
Der 29. Spieltag der Sachsenliga führt den FC Oberlausitz Neugersdorf zu einer Dienstreise mit gänzlich unterschiedlichen Motivationslagen. Am Samstagnachmittag gastiert die Mannschaft von Trainer Stefan Richter beim SV Tanne Thalheim. Tabellarisch begegnen sich beide Teams in gänzlich unterschiedlichen Sphären: Der FCO rangiert mit 56 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz und hat Rang vier (FV Dresden 06 Laubegast, 57 Punkte) fest im Visier. Die Gastgeber aus dem Erzgebirge hingegen stecken als Tabellenvierzehnter mit 23 Zählern tief im Tabellenkeller und kämpfen um die letzte theoretische Chance auf den Klassenerhalt.
Die Neugersdorfer reisen mit Rückenwind an. Am vergangenen Spieltag fuhren die Blau-Weißen einen verdienten 3:1-Heimerfolg gegen den VfB Fortuna Chemnitz ein, bei dem Markus Palme und David Halbich mit einem Doppelpack die Weichen stellten. Verzichten muss Trainer Richter im Erzgebirge allerdings auf Matteo Uhlig, der gegen Chemnitz die Gelb-Rote Karte sah.
Für den FCO geht es im letzten Auswärtsspiel der Saison 2025/2026 vor allem darum, die Spannung hochzuhalten. Kapitän Karl Petrick stellt vor der Partie klar, dass man die Partie trotz der komfortablen Tabellensituation keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen werde: „Für uns steht die letzte Auswärtsfahrt der Saison an, und wir möchten uns noch einmal ordentlich präsentieren. Uns ist bewusst, dass es für Thalheim um sehr viel geht, da sie mitten im Kampf um den Klassenerhalt stecken.“
Petrick fordert von seinem Team die nötige Professionalität, um die Punkte zu entführen: „Wir werden die Situation entsprechend annehmen und wollen noch einmal alles auf den Platz bringen. Unser Ziel ist es, eine engagierte Leistung zu zeigen und die letzte Auswärtsfahrt der Saison mit einem positiven Gefühl abzuschließen.“
Wie schwer die Aufgabe für den Aufsteiger wird, zeigt der Blick auf das furiose Hinspiel, das der FCO deutlich mit 5:2 für sich entscheiden konnte. Auch Thalheims Trainer René Wendler hegt enormen Respekt vor der Offensivkraft der Oberlausitzer und bezeichnet Neugersdorf als eine „spielerisch starke Mannschaft, eine der Stärksten“ der Liga. Für sein Team, das zuletzt knapp mit 1:2 beim Reichenbacher FC unterlag, sei die Partie eine „Herkules-Aufgabe“.
Dennoch klammert sich Tanne Thalheim im letzten Heimspiel der Saison an den sprichwörtlichen Strohhalm, um die „kleine Flamme, die noch lodert“, am Leben zu erhalten. Wendler kündigte an, dass seine Mannschaft „ihr letztes Hemd geben“ und das Herz auf dem heimischen Rasen lassen werde. Für Neugersdorf gilt es, genau diese emotionale Wucht des Gegners mit spielerischer Reife zu kontrollieren, ehe am darauffolgenden Wochenende das große Saisonfinale vor heimischer Kulisse ansteht.