– Foto: Thies Meyer

Männerturner schütteln Negativtrend ab

GL GI/MR: +++ MTV 1846 Gießen stürzt Ligaprimus / Wettenberg erkämpft sich Remis bei Aufsteiger Emsdorf / KOA in Eschenburg chancenlos +++

GIESSEN . Nach einer Negativserie in den letzten Wochen ist dem MTV 1846 Gießen in der Gruppenliga Gießen/Marburg ein Befreiungsschlag gelungen. Beim Tabellenzweiten VfB Wetter siegten die Männerturner am Sonntagnachmittag mit 3:2 und feierten damit den vierten Saisonsieg. Nach zuletzt zwei Erfolgen in Serie gab es für die SG Kesselbach/Odenhausen/Allertshausen diesmal nichts Zählbares. Bei Aufsteiger SG Eschenburg setzte es eine 0:2-Niederlage. Von einem weiteren Aufsteiger, nämlich dem SV Emsdorf, entführte die FSG Wettenberg beim 1:1 zumindest einen Zähler und konnte ihre Niederlagenserie damit beenden.

SG Eschenburg – SG Kesselbach/Odenhausen/Allertshausen 2:0 (1:0): „Über die erste Halbzeit hüllen wir besser den Mantel des Schweigens. Das war alles andere als Werbung für den Amateurfußball. In der zweiten Halbzeit war es dann doch wesentlich ansehnlicher. Wir haben uns einige Chancen erarbeitet und in der Unterzahl später fast gar nichts zugelassen. Daher geht der Sieg auch in Ordnung“, freute sich Eschenburgs Co-Trainer Sebastian Dietrich über den vierten Saisonsieg im achten Spiel. Interimstrainer Dennis Frank musste dagegen nach zwei Siegen zuletzt mit seinem Team seine erste Niederlage hinnehmen.

Eine einzige Torchance – ein Freistoß des Kesselbacher Apostolou, der haarscharf über den Querbalken strich – war die einzige Gelegenheit, die der SGE-Sprecher nach Durchgang eins auf seinem Zettel notiert hatte. Vor allem Eschenburg fiel in der Offensive viel zu wenig ein, um die kompakt stehende KOA zu gefährden.

Letztlich spielentscheidend war bereits die erste Minute nach dem Wechsel. In dieser landete ein Distanzschuss von Enes Güven an der Latte. Tim Klingelhöfer leitete den Abpraller zu Janek Sternagel, der aus kurzer Distanz einschoss. Obwohl sich Benjamin Arnold nach 58 Minuten Gelb-Rot abholte, blieb die Opitz-Elf gefährlicher und hätte bei einem ersten Konter schon erhöhen können, doch Marian Orzechowski (71.) scheiterte freistehend an KOA-Keeper Wissig. Besser machte es vier Minuten später bei einem schnellen Gegenzug Valentin Scheld, der vor dem Tor die Ruhe behielt und zum 2:0 einschoss. Die erste gute Chance der zweiten Halbzeit hatte das Team aus dem Lumdatal erst nach 84 Minuten durch Soufiane Ouassini, zum Anschlusttreffer reichte aber aber an diesem Tage nicht mehr.

SV Emsdorf – FSG Wettenberg 1:1 (1:0): Eine Punkteteilung bekamen die 100 Zuschauer auf dem schwer bespielbaren Geläuf in Emsdorf zu sehen. Ein Ergebnis, das nach 90 ausgeglichenen, ereignisarmen Minuten wohl auch das gerechte war. „Es waren wirklich schwierige Verhältnisse heute, der Platz ist in gar keinem guten Zustand. Das hat das Spiel dann schon negativ beeinflusst, viele Aktionen auf beiden Seiten waren dann zudem auch zu ungenau“, berichtete Emsdorfs Sprecher Felix Fischer.

Nach ausgeglichenem Beginn kam der Aufsteiger zunächst besser in die Partie, hatte durch Rene Schmidt (7.) eine erste Chance und ging nach rund einer Viertelstunde in Führung. Dabei war es FSG-Akteur Florian Valentin, der eine Freistoßflanke in die eigenen Maschen lenkte. Die Wettenberger hielten in der Folge aber gut dagegen und hatten zumindest Halbchancen aufzuweisen, ohne das Hundertprozentige heraussprangen.

Gleiches galt dann in der zweiten Halbzeit für Emsdorf, die zwar mehr vom Spiel hatten und sich die eine oder andere kleine Gelegenheit erarbeiteten, in der Luft lag der zweite Treffer aber nicht. Sieben Minuten vor dem Ende gelang der Truppe von Bastian Panz dann der unter dem Strich verdiente Ausgleich. Ausgerechnet Unglücksrabe Valentin war es, der die Kugel ziemlich freistehend zum 1:1 in die Maschen drückte. In der Schlussphase tat sich dann nicht mehr viel, die Partie auf tiefem Geläuf hatte beiden Teams zum Ende einer „englischen Woche“ auch viel Kraft gekostet.

VfB Wetter – MTV 1846 Gießen 2:3 (1:0): Nachdem die Männerturner vier der letzten fünf Spiele hatten verloren geben müssen, gelang dem Team um Spielertrainer Michael Delle ausgerechnet beim Spitzenteam in Wetter der Befreiungsschlag – und dies aufgrund einer klaren Leistungssteigerung auch durchaus verdient. „Das geht so in Ordnung. Leider hat uns die gute Anfangsphase keine Sicherheit gegeben. Nach der Pause hatten wir dann eine 20-minütige Tiefschlafphase, in der wir das Spiel letztlich verloren haben. Der Kampfgeist hat zumindest gestimmt, um ein Haar wäre uns noch der Ausgleich gelungen“, berichtete VfB Sprecher Wilfried Schmidt.

Zu Beginn sah es danach aus, als würde das Spiel seinen erwarteten Verlauf nehmen, denn die starke Anfangsphase Wetters belohnte Niko Gehrmann nach einer Viertelstunde mit dem 1:0-Führungstreffer. Auftrieb gab dieses Tor den Gastgebern aber nicht, im Gegenteil: Gießen kämpfte sich zurück und gestaltete die Partie bis zur Pause dann ausgeglichen. Gelegenheiten zu Treffern boten sich in einer doch recht ereignisarmen ersten Hälfte dann aber nicht mehr.

Nach der Pause knüpfte der MTV dann direkt an die gute Leistung an und kam bereits nach 49 Minuten zum Ausgleich. Nach einem hohen Ball in den Strafraum konnte Michel Winter die Kugel freistehend verarbeiten und zum 1:1 im VfB-Tor unterbringen. Die Defensive der Gastgeber machte auch in den folgenden Minuten keinen guten Eindruck. Zwei Eckbälle von der rechten Seite führten in der 55. und 65. Minuten zu zwei nahezu identischen Gegentreffern. Und beide Male war es Gießens Luca Dreyer, der das Leder zum 2:1 und 3:1 in die Maschen setzte. Erst in der Endphase des Spiels konnten sich die Hausherren nochmals berappeln und kamen durch Gehrmanns zweitem Treffer (87.) zum 2:3-Anschluss. Und beinahe hätte Gehrmann auch noch für den späten Ausgleich gesorgt, doch sein Versuch in Minute 93 landete nur am Pfosten, wodurch es beim MTV-Auswärtssieg blieb.

Aufrufe: 011.10.2020, 18:10 Uhr
Marc Steinert (Gießener Anzeiger)Autor

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