2026-03-09T15:40:23.061Z

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Favoritenschreck TVH! Hoffnungsthal stürzt auch Schönenbach

Last-Minute-Spieltag in der Bezirksliga 1

von Andreas Santner · Heute, 14:14 Uhr · 0 Leser
Mit einem Sieg sicherten sich die Rheindörfer Platz 5.
Mit einem Sieg sicherten sich die Rheindörfer Platz 5. – Foto: SpVg Rheindörfer

Der Bergsegen entwickelt sich zur Stolperfalle für die Spitzenteams. Nach dem Coup gegen Südwest Köln bezwang der TV Hoffnungsthal auch Verfolger Schönenbach mit 3:2 und mischt damit das Aufstiegsrennen kräftig auf. Während die Gäste erst in der hektischen Nachspielzeit zurückschlugen, brachte der TVH einen verdienten Vorsprung über die Zeit. Dramatisch ging es auch in Niehl zu, wo Moritz Unseld bei seinem Comeback Südwest Köln in der 93. Minute zum erlösenden Sieg schoss. In einer Liga voller enger Spiele sorgten gleich mehrere Last-Minute-Momente für Emotionen.

Jan Wellem siegt in der 90. Minute

In einem Spiel der zwei Gesichter rettete Maximilian Büsch dem SSV Jan Wellem in der letzten Minute den 3:2-Heimsieg gegen den SC Schwarz-Weiß Köln. Während die Gladbacher damit auf Tuchfühlung zu den Spitzenplätzen bleiben, müssen die tapferen Gäste die zweite knappe Niederlage in Folge verkraften.

Zunächst sah es nach einer klaren Angelegenheit für den SSV Jan Wellem aus. Die Hausherren dominierten das Geschehen. Kevin Kaumanns besorgte bereits in der 8. Minute die Führung, ehe Maximilian Büsch per Foulelfmeter auf 2:0 erhöhte (22.).

Gsella: „Müssen eigentlich 3:0 oder 4:0 vorne liegen“

Jan-Wellem-Coach David Gsella war mit dem Auftritt vor dem Seitenwechsel hochzufrieden, haderte jedoch mit der Chancenverwertung: „Die erste Halbzeit war sehr ordentlich. Wir führen 2:0 und müssen zur Pause eigentlich schon 3:0 oder sogar 4:0 vorne liegen. Wir hatten das Spiel komplett unter Kontrolle, haben defensiv praktisch nichts zugelassen und offensiv mehrere gute Situationen herausgespielt.“ Doch der SSV verpasste den Knockout. „Leider versäumen wir es, das dritte oder vierte Tor nachzulegen und lassen den Gegner dadurch im Spiel“, so Gsella kritisch.

"Die erste Halbzeit haben wir komplett verschlafen. Da können wir noch froh sein, dass es nur mit 0:2 in die Pause gegangen ist", stimmt Sven Müller zu.

Doppelschlag schockt den Favoriten

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Jan Wellem verlor den Faden, während Schwarz-Weiß Köln alles in die Waagschale warf. „In der zweiten Halbzeit waren wir dann überhaupt nicht mehr richtig da. Mit Ball haben wir nicht mehr gut gespielt und irgendwann angefangen, viele lange Bälle zu schlagen. Gegen den Ball waren wir auch nicht mehr so giftig und konsequent wie noch im ersten Durchgang“, analysierte Gsella.

Dies rächte sich spät. Binnen zwei Minuten glichen die Gäste durch Abdoul-Salam Samare (82.) und Bissai Bi Batoum (83.) zum 2:2 aus. Der Tabellenvierte wankte gewaltig. "In der zweiten Hälfte haben wir dann eine überragende Leistung gezeigt. Wir haben Jan Wellem kaum Luft gelassen. Was Jan Wellem in der ersten Halbzeit liegen gelassen hat, haben wir dann im zweiten Durchgang liegen lassen", analysierte SW-Coach Müller.

Die Entscheidung vom Punkt

Als alles nach einer Punkteteilung aussah, kam die 90. Minute. Nach einem Foul an Ricardo Wember zeigte Schiedsrichter Ioannis Karypidis erneut auf den Punkt. Maximilian Büsch blieb eiskalt und verwandelte zum 3:2-Endstand.

