Franz Perneker, Manager des Bayernligisten FC Deisenhofen, befürchtet, dass die Pandemie noch nicht beendet ist.
Franz Perneker, Manager des Bayernligisten FC Deisenhofen, befürchtet, dass die Pandemie noch nicht beendet ist. – Foto: Hettich

Perneker fehlt für Entscheidung der Vereine jegliches Verständnis

Manager des FC Deisenhofen kritisiert Abstimmung über Spielmodell

FC Deisenhofen: Manager Franz Perneker fehlt für Entscheidung der Vereine jegliches Verständnis.

Landkreis – Der Bayerische Fußballverband (BFV) hat die Vereine wieder einmal in einer wichtigen Angelegenheit abstimmen lassen: Bayernligisten und Landesligisten wurden befragt, ob sie die anstehende Saison lieber nach dem herkömmlichen System mit Hin- und Rückrunde spielen wollen oder nach einem alternativen Spielklassenmodell mit einer zweigeteilten Vorrunde und anschließender Final- und Abstiegsqualifikationsrunde. Bei diesem Modus würde man einige Spieltage sparen und flexibler auf eventuelle Coronaausfälle reagieren können.

Das Votum fiel unterschiedlich aus: Die Bayernligen Süd (mit dem FC Deisenhofen und dem SV Pullach) und Nord sowie die Landesligisten Südost (mit dem TSV Grünwald und dem TSV Brunnthal), Südwest und Mitte sprachen sich mehrheitlich für die Beibehaltung des klassischen Systems aus, die Landesliga-Staffeln Nordost und Nordwest hingegen für die neue Variante. Der BFV lässt das Spieljahr nun jeweils den Abstimmungsergebnissen entsprechend ausgetragen.

Perneker: „Mir fallen keine schlüssigen Argumente für das normale Modell ein.“

Franz Perneker, Manager des FC Deisenhofen, reagierte verständnislos auf das mit 13 Befürwortern des gewohnten Modells (bei fünf für das Splitten und einer Enthaltung) recht eindeutige Votum in seiner 19 Teams umfassenden Staffel: „,Auch wenn die Zahlen gerade super sind: Man darf doch nicht davon ausgehen, dass die Pandemie von einem Tag auf den anderen weg ist und dass man 36 Spieltage durchziehen kann.“ Die Belastung wäre enorm hoch, findet er: „Wir haben schon fünf Wochenspieltage von 24. Juli bis September. Ich glaube nicht an einen Abbruch, aber es wird immer mal in einem Landkreis nicht gespielt werden können und dann kommen Nachholspiele unter der Woche dazu. Dann hast du mehr Wochenspieltage als ein Bundesligaprofi, der nicht Nationalmannschaft oder Europacup spielt, teilweise mit weiten Fahrten. Und das alles bei Spielern, die nicht im Urlaub waren.“ Pernekers Fazit: „Mir fallen keine schlüssigen Argumente für das normale Modell ein.“

Die sieht Jochen Joppa doch: „Unsere größte Sorge ist, dass es ein halbes Jahr dauert, bis man den Zuschauern erklärt hat, wie es abläuft. Außerdem spielt man dann gegen manche Gegner dreimal“, so der Sprecher des TSV Grünwald, in dessen Landesligagruppe die Entscheidung mit 10:8 knapp für das klassische System ausfiel. „Sicher würde man sich einige Busreisen sparen können, aber man sollte den Fußball so einfach lassen, wie er ist. Deshalb wollen wir beim alten System bleiben. Wenn es wegen Corona dann knapp wird, ist es eben so.“

um

Aufrufe: 011.6.2021, 17:23 Uhr
Münchner Merkur (Süd) /Autor

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