
Nach sieben sieglosen Spielen gewinnt der FC Deisenhofen endlich wieder. Yasin Yilmaz verabschiedet sich mit einem verdienten Heimsieg.
Andreas Pummer war sichtlich froh, dass seine Mannschaft die sich aus seiner Sicht schon viel zu lange hinziehende Serie ad acta legte. „Endlich wieder gewonnen“, atmete der Trainer des FC Deisenhofen nach dem 4:1 (1:1)-Heimsieg gegen das längst abgestiegene Bayernliga-Schlusslicht Türkgücü München auf. Auf einen dreifachen Punktgewinn hatten die Blauhemden seit dem Derbyerfolg gegen den FC Ismaning am 21. März warten müssen.
Und auch wenn der FCD bei den seither sieben sieglosen Spielen nur zweimal verlor, dürfte diese Phase für Pummer zumindest sehr gewöhnungsbedürftig gewesen sein, denn so etwas hatte er zuvor in seiner mittlerweile vierjährigen Amtszeit in Deisenhofen noch nicht erlebt. Bisheriger Negativrekord waren fünf Partien (zwei Remis und drei Niederlagen) im Sommer 2023.
Wichtig war der Sieg auch, weil es das letzte Heimspiel von Yasin Yilmaz für den FC Deisenhofen war. Der 37-jährige Ausnahmefußballer und mehrjährige Weggefährte von Pummer beendet nach der Saison seine Karriere und da sollte die Stimmung für die anschließende Mannschaftsfeier nicht durch einen weiteren Punktverlust getrübt werden. Entsprechend forsch starteten die Deisenhofner
Eine schöne Kombination vollendete Nikolaos Gkasimpagiazov mit einem souveränen Abschluss am langen Pfosten (4.). Yilmaz, Florian Schmid oder Noah Semmler hätten nachlegen können, doch zur Pause stand es stattdessen 1:1 (32.). Nach einem verlorenen Zweikampf konnte die FCD-Abwehr erst noch klären, doch den Abpraller jagte Burhan Bahadir für die nach zuletzt drei Partien ohne Niederlage selbstbewusst auftretenden Gäste unter die Latte (32.).
Klar, dass sich Pummer über die Fahrlässigkeit des ersten Durchgangs ein wenig ärgerte: „Wir gehen super in Führung, haben viele Chancen aufs zweite und dritte Tor, machen uns das Leben aber selbst schwer, lassen den Gegner am Leben und kriegen prompt vor der Halbzeit noch das 1:1.“
Doch für das, was nach dem Wechsel folgte, sprach der Coach seinem Team ein dickes Lob aus: „Wir haben die richtige Reaktion gezeigt.“ Pummers Wunsch eines Yilmaz-Treffers ging allerdings nicht in Erfüllung: „Er hatte die eine oder andere Chance, hätte ein, zwei Tore machen können. Leider hat er sich nicht belohnt.“ Trotzdem fiel bald das 2:1: Schmid köpfte eine Flanke von Georg Jungkunz ein (53.). Danach stachen zwei Joker: Tobias Seidl traf nach einem abgewehrten Schuss per Direktabnahme (73.), Luke Gandl scheiterte erst am Torwart, nickte aber im Nachsetzen ein (79.). Die sofortige Präsenz der frischen Kräfte freute Pummer: „Wir haben die richtigen Wechsel vorgenommen.“
Ebenfalls positiv war die Rückkehr von Leon Müller-Wiesen nach langer Verletzungspause. „Ein gelungenes Comeback, so lange die Kräfte gereicht haben“, so der Trainer. Nach 67 Minuten gingen Müller-Wiesen, eigentlich etatmäßiger Kapitän, und Yilmaz, der die Binde bei seinem letzten Heimauftritt tragen durfte, gemeinsam vom Platz. Und nach 90 Minuten durfte Pummer zufrieden feststellen: „Jetzt können wir schön feiern.“ (um)
FC Deisenhofen – Türkgücü München 4:1 (1:1) FC Deisenhofen: Dresen – Jungkunz, Edenhofer, Freitag, Jung, Semmler (82. Weber), Groß (79. Vollmer), Müller-Wiesen (67. Seidl), Gkasimpagiazov (82. Krettek), Yilmaz (67. Gandl), Schmid. Tore: 1:0 Gkasimpagiazov (4.), 1:1 Bahadir (32.), 2:1 Schmid (53.), 3:1 Seidl (73.), 4:1 Gandl (79.)