Mit der Einwechslung von Torhüter Patrick Pysall, seinerseits Ticketchef beim HFC, rundete die ESG Halle den Nachmittag ab.
Mit der Einwechslung von Torhüter Patrick Pysall, seinerseits Ticketchef beim HFC, rundete die ESG Halle den Nachmittag ab. – Foto: Wolfgang Schulze

ESG überzeugt gegen großen Favoriten: "War Werbung für den Verein"

Landespokal +++ Landesklasse-Vertreter schlägt sich im Stadtderby gegen den Halleschen FC achtbar

Von Christopher Kitsche (Mitteldeutsche Zeitung)

Die Unterstützung war grenzenlos und trug die Mannschaft zum Achtungserfolg. Sogar ein privater Fanclub war für einen der Amateurkicker der ESG Halle am Samstag angereist, um ihn im großen Spiel gegen die Profis des Halleschen FC zu bejubeln. „Als ich beim Warmmachen auf den Platz getreten bin und die erste Trommel gehört habe, war das einfach cool“, erzählte Robin Jungwitz. Dessen „Fanclub“- Freunde hatten den Weg aus Freiberg nicht umsonst angetreten. Denn die „Nummer vier“ der Eisenbahner und seine Mitspieler schlugen sich im Drittrunden-Duell des Landespokals gegen den HFC wacker, verloren trotz des fünffachen Klassenunterschieds vor 814 Zuschauern nur mit 0:4.

Dabei deutete nach nervösem Beginn der Heimmannschaft und sehr frühen Rückstand, nach gerade einmal einer Minute traf HFCKapitän Jonas Nietfeld, noch alles auf eine deutliche Niederlage hin. Aber Minute für Minute gewöhnten sich die ESGler an die große Kulisse und den Trommelwirbel von außen und machten dem HFC das Leben schwer. Irgendwie brachten sie immer noch ein Bein dazwischen, wenn die rot-weißen Angreifer Nietfeld, Dominik Steczyk oder Elias Löder auf sie zustürmten.

Torhüter Abdulrahman weiß zu glänzen

Und waren die Verteidiger in grau mal überspielt, war der stark haltende Torhüter Ali Abdulrahman meist zur Stelle. „Wir wussten, ab der Mittellinie kämpfen wir alle zusammen. Ich war darauf eingestellt, dass heute einiges auf mich zukommt“, erklärte der Keeper mit einem Augenzwinkern die Taktik seiner Mannschaft. „Gegen den HFC zu spielen, das war ein besonderer Höhepunkt. Auch weil ich oft bei ihnen im Stadion bin. Heute Abend wird mir das Bier besonders gut schmecken.“

Nur zwei weitere Male musste Abdulrahman nach Abschlüssen von Tunay Deniz (18.) und Sebastian Müller (55.) hinter sich greifen. Beim vierten Gegentreffer, resultierend aus einem Fernschuss von Leon Damer in Minute 89, stand schon Ersatztorwart und HFC-Ticketchef Patrick Pysall im Tor. Dessen Einwechslung rundete den Tag für die Amateure ab. „Das, was die Jungs auf dem Platz gezeigt haben, war Werbung für den Verein“, sagte ein stolzer Trainer Johannes Gallien.

Meyer kritisiert: Vier Tore "einfach zu wenig"

Werbung in eigener Sache und ein Spektakel für die Fans war die Partie aber nur für die Amateure der ESG. Das letzte Pflichtspiel des Jahres hatte man sich beim Halleschen FC dagegen anders vorgestellt. Jannes Vollert, Sören Reddemann, Tom Zimmerschied, Louis Samson, Niklas Kreuzer sowie die beiden Torhüter Felix Gebhardt und Daniel Mesenhöler wurden geschont. Spieler aus der zweiten Reihe wie Timur Gayret, Lucas Halangk oder Elias Löder ließen aber wieder einmal die Chance ungenutzt, auf sich aufmerksam zu machen. „Ich erwarte gerade von den Spielern, die sich in so einer Partie präsentieren können, dass sie über Tore und Vorlagen Argumente geben, dass sie auf den Platz gehören“, sagte HFC-Trainer André Meyer. Passierte nicht. „Vier Tore sind für so ein Spiel einfach zu wenig.“

Trotzdem ging es für die Profis am Sonntag in den Urlaub. Für die ESG geht es dagegen mit dem Ligaalltag weiter: Am Samstag ist in der Landesklasse der SV Spora zu Gast.

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Aufrufe: 021.11.2022, 17:00 Uhr
Christopher Kitsche/MZAutor