Sein Fazit fiel dementsprechend zwiegespalten aus: „Die erste Halbzeit war wirklich gut. In der zweiten Halbzeit war unsere Leistung dagegen einfach nicht gut, das muss man ehrlich sagen. Am Ende gewinnen wir 3:2 und haben die drei Punkte im Sack – morgen fragt keiner mehr danach. Trotzdem müssen wir daran arbeiten, dass wir über die gesamte Spielzeit konstanter auftreten.“

Unseld-Comeback krönt Krimi: Südwest siegt in letzter Sekunde

Die DJK Südwest Köln meldet sich nach einer Durststrecke mit einem emotionalen 3:2-Erfolg beim CfB Ford Niehl zurück. Während die Gäste den „schwarzen Peter“ der letzten Wochen durch ein Last-Minute-Tor von Rückkehrer Moritz Unseld begraben, herrscht aufseiten der Niehler nach zwei Platzverweisen und Unmut über die Spielleitung.

Die Vorzeichen standen auf Kampf – und das bekamen die Zuschauer in Niehl geboten. Die DJK Südwest startete wach und nutzte die erste spielerische Lücke eiskalt aus. Nach einer Kombination über die rechte Seite bediente Philipp Graf seinen Bruder Hendrik, der zum 0:1 einschob (13.). Doch Niehl steckte nicht auf: Lennart Friederichs besorgte den Ausgleich (25.), ehe Philipp Graf nur vier Minuten später die erneute Kölner Führung markierte (29.).

Niehl trotzt Unterzahl – Unseld sorgt für Ekstase

Ein herber Rückschlag für die Hausherren folgte in der 37. Minute, als Arnold Koumako die Rote Karte sah. Doch wer glaubte, die Partie sei damit entschieden, sah sich getäuscht. Niehl biss sich in Unterzahl zurück und glich durch den zweiten Treffer von Friederichs zum 2:2 aus (52.). „Über weite Strecken hat man die Unterzahl kaum gemerkt. Niehl hat das wirklich gut gemacht, noch einmal eine Schippe draufgelegt und uns mit einem Mann weniger stark gefordert“, zollte Südwest-Coach Daniel Errens dem Gegner Respekt.

Bei der DJK war die Nervosität der vergangenen Wochen spürbar, doch das Drehbuch hielt ein besonderes Ende bereit. In der 93. Minute schlug die Stunde von Moritz Unseld. Nach viermonatiger Verletzungspause eingewechselt, traf der Co-Kapitän nach einer Standardsituation zum 3:2-Siegtreffer. „Dass er mit seinem ersten Saisontor die drei Punkte für die Mannschaft holt, freut mich natürlich riesig – für ihn persönlich, aber auch für das ganze Team“, so ein erleichterter Errens.

Ärger über Schiedsrichter-Entscheidungen

Während Südwest den Befreiungsschlag feierte, war die Stimmung bei Ford Niehl-Trainer Dogan Oymak nach dem Abpfiff und der zusätzlichen Gelb-Roten Karte für Friederichs (92.) gereizt. Grund dafür war nicht nur die knappe Niederlage, sondern die Schiedsrichterleistung. „Wir wollten heute Fußball spielen, aber aus meiner Sicht haben wir dieses Spiel wegen des Mannes mit der Pfeife verloren.“, kritisierte Oymak, der seiner Mannschaft keine Vorwurf mache. "Die Jungs haben Fußball gespielt, Einsatz gezeigt und alles reingeworfen. Leider wurde das heute immer wieder unterbunden."

Für Daniel Errens zählt hingegen primär der sportliche Turnaround: „Wir haben damit den ‚schwarzen Peter‘ der letzten Wochen erst einmal abgelegt. Trotzdem müssen wir ehrlich sein: Wir sind noch nicht wieder auf dem Niveau der Hinrunde. Heute ging es in erster Linie um das Ergebnis – und dieses Mindestziel haben wir erreicht.“

Deutz verteidigt Spitze in Zündorf trotz Überzahl-Frust

Tabellenführung zementiert, aber die Nerven strapaziert. Deutz 05 hat die Auswärtshürde bei Germania Zündorf erfolgreich genommen und am Ende deutlich mit 5:1 gelöst. Doch während der Spielstand nach einer Machtdemonstration aussieht, sorgte eine Schwächephase in Überzahl für Redebedarf beim Spitzenreiter.

