2026-01-15T09:41:53.693Z

Ligabericht
– Foto: Berthold Gebhard

Eschelbach und Steinsfurt ballern sich zum Aufstieg

Kreisklasse B Sinsheim +++ Die SG 2000 krallt sich die Meisterschaft – Der TSV darf als Zweiter direkt wieder hoch +++ Die unendliche Geschichte im Tabellenkeller

Am Ende einer Saison gibt es viele Geschichten zu erzählen. Für die Kreisklasse B haben wir uns ein paar herausgepickt und schließen die Spielzeit 2024/25 ab.

Das Finale

Über 500 Zuschauer bei einem B-Klassen-Spiel könnten der Topwert in diesem Jahrhundert sein. Am 15. Mai standen sich der TSV Steinsfurt und die SG 2000 Eschelbach gegenüber und lieferten den Besuchern einen offenen Schlagabtausch, der sein Geld mehr als wert gewesen ist. 4:4 endete die Achterbahnfahrt, während dieser jedes Team zwischenzeitlich in Führung lag. Die Eschelbacher konnten damit besser leben, sie behaupteten ihren Zwei-Punkte-Vorsprung vor den danach noch ausstehenden drei Spieltagen.

Eschelbach zieht durch

Drei Tage nach dem inoffiziellen Finale „stolperte“ Steinsfurt bei Rohrbachs Zweiter und verlor mit 0:1. Weil Eschelbach die unangenehme Aufgabe in Landshausen mit 1:0 für sich entschied und eine Woche darauf den SV Bargen mit 3:1 in die Knie zwang, war die Meisterfrage bereits am vorletzten Spieltag entschieden. Die Elf von David Beckmann und Kevin Zuber durfte die Meisterschaft feiern und legte insgesamt eine herausragende Saison hin, in der sie 24 der 30 Partien gewann.

Der SG Kirchardt sei Dank durfte zwei Stunden später am selben Tag auch der TSV Steinsfurt jubelen. Da die Kirchardter die Landesliga hielten, war klar, dass auch der B-Klassen-Zweite aufsteigt. In Steinsfurt knallten daher die Sektkorken, nach drei Abstiegen in Serie ist die Mannschaft von Spielertrainer Ben-Richard Prommer direkt wieder aufgestiegen.

Der Torjäger

Jener Prommer sicherte sich, wenig überraschend, die Torjägerkanone. 38 Treffer steuerte der 32-jährige Ausnahme-Kicker zur Vizemeisterschaft bei und hatte damit neun Tore Vorsprung auf Neidensteins Imad Mohamed. Danach folgte mit Finn Scholz (26 Tore) der nächste Steinsfurter.

Insgesamt schossen die Blau-Weißen 113 Tore, Eschelbach genau 100. Dahinter klafft eine Lücke bis zu den 82 Toren des fünftplatzierten SV Gemmingen.

David "Harry Kane" Beckmann

15 Saisontore von Eschelbachs Spielertrainer bedeuten Rang 13 in der Torjägerstatistik. Das ist an sich keine Extra-Meldung wert, jedoch lohnt sich der Blick auf die Art und Weise, wie der 33-Jährige seine Tore vorzugsweise zu erzielen pflegt. Alle 15 Treffer markierte Beckmann vom Strafstoßpunkt und das bei keinem einzigen Fehlschuss. Quasi standesgemäß traf er auch beim 4:4 in Steinsfurt.

Das ist ein Wert, der einen sofort an Bayern Münchens Harry Kane und dessen grandiose Elfmeter-Bilanz denken lässt. Seit dem WM-Viertelfinale 2022 gegen Frankreich hat der Engländer alle 29 Strafstöße verwandelt, zu denen er angetreten ist. Beckmann muss seine Serie also verdoppeln, um Kane einzuholen. In Sachen Meisterschaften ist der Eschelbacher – 2014 mit dem SV Rohrbach/S. in der Kreisliga., 2017 mit der SG 2000 Eschelbach in der A-Klasse, und eben diese Runde – dem Münchner, der diesen Sommer seinen ersten Titel überhaupt gewann, aber ein gutes Stück voraus.

