
Zwei Partien des 24. Spieltags in der Kreisliga Nord sind am kommenden Wochenende von besonderem Interesse, denn sie könnten die Vergabe der Tabellenplätze 1 und 2 zum Saisonende maßgeblich beeinflussen: Dabei stehen die beiden die Liga anführenden Mannschaften des SV 08 Auerbach (1./53 - in Reuth) und der SpVgg Trabitz (2./52 - in Eslarn) vor äußerst unangenehmen und schweren Aufgaben, müssen diese aber unbedingt erfolgreich lösen, um an die direkte Konkurrenz keinen Millimeter Boden zu verschenken. Selbstredend würden die beiden Gastgeber zu gerne die favorisierten Gäste "rupfen" und dadurch in den spannenden Zweikampf eingreifen. Ein Ausrutscher des Führungsduos würde natürlich unter Umständen die SV Grafenwöhr (3./48) freuen, unter der Voraussetzung, dass die Bafra-Crew die Hürde beim abstiegsgefährdeten, selbst jeden Punkt brauchenden SC Kirchenthumbach (12./20) überspringt.
Wandern wir mit unserem Blick in die Tiefen der Tabelle, da steht mit dem SV Kohlberg (14./5) ja der einzige Direktabsteiger seit dem letzten Wochenende fest. Heftig gefochten wird noch um einen Platz "über dem Strich", den der zuletzt auftrumpfende SC Eschenbach (13./18 - nächstes "Endspiel gegen mitgefährdete Rothenstädter), die Dumbacher (20 Punkte) und der FC Vorbach (11./21 - in Erbendorf) zum Saisonende belegen wollen. Man darf gespannt sein, welches der "Sorgenkinder" am Wochenende lebenswichtiges Punktegut auf seine Seite bringen kann, um der Hoffnung auf eine Rettung ohne Umwege Nahrung zu geben.
Nach dem TSV Reuth - gegen ihn verlor man das Auftaktmatch im neuen Jahr - ist der FC das Team, mit der bislang besten Restrückrundenbilanz. Die hat ihn mittlerweile bis ins vordere Tabellendrittel gespült und dort - so der Tremmersdorfer Vereinsboss im Statement - will man sich auch in der Endabrechnung wiederfinden. Deshalb hat man gegen die Gäste aus Oberfranken natürlich einen Dreier auf der Agenda. Der ASV ist nach seinem von Ende März bis Mitte April andauernden Zwischenspurt mit acht Punkten aus vier Partien aus dem "Gröbsten" heraus und kann die finalen Partien (man reist noch nach Eslarn und erwartet Kohlberg) eigentlich ohne Druck angehen. Ein voller Ertrag soll noch im Punktesack verstaut werden, bei der ohne Zweifel schweren Auswärtsaufgabe am kommenden Wochenende wäre man sicherlich schon mit einem Punkt zufrieden.
FC-Vorstand Wolfgang Seitz: "Beim FC Tremmersdorf ist man nach dem erstmaligen Sprung auf Platz 4 gewillt, diesen bis zum Saisonende nicht mehr abzugeben. Die Gäste vom ASV Haidenaab werden unseren Jungs jedoch deutlich mehr abverlangen, als zuletzt der SV Kulmain, der bei seinem Gastspiel letzte Woche auf der letzten Rille unterwegs war."
Gästecoach Michael Kaufmann: "Wir hoffen in Tremmersdorf auf die Rückkehr unserer Offensive, zudem stehen hinter dem zur Verfügung stehenden Personal noch einige Fragezeichen, drei oder vier Kaderplätze sind noch frei. Unser Ziel bis zum Saisonende ist, mindestens noch einen Dreier einzufahren, können aber am Wochenende ohne den großen Druck aufspielen. Die zuletzt gezeigten Fortschritte wollen wir wieder weiterführen bei einem Gastgeber, der natürlich stärker nicht sein könnte, ist er aktuell doch einer der beständigsten Teams. Dementsprechend wollen wir mit voller Konzentration und großem Willen zu Werke gehen, eine beherzte Leistung zeigen und an die eigenen Qualitäten glauben. Schaffen wir das, ist auch in Tremmersdorf etwas zu holen, auch wenn die Trauben sehr hoch hängen. Haben wir halbwegs einen anständigen Kader zur Verfügung, ist auch in diesem Spiel etwas möglich."