Das Ergebnis liest sich wie ein Spaziergang, doch für Deutz-Coach Hannes Diekamp war der Nachmittag in Zündorf eine Achterbahnfahrt. Zwar verteidigte sein Team den Platz an der Sonne erfolgreich, musste aber bis in die Nachspielzeit zittern, ehe der Deckel endgültig drauf war. Für Zündorf hingegen bleibt die Lage nach der Niederlage prekär: Die Germania rangiert weiterhin nur einen Zähler über dem rettenden Ufer.

Dominante erste Hälfte und der „Überzahl-Knick“

Von Beginn an übernahm der Favorit aus Deutz das Kommando. Ilias Koaibi brach kurz vor der Pause den Bann und erzielte das hochverdiente 1:0 (44.). „Mit der ersten Halbzeit war ich zufrieden. Wir hatten einen guten Plan, haben ihn gut umgesetzt, die richtige Intensität gezeigt und auch fußballerisch ordentlich gespielt. Was leider wieder nicht gut war, ist unsere Chancenverwertung. Ich glaube, wir müssen eigentlich mit zwei oder drei Toren Vorsprung in die Halbzeit gehen, schaffen das aber nicht“, so Diekamp.

Unmittelbar nach dem Seitenwechsel schien die Vorentscheidung gefallen: Zündorfs Pascal Cerqueira-Pires sah die Gelb-Rote Karte (48.) und Enrico Interrante verwandelte den fälligen Foulelfmeter sicher zum 2:0 (50.). Doch statt Sicherheit brachte die Überzahl Unruhe. „Paradoxerweise hat uns diese Überzahl eher geschadet. In den Köpfen scheint sich da ein Schalter umgelegt zu haben – nach dem Motto: Wir führen, der Gegner ist in Unterzahl, jetzt reicht auch Halbgas“, analysierte Diekamp kritisch.

Zündorfer Hoffnung und Deutzer Schlussakkord

Tatsächlich kam die Germania in Unterzahl zurück. Christian Kawka verkürzte auf 1:2 (76.) und plötzlich wackelte der Tabellenführer. „Die halbe Stunde danach hat sich tatsächlich eher so angefühlt, als wären wir einer weniger und Zündorf einer mehr. Wir hatten viele Unkonzentriertheiten im Spiel und haben den Gegner dadurch wieder zurück in die Partie gebracht. So etwas darf uns in dieser Form nicht passieren“, so der Deutzer Übungsleiter. Er forderte für die Zukunft ein reiferes Auftreten: „Da müssen wir deutlich strukturierter und erwachsener auftreten und das Spiel einfach sauber zu Ende spielen.“

Erst in der Nachspielzeit besorgten Yunus Özdemir (90.+1), Severin Krayer (90.+4) und erneut Koaibi (90.+5) den deutlichen Endstand. Trotz des späten Torfestivals bleibt für Diekamp ein fader Beigeschmack: „Hinten raus haben wir dann noch schöne Tore erzielt. Die Abschlüsse waren vielleicht nicht spektakulär, aber die Spielzüge davor waren gut herausgespielt. Deshalb war es am Ende ein verdienter Sieg – über diese 30 Minuten werden wir in der Trainingswoche aber definitiv sprechen müssen.“

Lehmannin der 95.: Rheindörfer mit Last-Minute-Sieg

In einer nervenaufreibenden Partie entführte die SpVg Rheindörfer Köln durch einen Treffer in der fünften Minute der Nachspielzeit alle drei Punkte vom FC Rheinsüd Köln. Während die Gäste ihre Erfolgsserie im Jahr 2026 ausbauen, hadern die Hausherren mit vergebenen Großchancen und einer folgenschweren Roten Karte.

