– Foto: Hans Krämer

Aufsteiger hat direkt einen einstelligen Tabellenplatz im Visier

Der FC Bitburg ist zurück in der Rheinlandliga und peilt mehr als nur den reinen Klassenverbleib ab.

In der Bierstadt zeigte die Formkurve nach dem Bezirksliga-Aufstieg 2015 durchweg nach oben. In der vorzeitig beendeten Corona-Saison platzte dann der Knoten: 16 Siege in 18 Spielen (bei nur zwei Niederlagen) gelangen dem von Fabian Ewertz trainierten Team, das zudem mit 17 Gegentreffern die beste Defensive stellte. Die 53 erzielten Treffer wurden nur von der SG Wallenborn übertroffen (54).
Der zweifache Familienvater und heutige Leiter der Sportschule Bitburg wurde einst mit den A-Junioren von Bayer 04 Leverkusen Deutscher Meister. Später war er für Bayer II und auch für den VfL Osnabrück, den FK 03 Pirmasens und den VfR Aalen in der Regionalliga sowie für Alemannia Aachen in der Zweiten Bundesliga aktiv. Die Folgen einer Knieverletzung zwangen Ewertz, seine aktive Laufbahn vorzeitig zu beenden. Vor sechs Jahren schloss er sich dem FC Bitburg an.

Das Engagement sei für ihn ein Glücksgriff, wie der 38-Jährige findet: „Ich wohne und arbeite in Bitburg, weshalb es perfekt ist, dass ich die Jungs trainieren darf. Wir haben eine sehr junge und entwicklungsfähige Truppe.“

Der gemeinsame Weg sei noch nicht beendet und viel Potenzial vorhanden. Die Neuverpflichtungen (siehe Übersicht am Ende des Textes) lassen aufhorchen, weshalb der FCB kein klassischer Aufsteiger ist. „Es ist Quatsch, dass wir nur den Klassenverbleib wollen. Ich schätze uns stärker ein. Ein einstelliger Tabellenplatz wäre toll“, schaut Ewertz ganz kess voraus.

Die Kaderplanung sei fast abgeschlossen, gesucht werde noch eine erfahrene Offensivkraft, die sofort weiterhelfe. Die Wege des FCB und des früheren Magdeburger Regionalligaspielers und Ex-Salmrohrers Deniz Siga trennen sich dagegen: Der Angreifer geht zurück zum inzwischen in der Saarlandliga spielenden VfB Borussia Neunkirchen.

Der Aufsteiger hat das Training mittlerweile wieder aufgenommen. Coach Ewertz spricht angesichts der Corona-Vorgaben von „extremen Bedingungen und einer Formularflut“, doch die Freude überwiege, dass es endlich losgehe. Ewertz sieht sich eher als ruhigen Typen und als Verfechter des Ballbesitzfußballs mit kontrolliertem Spielaufbau. Zur neuen Saison müsse sein Team den Spielstil als Neuling etwas ändern, „da wir hinten mehr Druck bekommen und unsere Gegner offensiver sein werden“.

Vor der Saison hätten nur wenige Experten den Durchmarsch dem jungen Team zugetraut, da einige Abgänge zu verkraften waren. FCB-Kapitän Arthur Schütz ist umso mehr stolz: „Wir hatten eine überragende Saison, aber das Aufstiegsgefühl, wenn auch die Freude der Fans fehlen. Schade, dass wir die Nachricht übers Internet erhalten haben. In der Rheinlandliga wollen wir einiges erreichen und nicht gegen den Abstieg spielen.“

Eine Etage höher gibt es auch ein direktes Duell zwischen Fabian Ewertz und Johannes Mayer. Seinen DFB-Stützpunkttrainerkollegen empfahl er bei Ligakonkurrent SG Schneifel-Stadtkyll als neuen Coach. „Ich bin ganz gut vernetzt und wusste, dass Johannes wieder ein Team übernehmen wollte.“ Als Freund des Anfang Mai verstorbenen Jörg Stölben kenne er die SG ganz gut und habe den Namen von Mayer in den Raum gestellt, als er um Rat gefragt wurde: „Das ist die beste Lösung.“

Neuzugänge: Anthony Delgado (SV Mehring), Narottam Morbach (A-Jugend Rot-Weiß Koblenz), Sebastian Wolf (A-Jugend Eintracht Trier), Alex Aleksic (SV Speicher), Tobias Pauls (SV Baustert)

Abgänge: Kai Edringer (SV Mehring), Dennis Wadych, Arthur Hartwick (beide SV Schleid), Deniz Siga (Borussia Neunkirchen)

Aufrufe: 018.6.2020, 08:46 Uhr
Vinzenz AntonAutor

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