Der KFC Uerdingen darf auf Unterstützung bauen.
Der KFC Uerdingen darf auf Unterstützung bauen. – Foto: Meiki Graff

Fans rennen dem KFC die Bude ein

Der KFC Uerdingen, der mit drei Duisburger Teams in der Fußball-Oberliga spielt, schwebt auf einer Sympathiewelle  und hat mehr als 1000 Dauerkarten verkauft. Zum Auftakt gegen den SC Cronenberg ist die Südtribüne ausverkauft.

Erfolg macht sexy, entsprechend stehen Absteiger auf der Beliebtheitsskala nicht weit oben. Nur auf den KFC Uerdingen scheint das nicht zuzutreffen – zumindest nicht im Jahr 2022. Der Verein ist innerhalb von gut einem Jahr von der Dritten Liga über die Regionalliga in die Oberliga durchgereicht worden und hat aufgrund seiner Misswirtschaft, die in einer doppelten Insolvenz von GmbH und Verein gipfelte, eigentlich jeglichen Kredit verspielt.

Doch dem Traditionsklub ist etwas Wundersames gelungen. Der neue Vorstand mit Damien Raths, Andreas Scholten und Christoph Lenz hat das Vertrauen und Sympathien zurückgewonnen. Das wird von der Wirtschaft, wenngleich noch zögerlich, honoriert und ebenso von Partnern, wie die Kooperation mit dem SC Bayer 05 Uerdingen zeigt. Und auch von den Fans. Die rennen den Uerdingern die Bude ein.

Dauerkartenverkauf gestoppt

Der Verein hat für die kommende Oberliga-Saison mehr als 1000 Dauerkarten verkauft. Das ist rekordverdächtig und zumindest in dieser Spielklasse deutschlandweit einmalig. Der Dauerkarten-Verkauf wurde inzwischen gestoppt, weil im Stadion Grotenburg aus Sicherheitsgründen nur 2000 Zuschauer zugelassen sind.

Dass das Heimspiel zum Auftakt gegen den Cronenberger SC ausverkauft sein wird, zeichnet sich inzwischen deutlich ab. Die Südtribüne ist schon ausverkauft, es gibt nur noch Stehplatztickets für den Block S der Westkurve.

Zugleich ist es dem Vorstand gelungen, die Euphorie sportlich im Zaum zu halten und die Erwartungen nicht explodieren zu lassen. So wird von den meisten Fans die offizielle Sprachregelung bezüglich der Zielsetzung übernommen: Der KFC will oben mitspielen, ob es am Ende zum Aufstieg reicht, wird man sehen. Das sei schließlich von vielen Faktoren abhängig.

Jetzt muss der sportliche Erfolg kommen

Die Euphorie um den KFC wird auch durch das inzwischen seit über vier Jahren währende Ärgernis der sich stets verzögernden Sanierung des Stadions Grotenburg nicht ausgehebelt. Der Verein und die Fans sind glücklich, dass ihre Mannschaft nach vier Jahren in Duisburg, Düsseldorf, Lotte und Velbert wieder in Krefeld spielen kann. Das Stadion war nach dem 5. Mai 2018 wegen erheblicher Sicherheitsmängel gesperrt worden. Am 23. April 2022 durfte erstmals wieder der Ball rollen – auf einer Baustelle mit maximal 2000 Zuschauern, die stehen oder auf Betonstufen sitzen können. In den bisherigen Partien hatte der Hauptsponsor des KFC Sitzkissen spendiert. Das ist passé und geschehen ist in den zurückliegenden Monaten nichts. Um die städtische Peinlichkeit zu lindern, bietet der Verein Sitzkissen zum Kauf an.

Der Uerdinger Vorstand erträgt die Missstände im Stadion Grotenburg, das ohne die ehrenamtliche Hilfe der Fans noch immer nicht genutzt werden könnte, mit größter Geduld. Dass sich die Mietforderungen der Stadt aufgrund der Bedingungen im Rahmen halten, ist das Mindeste. „Wir haben mit der Stadt eine vernünftige Vereinbarung getroffen, die dem Zustand der Grotenburg angemessen ist“, sagt Vorstandsmitglied Christoph Lenz.

Aufrufe: 04.8.2022, 12:00 Uhr
Thomas SchulzeAutor