Vor dem Anpfiff herrschte tabellarische Augenhöhe: Beide Teams gingen punktgleich in dieses direkte Aufeinandertreffen. Zunächst sah alles nach einem Heimsieg für den FC Rheinsüd aus. Marvin Störmann brachte die Krämer-Elf bereits in der 6. Minute mit 1:0 in Führung. In der Folge versäumten es die Hausherren jedoch, den Sack frühzeitig zuzumachen. Samed Kovanci bestrafte dies noch vor der Pause mit dem Ausgleich (34.). In der zweiten Hälfte dezimierte sich Rheinsüd durch einen Platzverweis gegen Torschütze Störmann (68.) selbst, ehe Markus Lehmann in der buchstäblich letzten Sekunde den 1:2-Endstand markierte (90.+5).

Krämer: „In der ersten halben Stunde das Spiel entscheiden“

Rheinsüd-Coach Stefan Krämer (39) zeigte sich nach dem späten Knockout tief enttäuscht. „Es war ein sehr, sehr bitterer Tag für uns. Wir sind sehr gut ins Spiel gestartet, erzielen früh das 1:0 und haben danach noch zwei, drei, vier sehr gute Chancen, um weitere Tore nachzulegen. In der ersten halben Stunde hätten wir das Spiel eigentlich schon entscheiden können. Dass wir das nicht geschafft haben, müssen wir uns klar vorwerfen“, bilanzierte der Übungsleiter.

Nach der starken Anfangsphase verlor seine Elf jedoch den Zugriff: „Wir müssen uns vorwerfen lassen, dass wir diese Leistung nur etwa 25 bis 30 Minuten auf den Platz bekommen haben. Danach haben wir den Faden verloren und sind nicht mehr zu der Spielstärke zurückgekehrt, die wir zu Beginn gezeigt haben.“ Dass der Gegner mit der ersten echten Chance ausglich und Rheinsüd ab der 65. Minute nach einem Foulspiel in Unterzahl agieren musste, erschwerte die Lage. „In der Folge bestand die zweite Halbzeit für uns hauptsächlich daraus, zu verteidigen. Die Mannschaft hat dabei sehr ordentlich gegen den Ball gearbeitet, mit viel Leidenschaft verteidigt und alles reingeworfen“, so Krämer. Der späte Gegentreffer durch einen abgefälschten Schuss sei „natürlich extrem bitter und tut weh“.

Tillmann lobt den Charakter seiner „dünnen“ Auswahl

Auf der Gegenseite herrschte Jubel über die Fortsetzung der Serie – die Rheindörfer sind nach der Winterpause weiterhin ungeschlagen. Trainer Sebastian Tillmann gab zu, dass sein Team Anlaufschwierigkeiten hatte: „Wir hatten zu Beginn große Probleme, ins Spiel zu kommen, und sind folgerichtig mit dem 0:1 bestraft worden. Rheinsüd ist mit Ball und Raum eine sehr starke Mannschaft, das hat man in dieser Phase deutlich gesehen.“

Doch die Gäste bissen sich in die Partie. „Ab etwa der 20. Minute haben wir das Spiel aber besser angenommen und sind immer besser in die Partie gekommen. In der zweiten Halbzeit hatten wir dann mehrere gute Torchancen“, analysierte Tillmann. Über den späten Siegtreffer sagte er: „Der Siegtreffer fällt vom Zeitpunkt her vielleicht etwas glücklich, insgesamt geht der Sieg aber in Ordnung. Meine Mannschaft hat mit unserem aktuell sehr dünnen Kader enormen Charakter gezeigt und einfach ein Stück mehr gewollt.“

Effizienz schlägt Ballbesitz: Heiligenhaus entführt drei Punkte

Trotz spielerischer Überlegenheit des Türkischen FC Köln entführte der HSV mit einem 3:2-Erfolg alle drei Punkte aus der Domstadt. Während der Aufsteiger aus Heiligenhaus damit wohl endgültig für ein weiteres Jahr Bezirksliga planen kann, bleibt die Lage beim TFC im Tabellenkeller prekär.

Es entwickelte sich eine intensive Partie, in der die Gäste den ersten Nadelstich setzten. Nico Mleczak brachte den HSV in der 33. Minute in Führung. Die Gastgeber antworteten jedoch noch vor dem Pausenpfiff: In der Nachspielzeit der ersten Hälfte markierte Furkan Ceylan den 1:1-Ausgleich (45.+2).

