Aufgrund Corona und den Auswirkungen der Virus-Pandemie hat der WFV nun auch die Spielrunde 2019/20 beendet Foto (Archiv): Eibner
Aufgrund Corona und den Auswirkungen der Virus-Pandemie hat der WFV nun auch die Spielrunde 2019/20 beendet Foto (Archiv): Eibner

Die Saison 2019/20 wird abgebrochen

Der Württembergische Fußballverband hat per außerordentlichem Verbandstag am heutigen Samstag eine klare Entscheidung gefällt

Ein deutliches Ergebnis hat am heutigen Samstagnachmittag die Abstimmung des außerordentlichen Verbandstages des Württembergischen Fußballverbandes (WFVV) ergeben: Das Spieljahr 2019/20 wird nach dem am 12. März ausgesetzten Spielbetrieb nicht wieder aufgenommen. Von insgesamt 278 Delegierten haben 264 Stimmberechtigte (94,96 Prozent) an der Abstimmung zum Umgang mit der Spielzeit 2019/20 und 266 Stimmberechtigte (95,68 Prozent an der Abstimmung zur kommenden Saison 2020/21 im Umlaufverfahren teilgenommen.

Über 90 Prozent für den Abbruch

Von 264 abgegebenen Stimmen entfielen 238 (90,15 Prozent auf die von Verbandsspielausschuss und Verbandsvorstand vorgeschlagene Variante die Saison zum 30. Juni nunmehr abzubrechen.

Für den Alternati-Vvorschlag, die Saison frühestens am 1. September weiterzuführen und die Meisterschaftsrunden dann regulär zu beenden, haben sich lediglich 26 Stimmberechtigte (9,85 Prozent) ausgesprochen.

Die Beschlüsse: Direkter Aufstieg über die Quotienten-Regelung, keine Absteiger

Mit diesem klaren Votum einher gehen Beschlüsse zur Wertung des Spieljahres. Die Meister und damit direkten Aufsteiger werden anhand der Quotienten-Regelung ermittelt, in dem die bisher erzielten Punkte durch die Anzahl der Spiele geteilt werden. Weitere Aufsteiger, insbesondere über Platzierungen, die üblicherweise zur Teilnahme an den Relegationsrunden berechtigen, wird es nicht geben. Zudem werden aus Billigkeitsgründen auch keine Absteiger ausgewiesen.

Beirat kann über Spielmodus eigenständig entscheiden

Darüber hinaus hat der Außerordentliche Verbandstag den WFV-Beirat (das sind der Verbandsvorstand und die 16 Bezirksvorsitzenden) dazu ermächtigt, zur gegebenen Zeit endgültig über den Spielmodus für das Spieljahr 2020/21 zu entscheiden.

Insgesamt 232 Stimmberechtigte von den 278 möglichen, das entspricht 87,22 Prozent, sind diesem Antrag gefolgt, dies bei 24 Gegenstimmen (9,02 Prozent) und zehn Enthaltungen (3,76 Prozent). Nachdem im Moment nicht absehbar ist, wann ein regulärer Trainings- und Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann, hat der Verbandsspielausschuss bereits mehrere Modelle erarbeitet, so dass dem Beirat konkrete Vorschläge unterbreitet werden können, die den jeweiligen Rahmenbedingungen gerecht werden.

Schöck: "Ab sofort richten wir aber den Blick nach vorne"

Nach den intensiven Beratungen der letzten Wochen zeigt sich wfv-Präsident Matthias Schöck zufrieden: „Die Schwierigkeit bestand darin, unseren Vereinen einerseits so früh wie möglich Sicherheit über den weiteren Saisonverlauf zu geben, andererseits aber auch nicht vorschnell zu reagieren, sondern zunächst die Entwicklungen abzuwarten. Wir haben uns dabei die Zeit genommen, um die Beschlüsse so vorzubereiten, dass sie einer nachträglichen Überprüfung auch standhalten. Dass es keine Lösung gibt, die alle Beteiligten zufrieden stellen kann, war uns klar. Ich vertraue aber nun darauf, dass sich auch diejenigen mit der Entscheidung arrangieren können, die sich einen anderen Ausgang erhofft hatten. Diese hoffentlich einmalige Herausforderung zu meistern hat unseren Vereinen und dem Verband viel abverlangt. Ab sofort richten wir aber den Blick nach vorne und wollen alles dafür tun, so bald wie möglich zur fußballerischen Normalität zurückzukehren.“

