
Region. Im Gruppenliga-Abstiegskampf gab es diesmal überall lange Gesichter: Die letzten acht der Tabelle blieben allesamt punktlos. Allein die U23 des Biebricher Verbandsligateams meldete dabei eine gute Vorstellung: Erst in der Nachspielzeit erzielte der Tabellenzweite von TuRa Niederhöchstadt das entscheidende Tor zum 1:0. Der TSV Bleidenstadt war gegen Spitzenreiter VfB Unterliederbach beim 0:5 chancenlos, im Wiesbadener Nachbarduell vermied Sieger FC Bierstadt beim klaren 3:0 beim SV Erbenheim, ebenfalls in die Abstiegszone zu rutschen.
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Die Gäste, die vergangenen Sonntag den langen Ausfall von Goalgetter Gerit Wintermeyer (Kreuzbandriss, wird am Donnerstag operiert) verkraften mussten, bestimmten die Partie von Beginn an und ließen nach dem frühen 0:2 nichts anbrennen. „Wir hatten mehr vom Spiel, starteten immer wieder schnelle Aktionen“, lobte Trainer René Keutmann. Gegenüber Karim El Bakkaoui beklagte den frühen Ausfall von Pierre Massfeller, der mit Verdacht auf Rippenbruch in die Klinik musste. „Bei den ersten beiden Treffern merkte man, dass wir einen Feldspieler im Kasten haben. Nach der Pause zeigte sich bei einigen das Pokalspiel vom Mittwoch in den Knochen“, sah er seine Elf nach dem Rückstand zwar bemüht, doch ohne echte Chancen.
Tore: 0:1 Meister (9.), 0:2 Nickel (24.), 0:3 Soumare (78.).
Ohne Chance waren die Taunussteiner gegen den designierten Aufsteiger: „Obwohl wir in einer defensiven Variante ordentlich dagegenhielten und nie aufgaben, hat der Tabellenführer doch eine andere Qualität“, hakte Patrick Engelmann die eingeplante Niederlage schnell ab.
Tore: 0:1, 0:4, 0:5 Matthews (10., 61., 75.), 0:2 Aksu (32.), 0:3 Rodriguez (51.).
„Wir sind auf dem richtigen Weg und hätten einen Punkt klar verdient gehabt“, haderte Biebrichs Coach Volkan Zer mit dem Gegentor in der fünften Minute der Nachspielzeit. Nach einer Hereingabe von außen kamen seine Jungs einen Tick zu spät. „Kommende Woche gegen Eltville müssen wir nun die Aufholjagd starten“, ist Zer nach dieser Vorstellung voller Hoffnung.
Beim Gastgeber brachen nach dem Last-Minute-Siegtreffer hingegen alle Dämme. Zuvor hatte TuRa aus Sicht des Abteilungsleiters Carsten Ache „im letzten Drittel oft die falschen Entscheidungen getroffen.“ Dann flankte Mehari flach in den Strafraum und Philipp Nocht versenkte im langen Eck. „Alle da vorne marschieren, da ist bei unserer teilweise noch sehr jungen Mannschaft schon Druck auf dem Kessel und Nervosität zu spüren“, sagte Ache. Nach 18 Jahren am Stück in der Gruppenliga winkt weiter erstmalig der Aufstieg in die Verbandsliga. „Die Riesenchance ist nun da. Spieler, Staff und Umfeld wollen alle hoch“, sagt Ache. 90 Prozent der Mannschaft haben bereits für 26/27 zugesagt. Als Zugänge stehen Florim Abdi (SG Oberliederbach) und Ilias Khzane (TuS Hornau) fest.
Tor: 1:0 Nocht (90.+5).
Knackpunkt für die Rheingauer, dass der zuletzt so starke Erik Gebel nach der Vorbereitung des Führungstreffers verletzt raus musste. „Wir hatten nach dem 1:2 noch eine starke Ausgleichsmöglichkeit, waren aber anschließend klar unterlegen“, empfand Sven Klärner die Niederlage gegen einen starken Eddersheimer Kader als standesgemäß.
