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Ex-Jüchener bald ein Nationalspieler?

Bis zur Winterpause kickte der Stürmer Glayne Wago für den Oberligisten VfL Jüchen/Garzweiler. Bei seinem neuen Verein, dem Ligakonkurrenten FC Büderich, wird dem Franzosen nun eine große Ehre zuteil.

von RP / Sascha Köppen & David Beineke · 12.03.2026, 16:30 Uhr · 0 Leser
Glayne Wago (weißes Trikot) könnte bald für die Nationalmannschaft der zentralafrikanischen Republik auflaufen
Glayne Wago (weißes Trikot) könnte bald für die Nationalmannschaft der zentralafrikanischen Republik auflaufen – Foto: Markus Becker

Der Oberligist VfL Jüchen/Garzweiler hätte einen angehenden Nationalspieler in seinen Reihen haben können. Doch weil sich die Wege der Jüchener und des Stürmers Glayne Wago im Winter trennten, wird daraus nichts. Dafür kann Wagos neuer Klub FC Büderich diese positiven Schlagzeilen für sich verbuchen. Denn wie jetzt bekannt wurde, erhielt der in Frankreich aufgewachsene 23-Jährige eine Einladung zu einem Trainingscamp der Nationalmannschaft.

Einladung aus Zentralafrika

Allerdings hat sich nicht Didier Deschamps gemeldet, um Wago für die Equipe Tricolore vorzuspielen zu lassen, sondern Rigobert Song, der einst für den 1. FC Köln kickte und mit 137 Einsätzen legendärer Rekord-Nationalspieler Kameruns ist. Song ist inzwischen Teamchef der Nationalmannschaft der Zentralafrikanischen Republik, dem Land, aus dem Wagos Eltern stammen. „Er ist ein ehemaliger Spieler, der eine sehr schöne Karriere in den großen französischen Ligen hatte. Der Staff des Nationalteams von Zentralafrika besteht aus ehemaligen Profispielern mit viel Erfahrung, was für mich in meiner Entwicklung ein großer Vorteil sein wird“, sagt Wago.

Dass er als Amateurspieler eine Chance bekommt, auch international aufzulaufen, hat freilich auch damit zu tun, dass die Zentralafrikanische Republik nicht unbedingt zu den Großmächten im Weltfußball gehört. Das Land belegt in der FIFA-Weltrangliste nur Rang 138, eingerahmt von Turkmenistan und Lettland. Nach dem Aufstieg mit Jüchen in die Oberliga lief es dort für den Stürmer nicht optimal, es kam in der Winterpause zur Trennung. In Büderich sammelte der 23-Jährige bislang fünf Einsätze und stellte sich insbesondere Anfang März mit seinem Siegtor beim 1:0-Auswärtserfolg gegen den Aufstiegsfavoriten KFC Uerdingen ins Schaufenster.

„In gewisser Weise vertrete ich in Zentralafrika auch meinen Verein FC Büderich. Dort haben es mir die beiden Trainer Sebastian Siebenbach und Torsten Schedler seit meiner Ankunft in der letzten Winterpause in großartiger Weise ermöglicht, wieder Selbstvertrauen und Spielrhythmus zu finden und meine Karriere in Deutschland fortzusetzen“, so Wago, der schon länger auf den Zetteln der Verbandsverantwortlichen steht. Es gab schon mal Kontakt, als der schnelle Stürmer in Schweden Jung-Profi beim IFK Östersund war, damals ging es allerdings noch um die U23. Als Wago dann 2023 nach Deutschland kam und zunächst beim Landesligisten ASV Süchteln und in der Saison darauf in Jüchen anheuerte, wurden die Gespräche konkreter.

Prominente Mitspieler

„Schließlich wurde ich vom Nationaltrainer kontaktiert, der mein eher atypisches Offensiv-Profil sehr interessant findet“, sagt Wago und ergänzt: „Ich fühle mich sehr geehrt, für die Nation meiner Eltern berufen worden zu sein. Ich kenne das Land gut und war schon mehrmals dort.“ Bei dem Trainingslager vom 23. bis 31. März in der Hauptstadt Bangui wird der ehemalige Jüchener auch auf einige prominente Landesleute treffen. Etwa auf Geoffrey Kondogbia von französischen Erstligisten Olympique Marseille.

„Es gibt auch andere Fußballer, die in großen europäischen Ligen spielen, wie der Premier League, La Liga oder auch in Italien. Es könnte außerdem ein Spieler dabei sein, mit dem ich früher in Frankreich in der U19-Nationalelf gespielt habe“, erklärt Wago. Auch Jüchens Coach Daniel Klinger ist überrascht, dass sein Ex-Spieler zum Trainingslager der Nationalmannschaft Zentralafrikas eingeladen wurde. Selbst wenn er ihm seine fußballerischen Qualitäten auf Amateurebene nicht absprechen will.

„Sportlich hat es Glayne bei uns gut gemacht, er hat uns mit seinen Toren geholfen, in die Oberliga aufzusteigen. Dass wir uns im Winter getrennt, lag daran, dass es neben dem Fußball nicht mehr gepasst hat“, sagt Klinger. Das hat nun allerdings die Folge, dass die Jüchener kein Stückchen von dem Glanz abbekommen, wenn Wago tatsächlich die Chance auf ein Länderspiel bekommen sollte.