Einheitlicher Weg in Baden-Württemberg

Am heutigen Samstag haben auch die beiden anderen Fußball-Landesverbände in Baden-Württemberg, der Badische Fußballverband und der Südbadische Fußballverband, Außerordentliche Verbandstage abgehalten und entsprechende Beschlüsse gefasst. Danach wird das Spieljahr 2019/20 nun in ganz Baden-Württemberg zum 30.06.2020 beendet, dies einheitlich unter Anwendung der Quotienten-Regelung und ohne Absteiger.

Die Beschlüsse gelten damit auch für die Oberligen in Baden-Württemberg (Herren, Frauen und Jugend) als gemeinsame Spielklassen der drei Landesverbände. Darauf hatte sich die Gesellschafterversammlung bereits im Vorfeld verständigt und entsprechende Entscheidungen unter der aufschiebenden Bedingung dahingehender Verbandstagsbeschlüsse getroffen.

Auswirkungen auf die einzelnen Ligen

Im Einzelnen wirkt sich dies wie folgt aus:

Oberliga Baden-Württemberg der Herren:

1. Meister der Oberliga Baden-Württemberg der Herren im Spieljahr 2019/20 ist der VfB Stuttgart II, der der Regionalliga Südwest GbR als Aufsteiger in die Regionalliga Südwest gemeldet wird.

2. Es gibt keine Absteiger aus der Oberliga Baden-Württemberg der Herren im Spieljahr 2019/20.

3. Aufsteiger in die Oberliga Baden-Württemberg der Herren sind die Mannschaften mit dem höchsten Quotienten der Verbandsligen Baden, Südbaden und Württemberg im Spieljahr.

4. Darüber hinaus wird aus den Mannschaften mit dem jeweils zweithöchsten Quotienten der Verbandsligen Baden, Südbaden und Württemberg ein weiterer Aufsteiger ermittelt. Aufsteiger ist die Mannschaft mit dem im Vergleich höchsten Quotienten. Verzichtet diese Mannschaft auf den Aufstieg, erfolgt die Auswahl entsprechend aus den beiden anderen Mannschaften. § 4 Nr. 2 des Vertrags über die Bildung der Oberliga Baden-Württemberg der Herren wird insoweit für das Spieljahr 2019/20 ausgesetzt. Entscheidungsspiele gem. § 4 Nr. 3 des Vertrags über die Bildung der Oberliga Baden-Württemberg finden im Spieljahr 2019/20 nicht statt.

5. Über den Spielmodus der Oberliga Baden-Württemberg der Herren im Spieljahr 2020/21 entscheiden der Badische Fußballverband, der Südbadische Fußballverband sowie der Württembergische Fußballverband zur gegebenen Zeit auf Vorschlag der Spielkommission.

Oberliga Baden-Württemberg der Frauen

1. Meister der Oberliga Baden-Württemberg der Frauen im Spieljahr 2019/20 ist der Karlsruher SC, der dem SFV zur Regionalliga Süd als Aufsteiger gemeldet wird.

2. Es gibt keine Absteiger aus der Oberliga Baden-Württemberg der Frauen im Spieljahr 2019/20.

3. Aufsteiger in die Oberliga Baden-Württemberg der Frauen sind die Mannschaften mit dem höchsten Quotienten der Verbandsligen Baden, Südbaden und Württemberg im Spieljahr.

4. Über den Spielmodus der Oberliga Baden-Württemberg der Frauen im Spieljahr 2020/21 entscheiden der Badische Fußballverband, der Südbadische Fußballverband sowie der Württembergische Fußballverband zur gegebenen Zeit auf Vorschlag der Spielkommission.