Zu gerne erinnert man sich bei der Grenzlandelf an das Hinspiel, als man den zum Favoritenkreis zählenden Aufsteiger auf eigenem Terrain in die Knie zwingen konnte, man weiß also wie es geht und dass vieles passen muss, um erneut den Platz als Sieger zu verlassen. Dass die SpVgg an die Landesgrenze reist, um den vollen Ertrag mitzunehmen, dürfte nicht überraschen. Im spannenden Dreikampf an der Tabellenspitze könnte ein Punktverlust schwerwiegende Folgen haben in der Crunchtime der Saison, dies gilt es unter allen Umständen zu vermeiden.
TSV-Coach Peter Rackl: "Nach der bitteren Niederlage gegen Auerbach haben wir ein wenig Federn nach oben verloren. Im Heimspiel gegen Trabitz wollen wir an die Leistung vom Grafenwöhr-Spiel anknüpfen. Es kommt ein hartes Stück Arbeit auf uns zu, aber wir haben bereits im Hinspiel bewiesen, dass wir die landesligaerfahrenen Kicker schlagen können. Wir wollen zuhause gewinnen und der SpVgg ein Bein im Aufstiegskampf stellen."
Gästetrainer Thomas Baier: "Ganz vorne ist es nach wie vor sehr eng, deshalb können wir uns keinen Ausrutscher erlauben. Mit Eslarn wartet auswärts ein Gegner auf uns, der offensiv viel Qualität hat, das haben wir im Hinspiel beim 4:5 gesehen. Genau deshalb brauchen wir über 90 Minuten volle Konzentration. Für uns ist entscheidend, dass wir unsere Leistung auf den Platz bringen. Wenn wir das schaffen, haben wir vollstes Vertrauen in uns."
Die Ausgangslage vor dem Anpfiff ist klar: Die aktuell einen Lauf habende und im neuen Jahr noch unbezwungene Heimelf wird ohne jegliche Zwänge versuchen, dem nächsten Favoriten Zählbares abzuknöpfen. Für die Gäste hingegen zählt nur ein Sieg. Für Spannung ist also gesorgt.
TSV-Spielertrainer Martin Bächer: "Jetzt geht's gegen den Tabellenführer und besten Angriff der Liga. Es erfordert wieder eine Energieleistung, um bestehen zu können. Bereits gegen Grafenwöhr mussten wir alles rausholen. Von den verletzten Spielern wird noch keiner mit eingreifen können."
Gästespielertrainer Daniel Maier: "Am Sonntag erwartet uns mit Reuth eine anspruchsvolle Herausforderung. Unser Gastgeber ist aktuell die formstärkste Mannschaft und wir wissen genau, was auf uns zukommt. Für uns gilt wie schon am vergangenen Spieltag: Über die vollen 90 Minuten hinweg im Defensivverbund diszipliniert auftreten, fleißig sein und die taktischen Vorgaben konsequent umsetzen. Wenn uns das gelingt, werden wir erneut eine gute Leistung zeigen. Alles Weitere liegt nicht in unserer Hand."
Hüben wie drüben ist das Ziel, nach 90 und ein paar mehr Minuten den Platz als Sieger zu verlassen, alles andere darf eigentlich nicht zählen. Beim SC sind Leidenschaft, Einsatzwillen und der Glaube an sich gefragt, um im brutal schweren Abschlussprogramm dem ersten der drei noch zu spielenden Meisterschaftsanwärter Paroli zu bieten. Die Garnisonsstädter wollen nach den Punktverlusten zuletzt nicht noch mehr Boden verlieren, werden auf Sieg spielen und mit einem Auge nach Eslarn und Reuth blicken, etwas anderes bleibt ihnen nicht übrig.
