Deckel drauf: Lalo-Laubenheim dreht einen Rückstand noch bei Bad Kreuznach II.
Deckel drauf: Lalo-Laubenheim dreht einen Rückstand noch bei Bad Kreuznach II. – Foto: Jochen Coutandin

Bezirksliga: Auf jedem Platz ein Schützenfest

Tore satt in der Bezirksliga: Eintracht II vergibt beim 3:5 Zwei-Tore-Vorsprung +++ Planig siegt 4:2

REGION. Tore satt – das gab’s am vierten Spieltag der beiden Bezirksliga-Staffeln an der Nahe. Auf jedem Platz ein Schützenfest: In fünf Partien fielen unglaubliche 42 Tore, die meisten davon an der oberen Nahe beim 7:4 des SV Winterbach gegen Viktoria Merxheim. Ein überragender Benedikt Bernd markierte dort vier Hütten. Mit dem 6:2 gegen die SG Weinsheim baut der TuS Hackenheim seine Tabellenführung weiter aus, die „kleine“ Eintracht verschenkte dagegen ein 3:1-Polster gegen den TSV Lalo-Laubenheim. Und das gefiel dem hadernden SG-Coach Burak Ersoy gar nicht.

Bezirksliga Untere Nahe

SG Eintracht II
3:5
TSV Langenlonsheim

Eintracht Bad Kreuznach II – TSV Lalo-Laubenheim 3:5. – Burak Ersoy hatte es in der Halbzeitpause noch vor allen Spielern angesprochen. „‚Leute‘, hab‘ ich gesagt, ‚ein 3:1 ist kein sicheres Ergebnis‘. Nur Qualität reicht eben nicht“, klang der Eintracht-Trainer am Nachmittag bedient. Zurecht. Denn: Vier Mann aus der Ersten hatte ihm Cheftrainer Thomas Schwarz abgegeben – ohne Erfolg. Bastian Kreidler (4., 22.) und Antonio Auletta (30.) schossen der SGE ein 3:1 heraus. Dann musste Ersoy wechseln – und das starke, wenn auch fragile Eintracht-Konstrukt brach. „Wir haben nach den Wechseln Angst bekommen, waren hektisch, haben den Glauben verloren“, analysierte Ersoy unverblümt. TSV-Coach Ferdi Oezcan aber hatte mit Mirco Zipka aber auch einen Knipser auf dem Feld: Nach Oezcans 1:1 (21.) schoss Zipka zum 2:3 (56.) und zum 3:3 (65.) ein. Einen Lattenabpraller köpfte Steven Thiel dann zum 4:3 (77.) ins Netz, wiederum Zipka markierte den Endstand (90.+4). Ersoy hatte am Ende zwei passende Sätze parat: „So ist Fußball. Es gibt auch Enttäuschungen.“

Eine Galerie zum Spiel findet ihr hier!

TSG Planig
4:2
SG Guldenbachtal

TSG Planig – SG Guldenbachtal 4:2. – 14 Mal hat die TSG in dieser Runde eingenetzt, ihre Buden verteilen sich auf zehn Schützen – für Cihan Ceylan einer der Gründe des Erfolgs. „Die Stimmung bei uns ist gut. Wenn einer ausgewechselt wird, da applaudiert jeder“, lobte der Trainer seine Grün-Weißen. Den dritten Dreier unter Dach und Fach brachte Stoßstürmer Dennis Mastel, der kantige Angriffskasten mit dem Riecher: Erst ließ er seinen Gegner aussteigen und schob aus spitzem Winkel ein zum 3:1 (60.), dann staubte er ab zum 4:1 (81.). „Es war ein intensives Spiel mit vielen Chancen“, sagte Ceylan. Seine Elf musste einen Rückstand drehen: Nico Dorfey hatte die SGG in Führung geköpft (8.) – Jasper Schulz (33.) und Noel Becker trafen für die Planiger (43.). Shane Wheelers 2:4 (88.) war schließlich nicht mehr als Ergebniskosmetik. „Die Teamchemie hat einfach gepasst bei uns“, meinte Ceylan. „Wir haben Druck gemacht und versucht, mit flachen Bällen durchzukommen.“ Was offenbar half. Planig ist den Hackenheimern weiter auf den Fersen.

SG Alsenztal
3:6
SG Pfaffen-Schwabenheim/Bosenheim

SG Alsenztal – SG Pfaffen-Schwabenheim 2:6. – Immerhin das Tor des Tages geht auf die Rechnung der SGA. Aus 16 Metern hämmerte Lukas Röder einen „Vollstrahl“, so nannte es Co-Trainer Nico Pereira später, passgenau unter die Latte (55.) – zum 3:2. Danach dominierte Alsenztal zwar das Spiel für eine Viertelstunde, brachte aber keine der „vier, fünf Tausendprozentigen“ im Kasten unter, mäkelte Pereira. „Wenn wir da eine Chance nutzen, reden wir am Schluss gar nicht über die sechs Gegentore. Das hätte auch in die andere Richtung kippen können.“ Tat es aber nicht, auch weil die SGA schlief. Beim 3:3 von Benjamin Mayer (67.) wähnte sie den Ball im Aus, stellte das Spielen ein, danach war sie hinten zu anfällig. „Du belohnst dich nicht, dann kriegst du hinten die Dinger rein“, so Pereira. Per Doppelschlag hatte Julian Aff die SG mit 2:1 nach vorne geschossen (28., 29), für die Häuser-Elf trafen Johannes Haas (7.), Timo Klumb (31.), zweimal Mayer (67., 78.), Matthias Schier (88.) und Fritz-Eike Steitz (90.). „Das war dann ein Zusammenbruch“, stellte Pereira nüchtern fest.

Bezirksliga Obere Nahe

SV Winterbach
7:4
FCV Merxheim

SV Winterbach – FCV Merxheim 7:4. – Am Ende beschrieb Michael Minke dieses eine Tor mit einem Satz, und der lautete wie folgt: „So ein Ding, das macht nur der Bene.“ Minke meinte das 6:3 seines Oldie-Stürmers Benedikt Bernd, welches an diesem Sonntag der Superlative dessen Leistung nur widerspiegelte. Nach einem Einwurf chippte er die Kugel über den Gegner, aus „unmöglichem Winkel“, so Minke, versenkte er (68.). Viermal traf der frühere Spielertrainer insgesamt (3., 6., 86.) – und erntete dafür ein Sonderlob des Coaches. „Er ist in Top-Verfassung. Aber in diesem Team kann jeder Tore schießen“, sagte Minke. „Bei so einem Spielstand hat man immer das Gefühl, dass die Defensiven schlecht waren. Doch die haben beide gut gearbeitet.“ Die 22 Mann boten den fast 200 Zuschauern einen offenen Schlagabtausch, ein Offensiv-Feuerwerk – das laut Minke übrigens auch 13:10 hätte ausgehen können. Philipp Schlich (13., 31.) und Elias Pfenning (33.) trafen noch für den SVW, Tobias Demand (5.), Florian Klein (10.), Moritz Wilhelm (55) und Max Herbort (72.) für die Viktoria. „Für einen Trainer ist so ein Spiel nur nervenaufreibend“, wusste Minke. „Für einen Fan aber ist das die beste Unterhaltung.“

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Aufrufe: 012.9.2021, 17:09 Uhr
Martin ImruckAutor

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