Schlagabtausch nach dem Seitenwechsel

Unmittelbar nach Wiederanpfiff nahm die Begegnung weiter an Fahrt auf. Zunächst stellte Cayan Sahin die Führung für Heiligenhaus wieder her (48.), doch der TFC bewies Moral und glich nur vier Minuten später durch Tugra-Süleyman Koc zum 2:2 aus (52.). Den Schlusspunkt in einer torreichen Phase setzte schließlich der eingewechselte Moritz Hahn, der in der 64. Minute zum 2:3-Endstand vollstreckte. In der Schlussphase sah Jan Michael Bimmler aufseiten der Kölner nach einem Foulspiel noch die Rote Karte (95.).

Esins: „Mit unseren Aktionen immer gefährlich“

HSV-Trainer Andy Esins zog nach dem knappen Erfolg ein positives Fazit, auch wenn der Gegner optisch überlegen war. „Letztendlich war es aufgrund des Chancenübergewichts ein verdienter Sieg für uns. Der TFC war zwar über weite Strecken spielbestimmend und hatte mehr Ballbesitz, aber wir waren mit unseren Aktionen immer gefährlich“, analysierte der Übungsleiter gegenüber FuPa.

Trotz der spielerischen Dominanz der Hausherren war Esins stolz auf die Effektivität seiner Elf: „Unter den gegebenen Umständen hat meine Mannschaft heute das Maximum herausgeholt.“

Tabellarische Folgen

Für den TFC Köln ist die Niederlage ein herber Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt. Das Team bleibt Vorletzter, hat jedoch bei nur einem Punkt Rückstand auf das rettende Ufer weiterhin alle Chancen. Der Heiligenhauser SV hingegen hat nun 27 Punkte auf dem Konto. Bei 13 Zählern Vorsprung auf die Abstiegszone ist der sichere Klassenerhalt für den Aufsteiger in greifbare Nähe gerückt.

Frielingsdorf feiert 8:0-Schützenfest gegen junge Brühler Mannschaft

Ein einseitiges Duell: Der SV Frielingsdorf hat das Schlusslicht SC Brühl mit 8:0 (3:0) nach Hause geschickt. Für die Hausherren waren dies drei Big Points, während die extrem junge Brühler Elf nach personellen Rückschlägen völlig unterging.

Durch den Erfolg kletterte die Mannschaft von Andreas Dreiner auf den neunten Tabellenplatz – bei einer Niederlage wäre das Team auf Rang 12 abgerutscht. Philipp Schmidt sorgte bereits in der 12. Minute für die Führung. Fabian Januszewski (32.) und Niklas Yegin (34.) stellten noch vor der Pause auf 3:0. Nach dem Seitenwechsel schraubten Yegin (55.), Norman Lemke (63.), Marvin Bieg mit einem Doppelpack (65., 75.) sowie Julian Buss per Foulelfmeter (90.) das Ergebnis in die Höhe.

Dreiner: „Rundum erfolgreicher Sonntag“

Frielingsdorfs Trainer Andreas Dreiner zeigte sich mit dem Auftritt seiner Mannschaft sehr zufrieden. „Bei einem 8:0-Heimsieg kann man natürlich von einem rundum erfolgreichen Sonntag sprechen. Wir haben den Ball ordentlich laufen lassen und den Gegner gut in Bewegung gebracht“, bilanzierte der Coach. Einziges kleines Manko war eine kurze Phase im ersten Durchgang: „Nach dem 1:0 hat mir ein bisschen die Intensität gefehlt hat. Ansonsten haben wir das Spiel klar bestimmt und am Ende einen ungefährdeten Heimsieg eingefahren.“

Brühl bricht nach Verletzungspech weg

Für den SC Brühl und Trainer Taner Durdu war es ein gebrauchter Tag, der jedoch ordentlich begonnen hatte. „Wir haben zwar mit 0:8 verloren, aber das Ergebnis fällt am Ende etwas zu hoch aus. In den ersten 15 bis 20 Minuten haben wir eigentlich ganz ordentlich gespielt, gut dagegengehalten und uns auch die eine oder andere Chance erarbeitet“, so Durdu. Der Knackpunkt folgte jedoch schnell: „Dann geraten wir allerdings durch einen individuellen Fehler in Rückstand. Kurz darauf mussten wir zwei Spieler auswechseln – erst den einen Innenverteidiger, dann auch noch den zweiten. Danach ist unsere junge Mannschaft ein Stück weit untergegangen.“

