– Foto: © Karin Heßland-Wissel / TFV

Eckardt bringt den FCC auf die Siegerstraße

Es sind die Geschichten, die der Fußball schreibt. In seinem letzten Spiel im FCC-Trikot bringt René Eckardt den Regionalligisten auf den Weg zum 12. Pokaltriumph.

Dabei war es für den FC Carl Zeiss Jena ein hartes Stück Arbeit. Denn der Underdog vom FC An der Fahner Höhe ging in Führung und zwang den Favoriten in die Verlängerung, wo die Kuhnert-Elf letztendlich mit 4:1 siegte.

BERICHT des FC Carl Zeiss Jena

FC CZ Jena
4:1
Fahner Höhe

Was am Ende doch recht deutlich wurde, stellte sich über weite Strecken dieses 31. Endspiels um die Trophäe des Thüringenpokals doch deutlich nervenaufreibender dar. Der FCC war zwar von Beginn an Chef im Ring gegen den zu Beginn noch etwas nervös agierenden Oberligisten, vermochte es aber nicht, aus einer Vielzahl von Möglichkeiten Kapital zu schlagen und gegen defensiv alles in die Waagschale werfende Gegner das längst überfällige 1:0 zu machen. Den ersten nennenswerten Torabschluss hatte Jenas Linksverteidiger Lucas Stauffer (7.). Kurz darauf hatte Justin Schau die Führung auf dem Fuß, traf mit seinem Abschluss von der Strafraumkante aber nur den rechten Pfosten (9.). Der FC an der Fahner Höhe fand mit zunehmendem Spielfortgang zwar besser in die Partie, blieb aber im Spiel nach vorn harm- und chancenlos. Die klaren Möglichkeiten hatte auch weiter der FCC. So wie bei der Doppelpack-Chance aus der Distanz durch René Eckardt und Maximilian Oesterhelweg (21.). Jenas Druck blieb hoch, doch auch Eckardts Schuss von der Strafraumkante aus der 37. Spielminute konnte vom vielbeschäftigten Schlussmann Reinwald entschärft werden. Vor der Pause hatte auch der sich immer wieder offensiv einschaltende Rechtsverteidiger Kevin Wolf die Chance zur Führung auf dem Fuß. Jena blieb am Drücker, aber das Tor sollte bis zur Halbzeitpause nicht fallen.

FCC-Trainer Dirk Kunert, der bereits vor Jahresfrist im Finale gegen den FSV Martinroda den Landespokal nach Jena holte, nutzte die Pause, um für Vasileios Dedidis und Lucas Stauffer mit Dennis Slamar und Alexander Prokopenko frische Männer ins Spiel zu bringen. Gerade Letzterer sollte auf der linken Außenbahn für jede Menge Wirbel und eine echte Belebung des Jenaer Angriffspiels sorgen. Das Tor lag in der Luft! Und es fiel auf der falschen Seite. Quasi aus dem Nichts bot sich nach einem langen Ball in den eigenen Strafraum die Gelegenheit für Daniel Winge, der sich dies nicht zwei Mal sagen ließ und den bis dahin im Grunde beschäftigungslosen Lukas Sedlak im Jenaer Tor keine Chance ließ (51.). Jena zeigte darauf die richtige Reaktion und schnürte Fahner Höhe in der eigenen Hälfte ein und kam zu einer Vielzahl, teils sehr guter, Möglichkeiten, die aber allesamt ungenutzt blieben. Als die 400 mitgereisten Zeiss-Fans mit bangem Blick auf die Uhr die Schlussviertelstunde des Spiels einläuten sahen, kam dann die Erlösung. Nach einem Kopfball von Fabian Eisele, der an die Latte klatschte, bugsierte ausgerechnet FCC-Urgestein René Eckardt in seinem letzten Pflichtspiel für Jena, den Ball mit dem Kopf über die Linie (77.). Der Ausgleich beflügelte die der Zeiss-Elf weiter, die nun nochmal alles nach vorn warf - einzig der entscheidende Treffer wollte in der regulären Spielzeit nicht fallen. Verlängerung. Und in dieser war es erneut René Eckardt, der den vorentscheidenden Treffer erzielte. Eine Flanke von der rechten Seite köpfte der 31-jährige Jenenser präzise ins rechte Eck (103.). Die Gegenwehr beim FC An der Fahner Höhe war nun endgültig gebrochen. Der starke Prokopenko und Eisele schraubten das Ergebnis noch durch zwei schulbuchmäßige Konter in die Höhe (107./110.).

"Man of the Match" wurde - und das mit Fug und Recht - René Eckardt, der von den Zeiss-Fans gebührend gefeiert und danach im Kreise der Mannschaft, Trainer, betreuer und Verantwortlichen gemeinsam mit allen anderen Spielern, die den FCC verlassen, verabschiedet wurde.

FCC-Trainer Dirk Kunert: "Wir haben das Spiel von der ersten Minute an bestimmt und hatten reichlich Torchancen. Dann geraten wir aus dem Nichts durch eine Unachtsamkeit in Rückstand. So ist es in einem Pokalfinale. Da ist es, völlig egal ob es da eine Liga Unterschied gibt, immer schwierig zurückzukommen. Irgendwann denkt man bei all den Chancen, die man liegen lässt, dass vielleicht heute keiner mehr reingeht. Aber so war es zum Glück nicht. Ecki als Kapitän, was mich riesig freut für ihn, macht den Ausgleich, bringt uns in Führung, und dann haben wir am Ende auch klar und verdient gewonnen. Ich bin froh, glücklich und zufrieden, dass wir das geschafft und die zehn Tage so durchgezogen haben und nun den Pokal in den Händen halten. Ich freue mich einfach für die Mannschaft. Es war ein toller Abschluss für die, die uns verlassen, und ein hoffentlich guter Start für die, mit denen wir uns jetzt auf die kommende Saison vorbereiten."

Aufrufe: 01.7.2021, 08:03 Uhr
PM FC Carl Zeiss JenaAutor

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