SCK-Coach Andi Freiberger: "Unser Restprogramm könnte nicht schwerer sein, da in den letzten drei Saisonspielen die top 3 der Liga auf uns warten. Die Favoritenrolle für das kommende Wochenende liegt klar auf Seiten der Gäste. Grafenwöhr hat eine starke Offensive, die unserer Defensive alles abverlangen wird. Wir werden kompakt stehen müssen und versuchen, mit Nadelstichen nach vorne Torgefahr zu erzeugen. Noch ist ein gesicherter Platz nicht außer Reichweite. Daher werden wir versuchen, auch gegen die ersten 3 der Tabelle etwas Zählbares zu holen."
Gästetrainer Bobby Bafra: "Nach dem ernüchternden 1:1 gegen Reuth - an diesem Tag war nicht mehr drin - müssen wir auf die Ausrutscher der beiden Konkurrenten warten, in erster Linie aber auf uns schauen und unsere Dinger ziehen. Unser Gastgeber steht nun mit dem Rücken zur Wand und wir wollen natürlich - wenn möglich - die Relegation noch erreichen. Wenn nicht, ist das auch kein Beinbruch. In Dumba wollen wir gegen einen vermutlich tief stehenden Gegner alle Register ziehen, offensiv Ideen entwickeln, um das Abwehrbollwerk zu knacken. Es wird ein Geduldsspiel werden, wir sind der Favorit und wir wollen drei Punkte, um dranzubleiben. Personell wird sich nicht ändern. Ich freue mich auf viele Spieler beim SC, die ich noch kenne und auf die Leute dort. Es gilt, die Spannung hochzuhalten."
Mit breiter Brust geht der SC nach den Erfolgen zuletzt in sein nächstes Endspiel. Ein nächster Dreier würde den Abstiegskampf noch einmal spannender gestalten, der direkte Klassenerhalt wäre dann tatsächlich noch möglich. Im best case mit Vorbach nach Punkten gleichziehen und an den sonntäglichen Gast bis auf drei Punkte heranrücken, das ist der Plan der Rußweiherstädter, bevor es gegen die "Goliaths" aus Grafenwöhr und Auerbach geht. Für den VfB war der Heimdreier gegen "Dumba" natürlich goldwert, ein weiterer Erfolg wäre wohl ein Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt.
SCE-Spielertrainer Benny Scheidler: "Wir gehen mit Rückenwind in das Spiel, die zwei Siege zuletzt haben der Mannschaft gutgetan und viel Selbstvertrauen gegeben. Trotzdem wissen wir genau wo wir stehen und dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben. Unsere Defensive ist in dieser Saison leider zu anfällig. 58 Gegentore sind eindeutig zu viel. Daran arbeiten wir intensiv, denn gegen Rothenstadt werden wir nur bestehen, wenn wir kompakt stehen und wieder als Einheit verteidigen. Offensiv wollen wir an die Leistung der vergangenen Wochen anknüpfen. 6 Punkte aus 2 Spielen zeigen, dass die Entwicklung stimmt. Aber wir dürfen uns nicht blenden lassen, Rothenstadt hat Qualität und kommt ebenfalls mit einem Erfolgserlebnis. Entscheidend wird sein, dass wir von der ersten Minute an Präsenz zeigen, Zweikämpfe annehmen und unsere Chancen konsequent nutzen. Wenn wir unsere Leistung abrufen, bin ich überzeugt, dass wir zuhause punkten können!"
