Ob Kapitän Raphael Föst (rechts) mit der SG Marienmünster/Rischenau in die Bezirksliga aufsteigen dürfte, erscheint derzeit eher unwahrscheinlich.
Ob Kapitän Raphael Föst (rechts) mit der SG Marienmünster/Rischenau in die Bezirksliga aufsteigen dürfte, erscheint derzeit eher unwahrscheinlich. – Foto: Nora Reineke

Kurios! A-Liga-Topmannschaft besitzt kein Aufstiegsrecht

Im Kreis Höxter könnte es zu der Kuriosität kommen, dass der A-Liga-Meister nicht aufsteigen darf.

Dann nämlich, wenn die SG Marienmünster/Rischenau den aktuell einen Punkt vorne liegenden TuS Bad Driburg in der Meisterrunde der Kreisliga A Höxter abfängt. Da aber auch Platz 2 zu einer Aufstiegsrelegation führt, würde auch dieser Weg der SG Marienmünster/Rischenau voraussichtlich verweigert.

Das Problem ist, dass die Spielgemeinschaft erst vor der Saison neu gegründet wurde. Die SG Kollerbeck/Rischenau und die SG Altenbergen/Vörden "fusionierten" im Sommer 2021 zur SG Marienmünster/Rischenau.

Die Verwaltungsanordnung zur Zulassung von Spielgemeinschaften regelt, dass Spielgemeinschaften erst nach drei Jahren Teilnahme am Spielbetrieb aufstiegsberechtigt sind, dann aber übrigens sogar bis zur Westfalenliga.

Die Spielgemeinschaft Kollerbeck/Rischenau, zuvor schon unter dem heutigen Coach Andreas Niemann, hätte diese drei Jahre in diesem Sommer vollendet und wäre aufstiegsberechtigt gewesen. Auf Nachfrage von FuPa Westfalen erklärte Dieter Attelmann, Vorsitzender des Kreis-Fußball-Ausschusses Höxter, dass die neue Spielgemeinschaft Marienmünster/Rischenau diese Kriterien nun nicht mehr erfüllt und nicht aufstiegsberechtigt ist.

FuPa Westfalen nahm auch Kontakt zum Vorsitzenden des SV GW Kollerbeck, Bernward Brisgies, auf, der sich aber noch nicht endgültig entmutigen lassen möchte: "Uns wurde vor der Saison dieser Umstand schon zugetragen. Wir waren nicht so vermessen, um da tatsächlich genauer über einen möglichen Aufstieg zu sprechen. Auch jetzt schauen wir noch von Spiel zu Spiel und warten mal ab, wie die Meisterrunde verläuft. Wir haben diesen Sachverhalt aber im Blick und werden dies ggf. nochmals prüfen lassen, ob uns tatsächlich der Aufstieg verweigert würde. Unsere zuvor schon bestehende Spielgemeinschaft mit Rischenau wäre jetzt im dritten Jahr und auf jeden Fall aufstiegsberechtigt gewesen."

Der aktuelle Tabellenführer TuS Bad Driburg, der vor Platz 3 einen Vorsprung von sieben Punkten hat, wäre ohne den größten Konkurrenten SG Marienmünster/Rischenau mit großer Wahrscheinlichkeit auf dem Weg in die Bezirksliga nicht mehr aufzuhalten.

Da der Kreis Höxter noch einen weiteren "halben" Aufsteiger besitzt, werden sich hinter Bad Driburg alle restlichen Meisterrunden-Teilnehmer über diesen Sachverhalt wahrscheinlich ebenfalls Gedanken machen, da die Hoffnung auf die Aufstiegsrelegation mehr als realistisch wäre. Platz 3 und Platz 7 trennen derzeit nur drei Punkte. Unter ihnen übrigens eine weitere Spielgemeinschaft mit der SG Scherfede-Rembeck-Wrexen, die aber schon seit 2014 besteht und natürlich - ohne Diskussion - aufsteigen dürfte.

Zur Tabelle der Meisterrunde der Kreisliga A Höxter

Aufrufe: 026.4.2022, 20:00 Uhr
sbAutor