Tore: 1:0 Gonzalez (20.), 1:1 Park (44.), 1:2 Löbner (53.), 1:3 Bayat (73.), 1:4 Muth (90.).
Tomislav Grubisic verpasste zweimal das 0:1, nach dem Doppelschlag vor der Pause war der Käse für die Gäste dann schon gegessen. „Dorndorf war besser, Torwart Steve Wagner verhinderte Schlimmeres“, resümierte Amir Kadiric.
Tore: 1:0, 3:0 Becker (39., 52.), 2:0, 4:0 Parisi (43., 76.), 4:1, 4:2 Grünewald (86., 89.).
„Wir konnten in Führung gehen und hatten nach den zwei Anschlusstreffern den Ausgleich auf dem Fuß“, zeigte das Team von Gästetrainer Efkan Yildiz durchaus ansprechenden Fußball. In der Abwehr passierten jedoch immer wieder Fehler und im Passspiel war der Verlierer sehr unachtsam, verlor dabei zu viel unnötige Bälle.
Die Alemannia bestätigte einmal mehr ihre starke Form, könnte sogar noch als „Best of the Rest“ hinter dem Spitzentrio abschließen. „Wir wachsen immer mehr zusammen. Beim Gegner hat man in der ersten Halbzeit nicht gemerkt, dass sie im Abstiegskampf sind“, sagte Nieds Betreuer André Pereira. Das 4:2 durch Sascha Wittenberg habe der SKG „das Genick gebrochen“. Die Mannschaft werde nach momentanem Stand bis auf wenige Ausnahmen so zusammenbleiben und soll minimal Zuwachs erhalten.
Tore: 1:0 Rodriguez-Arenella, 2:0 Becker, 2:1 Weinhardt, 3:1 Becker, 3:2 Bujnov (68.), 4:2/5:2 Wittenberg, 6:2 Shirendel
„Die zwei ersten Treffer waren zu einfach“ empfand Rauenthals Daniel Schadel den Start als schwach. Anschließend konnten sich die Gäste keine Torchancen erspielen, was auch an der starken Defensive des Gewinnerteams lag.
Zu null gewonnen, den Gegner im Griff gehabt und „Fußball gearbeitet“: Es war ein Erfolg ganz nach dem Geschmack von Türk-Trainer Hicham El Mrhanni. Der Neu-Trainer hat seit seinem Amtsantritt aus der schlechtesten Defensive der Liga ein Bollwerk geformt. 0,57 Gegentore pro Spiel sind es unter El Mrhanni. Davor waren es noch 3,05 Gegentreffer pro Spiel. „Es ist alles Einstellungssache. Gerade klappt auch alles. Jetzt brauchen wir noch einen Sieg für den Klassenerhalt“, rechnet der Trainer vor. Die Gelb-Rote Karte gegen Kapitän Vitaliy Fedotov sah der Trainer als ungerechtfertigt an, der Schiedsrichter habe einen Ausruf zu Mitspielern als Kritik am Linienricher fehlgedeutet.
Tore: 1:0 Pfeifer (5.), 2:0 Fedotov (17.), 3:0 Mijazawa (90.). Gelb-Rot: Fedotov (70./Meckern)
„Gegenüber den letzten Spiele konnten wir uns steigern, nahmen diesmal auch die Zweikämpfe an“, sieht Wilfried Weimer den Verlierer mit positivem Trend. Torchancen waren da, es fehlte jedoch der letzte Druck. „Wenn es nicht reicht, wollen wir uns zumindest ordentlich aus der Klasse verabschieden“, plant Weimer mit seinem SVW zweigleisig.
Tore: 1:0, 2:0 Weiss (30., 72.), 3:0 Dankof (82.).