Gästecoach Roland Lang: "Personell bleibt es unverändert angespannt. Eschenbach schätze ich stärker ein, als es der Tabellenplatz vermuten lässt. Auch haben sie starke Einzelspieler in ihren Reihen. Ein Punkt wäre gut für uns gut und auch wichtig."
Zur Winterpause auf Platz 8, hatte man bei den Verantwortlichen der Steinwaldelf den Wunsch geäußert, bis Saisonende die ein oder andere Stufe auf der Tabellenleiter noch hochzusteigen. Aktuell rangiert man auf Platz 7, um den Abstand von sechs Punkten zum Nachbarrivalen TSV Reuth - er belegt Rang 6 - eventuell verkürzen zu können, muss der abstiegsgefährdete Gast niedergehalten werden. Der wird aufgrund seiner prekären Lage allerdings alles auf den Platz bringen, was er im Tank hat, da muss man sich auf einen Kampf um jeden Zentimeter einstellen. Nach dem Coup von Eslarn schien der FCV den Bock umgestossen zu haben, doch weit gefehlt. Es folgten drei Niederlagen (zwei davon gegen die direkte Konkurrenz) und ein Remis, die Situation am "Rande des Abgrunds" bleibt äußerst angespannt. Im Steinwald muss ohne Wenn und Aber Zählbares her, bevor es gegen Kulmain und final zum Derby nach Tremmersdorf geht.
TSV-Trainer Andi Häupl: "Wir wollen die Spannung noch hochhalten und noch möglichst viele Spiele gewinnen. Dass es gegen Vorbach wieder ein hartes Spiel wird, wissen meine Spieler. Wenn wir die Leistung der letzten Spiele wieder abrufen und vor dem Tor noch kaltschnäuziger werden, können wir Zählbares in Erbendorf behalten. Personell fällt Bastian Wiesent für den Rest der Saison aus."
Gästetrainer Markus Tusek: "In Erbendorf treffen wir auf einen starken Gegner, der nach der Winterpause ordentlich gepunktet hat. Das Fußball auch Kopfsache ist, zeigte sich in den letzten beiden Spielen. Meine Jungs müssen den Kopf frei bekommen, dass sie besser sind, als in den letzten beiden Spielen, zeigen sie Woche für Woche im Training. Die Mannschaft muss befreit und konzentriert spielen, dann ist vielleicht eine Überraschung möglich. Ein Punkt wäre schon ein Erfolg."
So ganz ist die "Kuh" in puncto Klassenerhalt beim SVK noch nicht "vom Eis". Ein Dreier gegen den bislang sieglosen Gast und die Messe wäre gelesen. So stehen die Zeichen auf Sieg bei den Drechsler-Männern, über alles andere will man nicht diskutieren. Die Gäste stehen seit dem letzten Wochenende als Absteiger fest, sie wollen sich auf ihrer Abschiedstour anständig verkaufen. Die Motivation, wenigstens einen Dreier einzufahren, läßt sie nach Kulmain fahren mit dem Willen, alles dafür zu tun.
SVK-Coach Oliver Drechsler: "Zunächst hoffen wir, dass sich die schwierige personelle Lage, die wir letzte Woche hatten, wieder etwas entspannt und wir drei oder vier Mann wieder zur Verfügung haben. Natürlich wollen wir gegen die bislang noch sieglosen Gäste zuhause einen Dreier, wollen natürlich nicht die Ersten sein, gegen die Kohlberg gewinnt. Wir haben nach dem Winter erst vier Punkte geholt, da wird es Zeit, dass wir wieder einmal Zählbares einfahren. Dazu wollen wir uns spielerisch wieder verbessern, wieder einen Schritt mit unseren Jungen nach vorne machen."
Gästetrainer Eugenio Wild: "Am Freitag geht's nach Kulmain. Für uns geht's um nichts mehr, wir können befreit aufspielen. Wir werden dennoch versuchen, drei Punkte zu holen, dass wir mithalten können, haben wir in den letzten Wochen gesehen."