Das Ergebnis klang deutlicher, als es der Spielverlauf hergab. Im Hinspiel der Finalrunde der Landesliga-Relegation behauptete sich der SV Wenzenbach am Mittwoch mit 2:0 über den SV Etzenricht. Nico und Stephan Sturm trafen ins Schwarze. Die 90 Minuten an sich verliefen jedoch total auf „Messers Schneide“. Einschussmöglichkeiten gab es hüben wie drüben. Gut und gerne hätte es auch 2:2 ausgehen können. Den Nordoberpfälzern standen ein stark aufgelegter Torwart und die Latte im Wege.
Dank des späten zweiten Tores hat sich Wenzenbach eine hervorragende Ausgangsposition verschafft. Und alle Trümpfe in der Hand vorm alles entscheidenden Rückspiel am morgigen Samstag (16 Uhr) in Etzenricht. Der (Noch-)Landesligist muss zwei Tore aufholen und einen Glanztag erwischen, um dem Abstieg doch noch von der Schippe zu springen. Dass der Wendl-Truppe dies durchaus zuzutrauen ist, hat sie aber schon zur Genüge bewiesen. Entschieden ist noch nichts!
Von einer Vorentscheidung will auch Matthias Beier, der Vorsitzende und 2. Abteilungsleiter des SV Wenzenbach, nichts wissen. Beier, der mit seinem Mitstreiter Stefan Scherr noch kein grünes Licht in Sachen neuer Cheftrainer geben kann, sagt vor dem Re-Match: „Wir sind gewarnt. Schon aus dem Hinspiel. Der Gegner hatte sehr viele gute Chancen und ist jederzeit für ein Tor gut – vor allem nach Standards. Unser Torwart hat ein paar Mal glänzend pariert. Von daher wissen wir, wie schnell sie ins Spiel zurückkommen können.“ Der Funktionär verweist auf die erste Relegationsrunde. Hier verlor Etzenricht gegen Hahnbach das Hinspiel ebenfalls 0:2 und konnte das Blatt im zweiten Duell noch wenden. Ein erneutes SVE-Comeback will der Vizemeister der Bezirksliga Süd natürlich unbedingt verhindern. Beier: „Wir wollen wieder auf unsere offensive Stärke setzen, im vierten Relegationsspiel am besten den vierten Sieg einfahren und das Ding nachhause fahren.“ Im Wenzenbacher Tor wird voraussichtlich erneut der zuletzt so starke Stefan Glötzl stehen. Sein Torwartpartner Patrick Winter könnte verhindert sein, das ist aber noch nicht ganz klar. Ansonsten bleibt kadertechnisch gegenüber dem Hinspiel alles beim Alten.
Mit einer Hypothek von zwei aufzuholenden Toren geht der SV Etzenricht ins Heimspiel. Wie schon gegen Hahnbach fiel der zweite Gegentreffer sehr spät im Spiel. Bitter für den Landesligisten! Trotzdem: Die Flinte vorzeitig ins Korn zu werfen, das ist nicht die Art des SVE. Spielertrainer Andreas Wendl äußert sich vor der Samstagspartie so: „Sehr schade, dass wieder kurz vor Schluss das 2:0 gefallen ist. Wir hätten in dem Spiel einfach auch ein Tor machen müssen, die Gelegenheiten waren da. Aber wenn jemand mit diesen Nackenschlägen umgehen kann, dann sind es wir. Ähnlich wie gegen Hanhbach geht es jetzt zuhause nochmal um alles und dementsprechend werden wir wieder alles versuchen.“ In jedem Fall kann Etzenrichts Abwehrchef nur den Hut vor seiner Truppe ziehen: „Die Einstellung, Moral und Leidensfähigkeit der Mannschaft sind sensationell“, betont Wendl.
Personell fehlt im Vergleich zu Mittwoch sicher Offensivmann Christian Ermer wegen Urlaub. Wendl ergänzte am Donnerstag: „Alles Weitere kann ich noch nicht abschätzen. Gut möglich, dass sich noch Ausfälle herauskristallisieren. Bei mir persönlich sieht es gerade noch sehr schlecht aus. Und ich weiß, dass es bei einigen ähnlich ist.“ Ben König steht eventuell seit Längerem mal wieder zur Disposition. Eine weitere Alternative verschafft Oli Danzer. Der 27-jährige Allrounder beendete vor wenigen Tagen seinen mehrjährigen USA-Aufenthalt und war am Mittwoch schon wieder auf der Bank, kann somit ein wertvoller Zugewinn sein. Die „Fehlliste“ aus der Stammbesetzung ist dennoch umfangreich. Sie umfasst Stephan Herrmann, Michael Wexlberger, Bastian Strehl, Johannes Janker und Damian Musiol. Besonders emotional wird es am Samstag für Martin Pasieka. Denn für den 33-jährigen Dauer-Torjäger wird es – nach 14 Jahren – das letzte Spiel im Etzenrichter Dress sein. Er möchte künftig den Aufwand zurückschrauben und wechselt deshalb zu seinem Heimatverein SVSW Kemnath in die Kreisklasse. Die Mannschaft würde Pasieka nur zu gern dem Landesliga-Verbleib in der Tasche verabschieden.