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Spielvorbericht

Euphorie und Abwärtstrend

Viel Brisanz im Derby zwischen TSV Mommenheim und TSV Zornheim in der Bezirksliga Rheinhessen +++ AZ überträgt live

von Peter Schneider · 15.11.2025, 12:00 Uhr · 0 Leser
Zusammenhalt im Wiesgartenstadion: Die Spieler des TSV Mommenheim freuen sich aufs Derby gegen den TSV Zornheim.	Foto: Kristina Schäfer
Zusammenhalt im Wiesgartenstadion: Die Spieler des TSV Mommenheim freuen sich aufs Derby gegen den TSV Zornheim. Foto: Kristina Schäfer

Mainz. Es sind nur 5.400 Meter, die die Sportplätze voneinander trennen. Knapp zehn Minuten über die K34. Ein echtes Derby. Der TSV Mommenheim erwartet am Sonntag, 15 Uhr, den TSV Zornheim zum ersten Rückrunden-Duell in der Fußball-Bezirksliga. Die AZ überträgt das Spiel im Livestream. „Das Derby ist immer ein besonderes Spiel”, sagt Fabian Meurer, Spielertrainer der Zornheimer: „Wir wissen, dass es ein bisschen hitziger und umkämpfter wird als sonst.” Im Hinspiel überfuhr sein Team die Nachbarn mit 4:1. Ein Spiel, das die Mommenheimer „immer noch wurmt”, wie Trainer Ricardo Baroli zugibt. Deshalb das Motto: „Wir wollen alle Zuschauer, die beim Hinspiel dabei waren, mit einem guten Spiel entschädigen.”

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Der Trend könnte unterschiedlicher nicht sein bei den TSV-Teams: Die Mommenheimer holten sieben Punkte aus den vergangenen drei Spielen, erzielten in den jüngsten zwei Partien zehn Tore, das 6:1 gegen die TSG Bretzenheim II am vergangenen Sonntag war der höchste Bezirksliga-Sieg des TSV. Auch das beste Saisonspiel? „Es ist schwer zu vergleichen, aber ich würde sagen: Ja. Denn Bretzenheim ist für mich ein Top-Gegner“, ordnet Baroli ein.

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Ein anderes Bild bei den Zornheimern, die mit sieben Spielen ohne Niederlage (bei drei Remis) in die Saison gestartet waren und als Tabellenführer grüßten: Seitdem gelang mit dem 1:0 gegen Fontana Finthen nur noch ein einziger Sieg, die restlichen sieben Spiele wurden verloren, zuletzt waren es drei Partien ohne eigenen Torerfolg. Damit rutschte der TSV auf den zwölften Platz ab – Abstiegsgefahr.

Zornheimer Personalsorgen gelten nicht als Ausrede

„Wir waren am Anfang nicht so gut, wie man vielleicht dachte, es ist jetzt aber nicht alles so schlecht, wie manche vielleicht denken”, sagt Meurer. „Es waren zuletzt knappe Spiele.” Jüngstes Beispiel: Beim Tabellenzweiten, der TuS Marienborn II, mit 0:1 verloren „durch ein blödes Standardtor, während wir aus zweieinhalb großen Chancen leider nichts gemacht haben”, sagt Meurer, der fünf Treffer erzielt hat, zuletzt wegen Oberschenkelverletzung aber nur zu Kurzeinsätzen kam.

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Mit Kapitän Nils Horn (fünf Treffer in den ersten sechs Spielen) fehlt ein Goalgetter seit Wochen wegen Muskelverletzung. Auch Luis Spang (30 Tore in der Aufstiegssaison, in der vergangenen dann 16) spielt erst seit ein paar Wochen wieder, wurde zuletzt dreimal eingewechselt. „Nach einer langwierigen Verletzung bauen wir ihn langsam wieder auf”, sagt Meurer. Die Personalprobleme (auch die Abwehrstützen Sky-Milton Bohne – wegen Studium – und Dennis König fehlten zuletzt häufig) lässt Meurer aber nicht gelten: „Wir sind trotzdem kompetitiv mit der Mannschaft, die wir haben”, sagt der Coach und fügt hinzu: „Hoffen auf die Winterpause bringt nichts. Ich will jetzt schon das Problem lösen, mit denen, die da sind. Und ich glaube, dass das geht. Mein Vertrauen in die Mannschaft ist groß.”

„Mister Mommenheim” Maurice Göbig mit starker Torbilanz für Mommenheim

Im Nachbarort surfen sie auf einer Euphoriewelle, ausgelöst durch die jüngsten Knotenplatzer. „Wir hatten uns auch in den Spielen zuvor Chancen erarbeitet, jetzt verwerten wir sie”, sagt Baroli: „Wir kommen immer mehr in einen Flow.” Auch weil das Zusammenspiel mit den Neuzugängen besser klappt. „Bis auf fünf, sechs Säulen ist es ja schon eine neue Mannschaft, gespickt mit jungen Spielern”, sagt Baroli. Der 32-Jährige trat im Sommer die Nachfolge des als Co-Trainer zum Oberligisten SV Gonsenheim gewechselten Sven Liebisch an. Verlassen kann er sich auf „Mister Mommenheim”: Maurice Göbig kommt in 183 Spielen für den TSV auf 110 Tore. In dieser Saison sind es bislang neun Treffer in elf Spielen. „Als er verletzt war, haben wir ihn schmerzlich vermisst”, sagt Baroli.

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5,4 Kilometer trennen die Sportplätze. In der Tabelle sind es derzeit acht Punkte und acht Plätze. Im Hinspiel waren es drei Tore. Mommenheim benötigt Zähler, um an den zweiten Tabellenplatz, den Relegationsrang, anzudocken. Zornheim benötigt Zähler, um nicht auf die Abstiegsplätze zu rutschen. Am drittletzten Spieltag des Jahres liegt viel Brisanz in der Partie im Wiesgartenstadion, der „grünen Hölle“, wie sie in Mommenheim sagen. Von den jüngsten 17 Duellen hat jedes Team jeweils sechs gewonnen, fünf endeten Remis. „Man kennt sich”, sagt Fabian Meurer, „über dieses Spiel wird innerhalb der Mannschaft definitiv mehr geredet als über andere, auch drumherum. Da will man noch mal mehr gewinnen als sonst.”