag in Tremmersdorf. "Wir treffen auf eine der stärksten Mannschaften mit der stärksten Offensive. Da brauchen wir schon einen Sahnetag, um bestehen zu können. Wenn wir aber ein großes Maß an Teamgeist und Leidenschaft auf dem Platz zeigen, können wir etwas Zählbares mitnehmen. Schon ein Punkt wäre für uns ein Erfolg", so der ehemalige Regionalligaspieler.

Haidenaab
4:3
Schnaittenb.

Auf eine bislang unbefriedigend verlaufende Spielzeit blickt man beim ASV zurück. Am 12. September hat die Schinner-Elf zuletzt gewonnen, danach war sicher eine lange Verletztenliste mit verantwortlich dafür, dass bei den Oberfranken sportlich eine Talfahrt eingesetzt hat. Zum Auftakt ins neue Jahr stehen nun gleich zwei Spiele gegen Spitzenmannschaften auf dem Plan, da wird die aktuelle Form gleich auf eine harte Probe gestellt. Gegen den Aufsteiger soll nun gleich ein Erfolgserlebnis her, wohlwissend, dass dieser nach hohem Sieg in Neustadt mit breiter Brust anreisen wird, hat er doch seine zuvor zu Tage tretende Auswärtsschwäche endlich stoppen können.

Einen perfekten Start ins neue Jahr lieferte das Team des Trainerduos Egeter/Kohl beim Wiederholungsspiel in Neustadt, wo man mit einer bärenstarken Leistung in der ersten Spielhälfte die Grundlage für den zweiten Auswärtssieg der Saison schuf. Im Bewußtsein, nun endlich auch in der Fremde seine Qualitäten auf den Platz gebracht zu haben, reist der TuS-Troß in den Landkreis Bayreuth und will dort das nächste "Kellerkind" in die Knie zwingen.

Aufrufe: 017.3.2022, 10:00 Uhr
Werner SchaupertAutor