
Der SV Todesfelde hat mit einem offenen Brief für Aufsehen gesorgt. Unter dem Motto „FairPlay statt Regelstarre“ kritisierte der Verein die aus seiner Sicht unflexible Anwendung des Regelwerks nach einer Spielabsage infolge einer unverschuldeten Verspätung. Die Todesfelder Mannschaft war auf dem Weg zu einem Auswärtsspiel in Satrup in einen massiven Stau geraten – laut Verein ohne Chance, rechtzeitig anzukommen.
Trotz laufendem Austausch mit Gegner und Schiedsrichter wurde das Spiel letztlich abgesagt, da die Ankunftszeit über die in den Statuten vorgesehene Frist hinausging. Die Folge: eine 0:5-Wertung gegen Todesfelde sowie ein Punktabzug von drei Zählern.
Der Verein spricht in seinem offenen Brief von einer „Wettbewerbsverzerrung“ und fordert eine Überprüfung der Regularien. „Wir wollen spielen – immer“, heißt es in der Erklärung. Der Appell richtet sich nicht gegen den Gegner TSV Nordmark Satrup, sondern an die Verbände: Im Mittelpunkt steht der Wunsch nach mehr Flexibilität und sportlicher Fairness in außergewöhnlichen Situationen.
Stellt euch mal vor:
Ihr seid eine Oberliga-Mannschaft, habt jedes Spiel gewonnen, steckt voller Leidenschaft, Teamgeist und Motivation – und wollt einfach nur Fußball spielen. ⚽
Der Bus ist unterwegs, alle heiß auf das nächste Auswärtsspiel – doch dann: Stillstand.
Ein Mega-Stau, kein Vor und Zurück. Wir bleiben in Kontakt mit Gegner und Schiedsrichter, das Navi sagt: „Alles gut, ihr seid pünktlich.“
Doch irgendwann geht gar nichts mehr. Und uns wird klar: Wir schaffen’s nicht rechtzeitig.
Der Schiri sagt: „Egal wann ihr kommt, wir warten.“
Anstoß wäre um 14:00 Uhr, laut Regelwerk müssen wir bis 14:45 Uhr antreten.
Unsere Ankunft? 15:15 Uhr.
Wir sagen: „Okay – wir kommen, wir spielen, auch ohne Aufwärmen!“
Alles, nur damit das Spiel stattfinden kann, damit niemand benachteiligt wird.
Doch der Gegner lehnt ab. Das Spiel wird abgesagt.
📜 Regeltechnisch? Ja, korrekt.
💔 FairPlay? Das darf jeder für sich beantworten.
Ergebnis: 0:5 verloren und zusätzlich -3 Punkte Abzug.
Diese Regel stammt aus einer Zeit, in der man verhindern wollte, dass Mannschaften durch einen Nichtantritt einen Vorteil im Tabellenkampf bekommen.
Wer also kampflos verliert, soll nicht besser dastehen als Teams, die sich auf dem Platz stellen – selbst wenn sie dort vielleicht höher verlieren.
Aber das sind nicht wir.
Wir sind der SV Todesfelde.
Wir kämpfen. Wir stehen zusammen. Wir wollen spielen – immer.
Und jetzt?
Diese Entscheidung verzerrt den Wettbewerb – im Aufstieg wie im Abstieg.
Das kann und darf nicht im Sinne des Fußballs sein.
Wir sagen ganz klar:
❌ So geht FairPlay nicht.
✅ Wir fordern: Überdenkt diese Regel!
Für den Sport. Für den Fußball. Für die Fairness.
Die 1. Mannschaft des SV Todesfelde
💛💙 SV Todesfelde – eine Region, ein Team.
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In den sozialen Medien sorgt der Fall für Diskussionen. Ein Leser mahnt in einem Kommentar, beide Seiten anzuhören. Er verweist darauf, dass die Baustelle, die den Stau verursachte, bereits seit Wochen bekannt gewesen sei.
„Warum erkundigt man sich nicht vor der Abfahrt?“, fragt er und merkt an, dass einige Fans und auch der Vereinspräsident trotz späterer Abfahrt rechtzeitig im Stadion gewesen seien. Hinzu kommt, dass im Anschluss des Ligaspiels noch ein weiteres auf dem Platz stattgefunden hat.
Während der SV Todesfelde – übrigens unangefochtener Tabellenführer der Oberliga Schleswig-Holstein – auf die außergewöhnlichen Umstände und die unflexible Regel pocht, sehen andere Beobachter auch eine Mitverantwortung beim Verein – etwa durch fehlende Reiseplanung oder Risikoeinschätzung.
Beide Positionen berühren zentrale Fragen des Sports: Wie viel Regelstrenge braucht der Wettbewerb – und wann wird sie zum Hindernis für FairPlay? Das Regelwerk dient dazu, klare Abläufe zu sichern und Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern. Doch Fälle wie der des SV Todesfelde zeigen, dass starre Vorgaben mitunter an ihre Grenzen stoßen können, wenn sie außergewöhnliche Umstände nicht ausreichend berücksichtigen