EnBW Oberligen Baden-Württemberg der Jugend

1. Meister der EnBW Oberligen Baden-Württemberg der Jugend im Spieljahr 2019/20 sind:

a) A-Junioren: FC Astoria Walldorf

b) B-Junioren: 1. FC Heidenheim 1846

c) C-Junioren: FSV Waiblingen

d) B-Juniorinnen: 1.FC Donzdorf

2. Die Meister der EnBW Oberligen Baden-Württemberg der Jugend gem. Nr. 1 werden an den DFB bzw. den SFV als Aufsteiger in die Bundesligen bzw. die Regionalliga gemeldet.

3. Es gibt keine Absteiger aus den vier EnBW Oberligen Baden-Württemberg der Jugend im Spieljahr 2019/20.

4. Aufsteiger in die vier EnBW Oberligen Baden-Württemberg der Jugend sind die Mannschaften mit dem höchsten Quotienten der Verbandsligen Baden und Südbaden sowie der beiden Verbandsstaffeln Württemberg Nord und Süd. Bei den C-Junioren gibt es keinen Aufsteiger in die EnBW Oberliga aus Württemberg.

5. Über den Spielmodus der vier EnBW Oberligen Baden-Württemberg der Jugend im Spieljahr 2020/21 entscheiden der Badische Fußballverband, der Südbadische Fußballverband sowie der Württembergische Fußballverband zur gegebenen Zeit auf Vorschlag der Jugendspielkommission.

Wie geht es weiter?

Auf Basis der guten Zusammenarbeit zwischen den drei Fußballverbänden in Baden-Württemberg haben die Präsidenten auch die Initiative ergriffen und sich am gestrigen Freitag, 19. Juni, darauf verständigt, auf die Landespolitik zuzugehen, um in einen Dialog darüber einzutreten, wann und unter welchen Voraussetzungen wieder Fußball gespielt werden kann. Als Freiluftsportart mit vergleichsweise kurzen Kontaktzeiten ist im Fußball das Infektionsrisiko – so zahlreiche internationale Studien (unter anderem auch aus der Schweiz) – nicht besonders ausgeprägt.

Schöck fordert eine "Neubewertung"

Nach Monaten des Stillstands in den Vereinen mit allen damit verbundenen Konsequenzen gerade auch für Kinder und Jugendliche regt WFV-Präsident Matthias Schöck eine Neubewertung an: „Es war im Interesse des Gesundheitsschutzes absolut richtig, zur Hochphase der Pandemie auch den Trainings- und Spielbetrieb zu untersagen. Vor dem Hintergrund sinkender Infektionszahlen und neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse sollte die Situation aus unserer Sicht aber neuerlich geprüft werden. Dass wir als Fußballfamilie bereit sind, unseren Beitrag zur weiteren Eindämmung der Risiken zu leisten, ist selbstverständlich. Deshalb bewerben wir derzeit beispielsweise intensiv die Corona-Warn-App und stehen Präventivtestungen sehr aufgeschlossen gegenüber.“

Was passiert mit den Sperrstrafen?

In Folge der Entscheidungen des Außerordentlichen Verbandstages werden nun noch weitere Beschlüsse, unter anderem zum Vereinswechselrecht und zu offenen Sperrstrafen, zu fassen sein. WFV-Geschäftsführer Frank Thumm ergänzte in der heutigen Pressevorstellung, dass man auch zwischen den verschiedenen Vergehen, die zu den Sperrstrafen führten, eine differenzierte Herangehensweise zu Grunde legen muss. Die entsprechenden Informationen gehen allen Mitgliedsvereinen zeitnah zu. Bei der am 1. Juli 2020 beginnenden Wechselperiode und damit dem Abmeldedatum 30. Juni 2020 für Amateure wird es vor dem Hintergrund des Verbandstagsbeschlusses bleiben.

Aufrufe: 020.6.2020, 14:00 Uhr
GäuboteAutor

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