Durdu verwies auf die schwierige Kadersituation beim Tabellenletzten: „Das ist natürlich sehr schwierig, gerade wenn viele Spieler aus der U19 oder sogar aus Mannschaften aus der B- und C-Liga kommen. Gegen eine eingespielte Mannschaft auf diesem Niveau dagegenzuhalten, ist unter diesen Umständen nicht einfach.“ Trotz der herben Klatsche fordert der 56-Jährige für die kommenden Aufgaben Haltung ein: „Entscheidend ist jetzt, dass wir Moral zeigen, die Spiele weiterhin ordentlich angehen und uns so teuer wie möglich verkaufen. Wir werden nicht nachlassen, uns sportlich fair zu präsentieren und auf dem Platz immer das Maximum abzurufen.“

Bergfried-Express rollt weiter: 5:2-Auswärtssieg im Salus Park

Nächster Streich für den SV Bergfried Leverkusen: Mit einem deutlichen 5:2-Erfolg beim FC Hürth II klettern die Leverkusener in der Tabelle auf Rang 10 und ziehen an den Gastgebern vorbei. Während Bergfried die perfekte Ausbeute seit der Winterpause ausbaut, schlittert die Hürther Reserve tiefer in die Krise – 13 Gegentore aus den letzten drei Partien sprechen eine deutliche Sprache.

Bei sommerlichen Temperaturen erwischten die Gäste einen Start nach Maß. Enes Yürük (6.) und ein Doppelpack von Jan Fromke (16., 23.) sorgten innerhalb von knapp 20 Minuten für eine komfortable 3:0-Führung der Gäste. „Wir hatten eine starke Anfangsphase und auch eine gute Schlussphase. Wir gehen früh durch drei sauber herausgespielte Angriffe mit 3:0 in Führung“, bilanzierte Bergfried-Coach Stefan Müller (45) den Blitzstart.

Frohn: „Defensiv nicht kompakt genug“

Auf der Gegenseite haderte Hürths Trainer Thomas Frohn mit dem verschlafenen Beginn: „Wir haben 2:5 gegen Bergfried Leverkusen verloren – und das unterm Strich auch völlig verdient. Ähnlich wie zuletzt in Schönenbach sind wir überhaupt nicht gut ins Spiel gekommen und lagen nach gut 20 Minuten bereits mit 0:3 hinten, weil es uns heute nicht gelungen ist, defensiv kompakt aufzutreten.“

Zwar gelang Anton Georgiev noch vor dem Seitenwechsel per Distanzschuss der 1:3-Anschluss (39.), doch der Weg zurück war weit. „Bei den sehr sommerlichen Temperaturen war das allerdings auch ein hartes Stück Arbeit“, so Frohn.

Elfmeter-Krimi und verletzungsbedingter Torwartwechsel

Nach der Pause wurde es turbulent. Zunächst musste Bergfried-Keeper Maximilian Ueing verletzungsbedingt für Sascha Mondorf Platz machen (51.). Nur wenige Minuten später stand der neue Mann im Fokus, als Hürth ein Foulelfmeter zugesprochen wurde. „Der eingewechselte Torwart kommt rein, hält zunächst den Elfmeter – den Abpraller macht er dann aber doch rein“, beschrieb Müller die Szene, in der Noah Neuhaus auf 2:3 verkürzte (56.).

Frohn sah sein Team in dieser Phase am Drücker: „Wir waren nach der Pause zunächst die bestimmende Mannschaft. In dieser Phase hatten wir das Gefühl, dass wir wieder im Spiel sind und das Momentum vielleicht auf unsere Seite ziehen können. Leider haben wir es verpasst, daraus mehr zu machen.“

Bergfried eiskalt in der Schlussphase

Statt des Ausgleichs folgte die kalte Dusche für Hürth. In einer offenen Schlussphase nutzte Bergfried die Räume konsequent aus. Till Juber markierte in der 78. Minute das 2:4, ehe Marcel Heßdörfer in der Nachspielzeit (90.+4) den 2:5-Endstand besorgte. „In der Schlussphase haben wir dann noch einmal nachgesetzt und zwei sehr ordentlich ausgespielte Konter gefahren“, freute sich Stefan Müller über die „schöne Momentaufnahme“, mahnte aber zugleich: „Man sieht aber auch, dass die Konkurrenz nicht nachlässt. Für uns bedeutet das, Woche für Woche Vollgas zu geben.“

