In der letzten Runde landen statt des Balls zwei Efferener im Tor von Brauweilers Keeper Tuna Bilgin und GW gewinnt mit 5:0. So soll es weiter gehen.
In der letzten Runde landen statt des Balls zwei Efferener im Tor von Brauweilers Keeper Tuna Bilgin und GW gewinnt mit 5:0. So soll es weiter gehen.

Die Drachen treiben ihr Unwesen

1. FC Kierberg erwartet Germania Geyen im Pokal – Brauweiler als Goliath zu David Königsdorf

Wenn an diesem Dienstag-Abend das Achtelfinale im Pokalwettbewerb des Fußballkreises Rhein-Erft angepfiffen wird, nimmt die überragende Pokalsaison des 1. FC Kierberg ihren vorläufigen Höhepunkt. Mit mannschaftlicher Geschlossenheit und viel Leidenschaft hat sich der D-Ligist in die Runde der letzten 16 vorgespielt.

Unter anderem warfen die Brühler in der dritten Pokalrunde sensationell den Bezirksligisten Viktoria Frechen aus dem Wettbewerb. Zur Belohnung steht für Trainer Max Schmitz und seine Mannen nun das Duell mit dem SC Germania Geyen auf dem Programm. Erlebt die „Drachenarena“ in Brühl-Ost die nächste Pokalsensation gegen einen Bezirksligisten?

„Ausgeschlossen ist das sicher nicht. Aber wer uns jetzt noch unterschätzt, ist selbst schuld“, sagt Kai Siegburg. Gemeinsam mit Freunden hat er im Jahr 2016 den Verein gegründet und fungiert seitdem sowohl als Spieler als auch als Vorstandsvorsitzender. „Kierberg ist für uns alle Heimat oder Wohnort. Da wir schon länger alle zusammen Fußball spielen wollten, und um das Gemeinschaftsgefühl im Ort zu stärken, haben wir den Verein gegründet“, sagt Siegburg.

Weil die Mutter das damaligen Spielführers dem Team zum Start einen Plüschdrachen vom Flohmarkt als Maskottchen schenkte, haben die Kierberger sich selbst den Spitznamen „Drachen“ auf die Fahne geschrieben. Und so treiben die Kierberger Drachen in dieser Saison bislang erfolgreich ihr Unwesen im Kreispokal und haben sich auch für das Duell mit der Germania aus Geyen einiges vorgenommen: „In den Vorjahren haben aufgrund von Studium oder Job immer einige Jungs gefehlt, aber in dieser Saison stehen uns alle Spieler zur Verfügung. Dass wir in dieser Besetzung ganz gut kicken können, haben wir gezeigt. Darum können wir auch Geyen schlagen, auch wenn es von Runde zu Runde immer schwerer wird“, weiß Siegburg.

Das glaubt auch Geyens Trainer Björn Effertz: „Favoritenschreck hin oder her: Natürlich sind wir gewarnt, aber es ist immer schwierig, solch eine Sensation ein zweites Mal zu schaffen. Es gibt für uns keinen Grund für Überheblichkeit, aber dieses Spiel ist eine Pflichtaufgabe, weil wir im Pokal weit kommen wollen“, so Effertz.

Eine große Überraschung gelang in der dritten Pokalrunde auch dem B-Ligisten Viktoria Gruhlwerk. Dank des 5:1-Kantersieges über Lövenich/Widdersdorf empfangen die Brühler im Achtelfinale den Bezirksliga-Vertreter GA Habbelrath-Grefrath. „Wir werden uns erneut nicht verstecken und wollen den Gegner mutig anlaufen und beschäftigen“, gibt Viktoria-Coach Jan Gosztola die Marschrichtung vor.

Nachdem am ersten Spieltag bereits 200 Zuschauer das Derby des Aufsteigers gegen die Reserve des SC Brühl sehen wollten, hoffen Gosztola und seine Spieler am Abend auf einen ähnlichen Zuspruch und eine tolle Pokalatmosphäre: „Vielleicht ist dann sogar die nächste Überraschung drin.“

Wann es für den zweiten im Wettbewerb verbliebenen B-Ligisten, den SC Borussia Kaster/Königshoven, weitergeht, ist dagegen noch völlig offen. Eigentlich hätte die Borussia im Achtelfinale gegen den Sieger der Partie Hilal Maroc Bergheim gegen BW Kerpen (1:3) antreten sollen. Doch die Bergheimer haben in Person von Trainer Josef Pfeiffer Einspruch gegen die Wertung eingelegt. Der Grund: Fälschlicherweise enthielten die vom Fußballkreis zunächst veröffentlichten Durchführungsbestimmungen für den Pokalwettbewerb den Passus, wonach ab der Verlängerung ein vierter Wechsel erlaubt sei.

Pfeiffer moniert, dass der Gegner in der regulären Spielzeit dementsprechend nicht vier Mal hätte wechseln dürfen. Da die Spielordnung des Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV) nach Paragraf 45 ab dieser Saison jedoch schon in der regulären Spielzeit einen vierten Wechsel gestattet, sehen sich die Kerpener im Recht, die in der 85. Spielminute den vierten Wechsel vollzogen hatten.

Der Fußballkreis hat seine Durchführungsbestimmungen zwar mittlerweile an die WDFV-Verbandsvorgaben angepasst, über den Einspruch der Bergheimer muss nun aber das Bezirkssportgericht des Fußball-Verbandes Mittelrhein (FVM) entscheiden.

Pokal-Spielleiter Dieter Heller, der sich zum laufenden Verfahren nicht äußern möchte, glaubt in diesem Fall nicht an eine zeitnahe Entscheidung, stellt aber klar: „Alle anderen Achtelfinal-Paarungen werden normal ausgetragen.“

Aufrufe: 02.9.2019, 21:00 Uhr
KSTA-KR/Stefan KühlbornAutor

Verlinkte Inhalte