Die Aufstiegstrainer nebeneinander. David Beckmann von der SG 2000 Eschelbach (r.) und Ben-Richard Prommer.
Die Aufstiegstrainer nebeneinander. David Beckmann von der SG 2000 Eschelbach (r.) und Ben-Richard Prommer. – Foto: Berthold Gebhard

Endstation Relegation

Die beste Defensive der Liga hat nicht ganz gereicht, um aufzusteigen. Lediglich 28 Gegentreffer kassierte der SV Neidenstein und erreichte in der Endabrechnung Rang drei. Einen großen Anteil daran hatte Torhüter Samuel Diarra, der eine formidable Saison gespielt hat und reihenweise von der Konkurrenze hervorgehoben wurde.

Im Relegationsspiel gegen die SG Untergimpern aus der A-Klasse sah es nach der zwischenzeitlichen 1:0-Führung gut aus für die Burgdorf-Kicker, doch in der Verlängerung kam der K.O. Untergimpern siegte mit 2:1.

Torhüter Samuel Diarra vom SV Neidenstein war ein Garant für lediglich 28 Gegentore.
Torhüter Samuel Diarra vom SV Neidenstein war ein Garant für lediglich 28 Gegentore. – Foto: Berthold Gebhard

Das Verfolgerfeld

Zu inkonstant agierte der SC Siegelsbach, um am Ende die Relegation zu erreichen. Zehn Niederlagen waren einfach zu viel und ließen nicht mehr als Rang vier zu.

Dahinter hat sich der SV Gemmingen nach seinem Abstieg konsolidiert und punktleich mit den Jungen Wilden des FV Elsenz abgeschlossen. Für den SV Fortuna Bargen ging es nach der letztjährigen Vizemeisterschaft ein paar Ränge nach unten und der FC Berwangen hat sich dank einer starken Rückrunde, in der nur Eschelbach und Steinsfurt mehr punkteten, auf den achten Rang nach vorne gearbeitet.

Frei von Sorgen

Einige Male sorgte der SV Rohrbach/S. II für positive Überraschungen. Ebenfalls wacker geschlagen hat sich mit dem VfL MühlbachI II eine zweite Reserve. Zwischen diesen beiden landete der SV Eichelberg, der gegen Saisonende immer mehr zu kämpfen hatte und ein paar deftige Niederlagen einstecken musste.

"Blitz-Hochzeit" rettet vor dem Abstieg

Die Eichelberger gehen kommende Runde eine Spielgemeinschaft mit dem FV Landshausen ein. Diese Nachricht hatte Mitte der Rückrunde zwangsläufig zur Folge, dass die Landshausener vom einen auf den anderen Moment ihre Verabschiedung aus dem Abstiegskampf bekanntgeben durften.

Aus eigener Kraft hat sich der SV Ehrstädt gerettet. Das Schlusslicht zur Winterpause, als mickrige vier Pünktchen auf der Habenseite standen, hat sich 2025 enorm gesteigert. In der zweiten Saisonhälfte gab es 23 Zähler, was in der Endabrechnung Rang zwölf und den frühzeitigen Klassenerhalt bedeutete. "Das haben selbstverständlich gebührend gefeiert", durfte SV-Trainer Daniel Keitel glücklich verkünden.

Die unendliche Geschichte

Ja, Nein, Vielleicht. Der SV Daisbach überlegte lange und entschied sich dann doch noch für einen Einspruch gegen das Urteil zum Spielabbruch gegen Kirchardt II. Spieler beider Teams haben sich am vorletzten Spieltag, in der Nachspielzeit beim Stand von 1:0 für Kirchardt, in die Haare bekommen und das darauffolgende Urteil beiden Mannschaften null Punkte und minus drei Tore auszusprechen schien logisch. Im Relegations-Finale retteten sich die Kirchardter mit einem souveränen 6:0-Sieg gegen den SV Sinsheim II und dürfen kommende Runde wieder in der Kreisklasse B ran. Daisbach ist in die C-Klasse abgestiegen.

Aufrufe: 026.6.2025, 15:15 Uhr
red.Autor