
Am Montagabend fasste die Spruchkammer des Südwestdeutschen Fußballverbandes ein neues Urteil zum Fall Nauwid Amiri. Der Trainer der TuS Mechtersheim soll Julian Malburg, Spieler von Arminia Ludwigshafen, geschlagen haben. Dieser Vorwurf konnte bei der Verhandlung offenbar nicht untermauert werden. „Wichtig ist mir, zu betonen: Das Gericht hat keine Tätlichkeit festgestellt“, sagt der Bruder von Mainz-05-Profi Nadiem Amiri.
Viel Aufregung um relativ wenig. Nauwid Amiri, der Trainer von Fußball-Verbandsligist TuS Mechtersheim, wurde von der Spruchkammer des Südwestdeutschen Fußballverbandes (SWFV) für neun Wochen gesperrt. Das ursprüngliche Urteil hatte sechs Wochen gelautet, ehe der SWFV selbst das Verfahren auf eine höhere verbandsjuristische Ebene hievte.
Das neue Urteil ändert im Grunde – gar nichts. Statt bis zum 16. Dezember ist Amiri nun bis zum 6. Januar gesperrt. Im Mechtersheimer Spielplan stehen noch die Heimspiele gegen Morlautern (28. November) und Bad Kreuznach (7. Dezember), die Winterpause endet im Februar. Beim Hallenturnier seines Ex-Clubs TSG Pfeddersheim im Januar wird Amiri sein Comeback an der Seitenlinie feiern.
Dreieinhalb Stunden, samt Urteilsverkündung, dauerte die Verhandlung in Edenkoben am Montagabend. Neben Julian Malburg, dem Arminia-Ludwigshafen-Spieler, den Amiri ins Gesicht geschlagen haben soll, sagten Vertreter beider Vereine, ein TuS-Spieler und auch eine Zuschauerin aus. Heraus kam neben der Sperre auch eine niedrige Geldstrafe.
„Wichtig ist mir, zu betonen: Das Gericht hat keine Tätlichkeit festgestellt“, sagt Amiri, „es ging um einen kurzen, unsportlichen Kontakt, der in einer Situation gegenseitiger Beleidigungen und Provokationen entstanden ist, ohne Vorsatz. Das wurde in der Verhandlung deutlich. Ich habe den Spieler nicht geschlagen, sonst reden wir von einer Sperre von einem Jahr oder mehr. Für mich ist das eine Erleichterung. Ich werde die Sperre akzeptieren.“ Die letzten Wochen hätten sich wie eine öffentliche Hetzjagd angefühlt: „Das Video wurde von vielen interpretiert, ohne die Fakten zu kennen. Das war eine sehr belastende Zeit, die mir gezeigt hat, wie schnell sich ein Bild verfestigen kann.“
Weniger glücklich ist Julian Malburg mit dem Urteil. Strafmildernd sei ausgefallen, dass Amiri sich nach dem Spiel zwei Mal persönlich entschuldigt habe. „Ich möchte damit abschließen und mich völlig auf den Fußball fokussieren“, sagt Malburg, „ich finde das Strafmaß sehr niedrig für das, was er getan hat. Aber: vergeben und vergessen. Ich hoffe, er weiß, was er getan hat. Für mich ist es eine Demütigung, so etwas erlebt zu haben.“ Die erlitt am Tag nach dem Urteilsspruch auch sein Bruder Adrian Malburg, der von der TuS Mechtersheim suspendiert wurde.