
Aufsteiger im Porträt: Die Fußballer der Spvgg. Andelsbach feiern die Meisterschaft in der Kreisliga B. Ein Faktor ist die Kaderbreite, sagt der Kapitän. Beim entscheidenden Tor brechen alle Dämme.
In einer Serie porträtieren wir Aufsteiger im Amateursport. Heute: die Spvgg. Andelsbach − Aufsteiger in die Kreisliga A. Die meisten Tore (100) und die wenigsten Gegentreffer (24) waren für die Spielvereinigung des SV Hänner, FC Rotzel und SV Luttingen nur ein Faktor auf dem Weg zur Meisterschaft in der Fußball-Kreisliga B, Staffel III. Kapitän Fabian Goering blickt zurück.
BZ: Welcher Satz fasst die Saison am besten zusammen?
Goering: Seit dem dritten Spieltag durchgehend Erster gewesen – viel verdienter kannst du nicht Meister werden.
BZ: Mannschaftliche Geschlossenheit vorausgesetzt – was war darüber hinaus ein wichtiger Erfolgsfaktor?
Goering: Wir haben eine sehr gute Kaderbreite. Drei bis vier Spieler könnten auch höherklassig spielen. Auch deshalb waren wir in dieser Saison so souverän.
BZ: Die beste Anekdote der Saison?
Goering: Im letzten Hinrundenspiel haben wir gegen Murg verloren, woraufhin die Murger uns großspurig den Meisterkampf angesagt haben – im Endeffekt sind sie am letzten Spieltag nicht einmal angetreten. Stattdessen haben wir gegen unsere A-Jugend gespielt und gemeinsam den Saisonabschluss gefeiert.
BZ: Welchen Moment der Saison werden Sie in besonderer Erinnerung behalten?
Goering: Das letzte Spiel im Jahr 2023 in Buch, weil es meine letzte Partie auf dem Platz war. Im Winter habe ich mich schwer am Knie verletzt und daraufhin meine fußballerische Laufbahn beendet. Auch wenn ich damals nicht mein bestes Spiel gemacht habe, bleibt so ein Erlebnis natürlich hängen…
BZ: Welcher Saisonerfolg war der vielleicht wichtigste?
Goering: Der 3:1-Sieg im Nachholspiel gegen Bergalingen. Kurz vor Schluss hat Nick Fischer mit einem Traumtor das 2:1 erzielt. Dann sind alle Dämme gebrochen, weil wir wussten: die Meisterschaft ist eingetütet. Die Feier nach dem Spiel war wild.
BZ: Wer war der Spieler des Jahres – nicht nur sportlich?
Goering: Unser zentraler Achter Felix Schmidle. Der hat 31 Tore und zehn Assists beigesteuert und war herausragend.
BZ: Welcher Spieler musste die meisten Kisten zahlen?
Goering: Ich tippe auf unseren Co-Trainer Patrick Ruch, aber er hat das auch freiwillig gemacht. Ein großes Merci an ihn für seinen unermüdlichen Einsatz, was das betrifft (lacht).
BZ: Wer hat sich auf der Aufstiegsfeier als größtes Feierbiest entpuppt?
Goering: Bei insgesamt drei Meisterfeiern ist das nicht einfach zu beantworten … aber unsere beiden Füchse Fabian Leuenberger und Leon Eckert haben schon richtig Gas geben.
BZ: Wer war der größte Fan?
Goering: Da kann ich niemand Speziellen nennen. Aber für Kreisligaverhältnisse ist unser Support außergewöhnlich. Andere Vereine loben uns schon mal für unsere Fanbase.
BZ: Welcher Song passt am besten zur Mannschaft?
Goering: „Hooked“ von Notion.
BZ: Welche Auswärtsfahrt werden Sie vermissen?
Goering: Vor allem die Derbys gegen Niederhof/Binzgen.
BZ: Wo steht der Verein in einem Jahr?
Goering: Durch unsere Jugend sind wir auf einem guten Weg, den Kader in den nächsten Jahren weiter zu verbessern. Hinzu kommen einige erfahrene Spieler, die auch schon Bezirksliga gespielt haben. Deshalb gehe ich davon aus, dass wir in der Kreisliga A gut mithalten werden.
BZ: Wo muss sich der Verein besser aufstellen?
Goering: Was das Organisatorische betrifft, sind wir ziemlich chaotisch. Wir bekommen die Dinge meistens gut improvisiert, aber da ist noch Luft nach oben. Andererseits könnte man auch sagen: Das organisierte Chaos ist unsere DNA.
BZ: Ralf Lauber ist ein super Meistertrainer, aber…
Goering: … für meinen Geschmack könnte er noch häufiger rotieren. Trotzdem hat er es geschafft, alle Spieler bei Laune zu halten. Und wer am Ende so souverän aufsteigt, hat vermutlich wenig falsch gemacht.
Fabian Goering (29) ist in Hänner geboren und kickt seit der Jugend durchgehend beim SV Hänner. Seit 2018 schnürte der Rechtsaußen seine Schuhe für die neu gegründete Spvgg. Andelsbach, die er in den vergangenen beiden Jahren als Kapitän anführte. Goering lebt in Laufenburg und arbeitet in einem Bauingenieurbüro in Zürich.