
Falke Bergrath ist der Sieger der 34. Eschweiler Hallenfußball-Stadtmeisterschaft der Sparkasse. Zuvor gewann Bergrath das Turnier erst einmal – bei der auch einzigen Finalteilnahme im Jahr 2008. Damals war Dieter Cremer Falken-Trainer und Willi Greven letztmals Hallensprecher. „Es ist großartig, nach 18 Jahren wieder diesen Pokal zu gewinnen“, jubelte Reiner Gülpen, der in den nächsten Tagen sein Amt als 1. Vorsitzender der Falken auf eigenen Wunsch abgeben wird.
Im Finale setzte sich Eschweilers einziger Herren-Bezirksligist gegen die Überraschungsmannschaft Rhenania Lohn durch. Beide begegneten sich schon in der Gruppenphase. Mit Lohns 4:3-Erfolg war Bergrath wie beim Raiffeisen-Cup vor einer Woche auf fremde Hilfe angewiesen, um ins Halbfinale einzuziehen. Dem FV Eschweiler hätte ein Sieg gegen den SC Berger Preuß gereicht, um gemeinsam mit Lohn weiterzukommen, doch mit dem 3:3 schied der FV genauso aus wie der zu statisch spielende Titelverteidiger Berger Preuß (zwei Remis). Bürgermeister Patrick Nowicki scherzte: „Ich bin erleichtert, dass ich bei meiner ersten Stadtmeisterschaft als Schirmherr nicht gleich einen neuen Wanderpokal kaufen muss.“ Hintergrund: Berger Preuß hätte die Trophäe mit dem dritten Titel in Folge dauerhaft behalten dürfen. Nowicki dankte allen Beteiligten, die das Event möglich machten, darunter den Helfern des Ausrichters SV St. Jöris mit seinem 2024 vom Fußball-Verband Mittelrhein ausgezeichneten Serviceteam.
Die zahlreichen Zuschauer in der Eichendorffhalle – es herrschte aber nicht so ein großer Andrang wie beim Raiffeisen-Cup, sodass jeder einen Platz fand – sahen in Gruppe A, wie sich der FC Eschweiler und der SV St. Jöris erwartungsgemäß behaupteten. Der FC Eschweiler spielte noch homogener als beim Raiffeisen-Cup und besiegte diesmal auch St. Jöris (3:0). Die Sportfreunde Hehlrath schnupperten nach zwei Führungstoren im letzten Gruppenspiel gegen St. Jöris kurz mal am Halbfinale, am Ende fehlten allerdings die Mittel (2:6) – genau wie bei Rhenania Eschweiler.
Nach ziemlich klar und unspektakulär verlaufenen Hallen-Stadtmeisterschaften in den beiden Vorjahren war das Turnier in diesem Winter wieder ausgeglichen und interessant. Zudem zeigten sich die Mannschaften in bester Torlaune (insgesamt 119 Treffer, zuvor nach der Corona-Pause nicht mehr als 98). Im Halbfinale gewann Bergrath mit 6:3 gegen den FCE, bei dem erneut die „Halbfinal-Panik“ einsetzte (viertes Hallen-Halbfinale der Clubgeschichte, kein Sieg). In der zweiten Partie schlug Lohn mit einem rassigen 9:6 die St. Jöriser, die nicht zur Form beim Raiffeisen-Cup fanden und auch das Spiel um Platz drei verloren (1:5 gegen FCE).
Hingegen stand Lohn zum dritten Mal in Serie im Finale. Angeführt vom trickreichen Marokkaner-Trio Aissam Ouahmani, Elyas Khayer und Torschützenkönig El Mahdi Taouili (10 Tore) lieferte sich die Rhenania einen packenden Schlagabtausch mit den Bergrathern. Dreimal lagen die Falken zurück, etwa durch ein Eigentor nach eigenem Eckstoß und Ouahmanis eindrucksvollem Heber durch die halbe Halle. Doch die von Faton Popova gecoachten Bergrather gaben nie auf und hatten nach Toren von Torwart Nino Rödder, Malik Avci, Sascha Schoenen und Ferhat Özcan beim Stand von 4:4 in der Schlussminute durch Emirhan Akcan das letzte Wort.
Stephan Theißen von der Sparkasse freute sich über das spannende Finale und die Fairness. Die Schiedsrichter Simeon Filipov, Tim Reisen und Geert Desmedt schritten bei Grätschen konsequent ein und mussten am gesamten Tag nur drei Zeitstrafen verhängen. Marcel Ripphausen, 1. Vorsitzender des Ausrichters St. Jöris, zog ebenfalls eine positive Bilanz: „Es war eine gelungene, harmonische Stadtmeisterschaft. Wir sind sehr zufrieden.“ Sein Dank ging auch an den FC Eschweiler und die ESG-Handballer, die Material bzw. Räumlichkeiten zur Verfügung stellten, sowie die Turnierleitung mit Matthias Hanf, Wilfried Pütz, Tim Schmitz und Dominik Scholl.