Foto: Sebastian J. Schwarz
Foto: Sebastian J. Schwarz

2:2 und zwei lange Unterbrechungen: Trier spielt Remis

Ein denkwürdiger Nachmittag in Ludwigshafen - im negativen Sinn: Wegen Provokationen unterbricht der Schiedsrichter die Partie für insgesamt 25 Minuten. UPDATE: Video-Interviews mit beiden Trainern online

An einem im negativen Sinn denkwürdigen Fußballnachmittag hat Eintracht Trier 2:2-Unentschieden bei Arminia Ludwigshafen gespielt. Die Partie war wegen Provokationen zwischen Arminia-Teammitgliedern auf der Auswechselbank und Zuschauern im dahinter platzierten Block der Eintracht-Ultras zweimal für insgesamt rund 25 Minuten unterbrochen. Ludwigshafen führte früh, ehe Maurice Roth (Elfmeter, 21.) und Tim Garnier (64.) die Partie zwischenzeitlich gedreht hatten. Doch Jannik Styblo erzielte noch das 2:2 (74.). Roth hatte das 3:2 auf dem Fuß, doch er scheiterte kurz vor Spielende bei einem weiteren Elfmeter am Pfosten.

Die erste Unterbrechung kurz nach der Pause dauerte rund zehn Minuten. Nach dem 2:2 gab es dann die nächsten Vorfälle, die den Schiedsrichter dazu bewogen, die Teams für weitere 15 Minuten vom Feld zu schicken.

Es ist schon ein Ding, dass eine Partie mit insgesamt 255 Zuschauern auf einer weitläufigen Bezirkssportanlage zweimal unterbrochen werden muss. Die Frage muss erlaubt sein, warum die Gästefans so nah an die Heimbank platziert wurden.

Die erste Unterbrechung schadete der Eintracht nicht. In der 64. Minute erzielte Garnier ins untere Eck das 2:1 für Trier – die Moselaner hatten damit die Partie zu diesem Zeitpunkt gedreht.

Früh war Trier in Rückstand geraten, weil die Eintracht die Schwäche bei gegnerischen Standards auch am zweiten Spieltag nicht in den Griff bekam. Nach einer Ecke war der zweite Pfosten nicht abgedeckt. Der aufgerückte Innenverteidiger Sandro Rösner durfte unbedrängt auf Fabian Herchenhan ablegen, der aus kurzer Distanz zum frühen 1:0 für Ludwigshafen traf (9.).

Eintracht-Trainer Daniel Paulus zum Spiel und den Unterbrechungen:

Trier war ansprechend in die Partie gekommen, brauchte nach dem Rückstand auch nur eine kurze Zeit, um sich bei Temperaturen um die 40 Grad Celsius zu berappeln. Trier bekam Oberwasser, Ömer Kahyaoglu scheiterte in aussichtsreicher Position an Arminia-Torwart Kevin Urban (17.).

Mit etwas Glück im Bunde gelang in der 21. Minute der Ausgleich. Garnier ging im Arminia-Strafraum zu Boden, Schiedsrichter Christoph Busch entschied auf Foulelfmeter – durchaus etwas diskutabel.

Maurice Roth, der trotz Nasenbeinbruchs diesmal von Beginn an ohne Maske spielte, trat an und traf sicher in die Mitte.

Trier hatte Gelegenheiten, schon vor der Pause in Führung zu gehen. Doch Julien Erhardt bugsierte den Ball nach einer Ecke an die Latte (26.). Roth zirkelte einen Freistoß in die Arme von Urban (41.). Und Christoph Anton brachte in der 43. Minute trotz bester Schussposition den Ball nicht über die Linie.

Heiko Magin, Trainer von Arminia Ludwigshafen, zum Spiel und den Unterbrechungen:

Im Vergleich zur 1:2-Heimniederlage zum Saisonauftakt gegen Rot-Weiss Koblenz änderte Eintracht-Trainer Daniel Paulus sein Team auf einer Position. Jason Thayaparan blieb zunächst draußen, dafür durfte Jan Brandschein von Beginn an auflaufen. Er besetzte die zentrale Sturmposition. Aus dem Fünfer-Mittelfeld lief vor allem Garnier immer wieder vorne mit an.

Trier versäumte es, nach dem 2:1 die Führung auszubauen. Jannik Styblo nutzte eine Lücke in der Trierer Abwehr zum Ausgleich.

Am Ende hatten beide Teams die Gelegenheit zum möglichen Sieg. Roth scheiterte mit einem an Garnier verschuldeten Foulelfmeter am Pfosten, eine Rettungsaktion von SVE-Torwart Denis Wieszolek soll nach Ansicht des Schiedsrichtergespanns noch vor der Torlinie erfolgt sein.

Trier bleibt nach einem schweißtreibenden Nachmittag nur wenig Zeit zur Regeneration. Am Dienstag empfängt der SVE den FV Diefflen (19 Uhr, Moselstadion).

Spiel-Statistik:

Arminia Ludwigshafen: Urban – Hiemeleers, Rösner, Karlidag, Böcher (63.Amos)– Styblo, Azizi (72. Rauwolf), Herchenhan, Sorg – Pantano, Amiri (90./+19 Stadler)

Eintracht Trier: Wieszolek – Erhardt, Maurer, Cinar, Heinz – Anton, Roth (90./+26 Mabouba), Fischer, Garnier (90./+22 Thayaparan), Kahyaoglu (90./+12 Diefenbach) – Brandscheid

Tore: 1:0 Herchenhan (9.), 1:1 Roth (21., FE), 1:2 Garnier (64.), 2:2 Stablo (74.)

Schiedsrichter: Christoph Busch

Zuschauer: 255

Besonderes Vorkommnisse: Schiedsrichter Christoph Busch unterbrach die Partie zweimal wegen Provokationen zwischen Arminia-Teammitgliedern auf der Auswechselbank und Zuschauern im Block der Eintracht-Ultras (47., 75. Minute)

Roth scheitert mit einem Elfmeter am Pfosten (90./+19)

Aufrufe: 4.8.2018, 17:30 Uhr
Mirko BlahakAutor

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