
Ein deutliches Ausrufezeichen setzten die Bayern Amateure nach langer Zeit mal wieder. Trotz des turbulenten Starts ist Trainer Seitz zuversichtlich.
München – Eine wilde Partie sahen die rund 350 Zuschauer am Samstagnachmittag im Stadion an der Grünwalder Straße. Mit einem klaren 5:1-Erfolg gegen den SV Viktoria Aschaffenburg meldete sich der FC Bayern München II eindrucksvoll zurück.
Für die Zuschauer war es ein attraktives Spiel, für Trainer Holger Seitz und seine junge Mannschaft vor allem eine spürbare Erleichterung nach zuletzt schwierigen Wochen.
„Heute war ein wichtiges Spiel, um einfach wieder das Gefühl des Gewinnens zu bekommen“, sagte Seitz nach dem Schlusspfiff. Man habe der Mannschaft schon in den Tagen zuvor angemerkt, wie viel auf dem Spiel stand. „Vor allem in der Vorwärtsbewegung haben wir richtig gute Lösungen gehabt. Die Folge waren zahlreiche Torchancen, die wir leider nicht so konsequent genutzt haben, wie man es sich gewünscht hätte.“
Doch was zählte, war der Lerneffekt und die Reaktion seiner Spieler: „Die Leidenschaft, das Tor zu verteidigen, hat wahrscheinlich dazu geführt, dass sich der Fußballgott gedacht hat: Belohnen wir das Engagement. Glück muss man sich erarbeiten – und das haben die Jungs heute getan.“
Nach mehreren sieglosen Spielen zuvor, wollte der Bayern-Coach jedoch keine Krise heraufbeschwören. „Ich habe nie den Kopf hängen lassen“, betonte Seitz. „Es wäre schlimmer gewesen, wenn ich nicht gewusst hätte, woran es liegt. Aber wir wussten genau, warum wir uns schwergetan haben, und deshalb war klar, was zu tun ist. Aus so einer Negativspirale nimmst du manchmal sogar mehr Erfahrung mit als aus einer Siegesserie.“
Besonders beeindruckt zeigte sich Seitz davon, wie seine jungen Spieler unter Druck reagierten: „Spannend wird es immer dann, wenn du in schwierigen Momenten performen musst – genau das haben die Jungs heute gezeigt.“
Ganz ausruhen kann sich die zweite Mannschaft der Bayern aber nicht, denn der Kalender ist in den kommenden Wochen prall gefüllt. Viele Spieler sind für ihre Nationalmannschaften im Einsatz oder pendeln zwischen Youth League, Regionalliga und Training bei den Profis. „Jetzt machen wir eins nach dem anderen“, erklärte Seitz. „Einige fahren zur Nationalmannschaft, andere sind wieder viel unterwegs. Da ist immer was los bei den Jungs.“ Zwischen den Länderspielen steht außerdem ein Testspiel gegen Landsberg an, ehe die nächste Regionalligapartie beim TSV Buchbach folgt.
Trotz der hohen Belastung gibt es für den Trainer auch positive Nachrichten. Das große Verletzungsproblem lichtet sich, mehrere bedeutende Akteure stehen vor der Rückkehr. „Benno Schmitz, Javier Fernández, Philippe Chavez und Roko Mijatović – das sind alles Jungs, die in den nächsten Wochen zurückkommen werden“, zählte Seitz auf. „Dadurch wird sich unsere personelle Situation deutlich entspannen.“