Thomas Frohn zeigte sich als fairer Verlierer, richtete den Blick aber sofort auf die Baustellen: „Wir sind sehr enttäuscht, müssen aber auch anerkennen, dass wir gegen einen Gegner verloren haben, der sehr gut organisiert war und es hervorragend verstanden hat, aus einer stabilen Defensive nach vorne zu spielen. Für uns zeigt dieses Spiel aber auch klar, woran wir arbeiten müssen – vor allem an unserer defensiven Stabilität.“

Der TV Hoffnungsthal hat den nächsten Favoriten besiegt.
Der TV Hoffnungsthal hat den nächsten Favoriten besiegt. – Foto: TVH

Riesentöter TVH: Hoffnungsthal schockt auch Verfolger Schönenbach

Der TV Hoffnungsthal mausert sich zum Favoritenschreck. Nach dem Erfolg gegen Südwest Köln bezwang die Elf von Trainer Baran Dagdelen auch den SV Schönenbach mit 3:2 (0:0), der damit auf Rang drei abrutscht.

Vor 130 Zuschauern am Bergsegen entwickelte sich zunächst eine torlose erste Hälfte, in der die Hausherren zwar spielbestimmend waren, den Ertrag jedoch noch schuldig blieben. Dies änderte sich unmittelbar nach dem Seitenwechsel: Shkrep Haxhimusa traf in der 46. Minute zur Führung. Ein Eigentor (58.) und Gian-Luca Sanzone (70.) schraubten das Ergebnis auf 3:0 hoch, ehe eine turbulente Schlussphase inklusive einer umstrittenen Roten Karte für die Gastgeber die Partie noch einmal spannend machte.

Gawlik: „Sieg geht insgesamt in Ordnung“

Maciek Gawlik, der sportliche Leiter des TVH, zeigte sich nach dem Schlusspfiff hochzufrieden mit dem Auftreten seiner Mannschaft, sparte aber auch nicht mit Kritik am Tabellendritten. „Der Sieg geht insgesamt in Ordnung. Der Gegner hat viel über individuelle Klasse, lange Einwürfe und Standards versucht, aber eine klare Spielidee habe ich nicht gesehen. Gefährlich waren sie trotzdem immer, weil sie einige Top-Spieler in ihren Reihen haben“, analysierte Gawlik.

Besonders der Zeitpunkt der Führung spielte den Hausherren in die Karten. „Direkt nach der Pause – zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt – machen wir dann das 1:0. Danach legen wir nach, zwar durch ein Eigentor des Gegners, aber unser Stürmer war direkt dahinter, sodass der Ball wahrscheinlich ohnehin im Tor gelandet wäre“, so Gawlik über die Entstehung des 2:0.

Zittersieg nach harter Roter Karte

Trotz der deutlichen Führung wurde es in der Nachspielzeit noch einmal hektisch, da der TVH die Partie nach einem Platzverweis in Unterzahl beenden musste. „Die Rote Karte war aus meiner Sicht sehr hart war. Die Szene sah spektakulär aus, weil der Gegner unglücklich getroffen wurde. Es war kein Foul von hinten, sondern eher frontal, aber der Gegner fliegt dabei natürlich entsprechend“, beschrieb Gawlik die Szene.

Schönenbach nutzte die Überzahl und kam durch Berkan Durdu (90.+3) sowie Umut Kizilyar (90.+5) jeweils nach Standardsituationen auf 3:2 heran. „In solchen Momenten wird es natürlich schnell unruhig und ein bisschen hektisch. Wir waren dann letztlich froh, als der Schiedsrichter abgepfiffen hat“, gestand Gawlik. Dennoch überwog der Stolz: „Ich bin sehr stolz auf unsere Jungs, dass wir nach der vergangenen Woche endlich wieder eine Leistung bestätigen konnten und erneut ein Team aus der Spitzengruppe ärgern konnten. Das macht mich sehr glücklich.“