Der FC Bayern hat eine interne Untersuchung eingeleitet.
Der FC Bayern hat eine interne Untersuchung eingeleitet. – Foto: mis

Rassismus-Vorwürfe: Jugendtrainer von Bayern München unter Verdacht

Coach soll sich diskriminierend geäußert haben

Bizarr anmutende Chatverläufe und Strafeinheiten, die sich jenseits der Legalität befinden: Der FC Bayern leitet interne Ermittlungen gegen Jugendtrainer des FCB-Campus ein.

  • Die Profis des FC Bayern bereiten sich auf das CL-Viertelfinale vor. In der Heimat gibt es Wirbel um den FCB-Campus.
  • Gegen einen Jugendtrainer von Bayern München laufen Ermittlungen wegen Verdachts auf Rassismus.
  • Das ist jedoch nicht der einzige Vorwurf. Es stehen auch Gerüchte um sadistisches Straftraining im Raum.

München - Während sich der FC Bayern in Lagos auf das Champions-League-Turnier in Lissabon vorbereitet, wird der Verein in München von einem internen Rassismus-Vorfall erschüttert. Wie das WDR-Magazin „Sport Inside“ berichtet, werden gegen einen Jugendtrainer am Bayern-Campus schwere Vorwürfe erhoben. Der TV-Sender beruft sich dabei auf interne Chat-Protokolle, in denen sich besagterNachwuchs-Coach rassistisch äußert.

Diese sollen bereits zwei Jahre alt sein. Zudem sollen sie auch noch durch einen sogenannten Fake-Account auf Twitter verbreitet worden sein. Dieser wurde mittlerweile allerdings von Twitter selbst gelöscht. Der beschuldigte Trainer soll das Foto eines Lastwagens mit der Aufschrift „Bimbo“ gepostet haben und kommentiere es mit den Worten kommentiert haben: „Transport. Hier werden die Neger von A nach B transportiert.“ Ein anderes Mal bezeichnete der Campus-Mitarbeiter den Angaben zufolge einen potenziellen Neuzugang als Neger.

FC Bayern: Verdacht gegen NLZ-Jugendtrainer - Echter Chat-Verlauf oder Fälschung?

Dem FCB, dessen Erste Mannschaft sich auf den Showdown gegen den FC Barcelona vorbereitet, seien besagte Vorwürfe bekannt. Der Klub hat nach Angaben des WDR daraufhin umgehend interne Ermittlungen eingeleitet, die immer noch anhalten. Dabei geht es vor allem darum, die Frage zu klären, ob besagter Chat-Verlauf so geschah oder es sich um eine Fälschung handelt. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, drohen dem Jugendtrainer von Bayern München drastische Konsequenzen.

Alles andere wäre für die Außendarstellung und das Selbstverständnis des Rekordmeisters nicht akzeptabel. Immerhin starteten die Münchner erst kürzlich die Anti-Diskriminierungs-Kampagne „Rot gegen Rassismus“ und unterstützten die Black-lives-matter-Bewegung. „Der FC Bayern steht mit all seinen Mannschaften, all seinen Spielern und Spielerinnen aus den unterschiedlichsten Nationen, mit all seinen Mitgliedern, Partnern und Freunden für eine Welt, in der Rassismus, Diskriminierung, Hass, Ungerechtigkeit und Gewalt keinen Platz haben. Es geht darum, aktiv und laut Farbe zu bekennen“, stellte Präsident Herbert Hainer nach dem Tod von George Floyd klar.

Bayern München: Ermittlungen nicht nur wegen Rassismus - Es geht auch um sadistisches Straftraining

Pikant: Die Rassimus-Vorwürfe sind nicht der einzige Grund, weshalb der FC Bayern München bereits interne Untersuchungen gegen besagten Trainer einleitete: In der Vergangenheit wurden einigenVerantwortlichen anonyme Briefe zugespielt, in denen sich der oder die Verfasser über die Trainingsmethoden des Jugendcoaches beschwerten. Laut WDR ist in den Briefen von sadistischem Straftraining, das einen Spieler kollabieren ließ, die Rede. Auch diesen Vorwürfen ging der Verein damals umgehend nach, befragte unter anderem Jugendspieler und deren Eltern.

Ergebnis: Besagter Trainer habe einen guten Ruf bei den Befragten. Darüber hinaus werden alle Spieler regelmäßig gebeten, ihre Trainer bei den zuständigen Sportpsychologen am FCB-Campus zu bewerten. Auch hier gab es keine Auffälligkeiten. Die Rassismus-Vorwürfe bleiben trotzdem vorerst weiterhin bestehen.

Erst kürzlich schlug ein Video von FC-Bayern-Kapitän Manuel Neuer hohe Wellen: Der Keeper sang im Urlaub den Song einer rechten Skandal-Band fröhlich mit. Und es tauchte noch ein weiterer Clip auf.

3481 Aufrufe12.8.2020, 07:27 Uhr
tz/Manuel BonkeAutor

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